Keine Zuschauer wegen Coronavirus : Geisterspiele in der Bundesliga: Diese Rechte haben Ticketinhaber

Einige Bundesliga-Spiele werden ohne Zuschauer stattfinden.
Einige Bundesliga-Spiele werden ohne Zuschauer stattfinden.

Bislang drei Spiele der Fußball-Bundesliga finden ohne Zuschauer statt. Was passiert mit den Eintrittskarten?

von
10. März 2020, 15:34 Uhr

Frankfurt/Main | Um die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern, sollen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt werden – so die Empfehlung des Bundesgesundheitsministers. Dieser Empfehlung sind bereits einige Städte gefolgt. So finden die Bundesligaspiele Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln (Mi., 18.30 Uhr), Borussia Dortmund gegen FC Schalke 04 (Sa., 15.30 Uhr) und Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen (Mo., 20.30 Uhr) ohne Zuschauer satt.

Welche Rechte haben Fans, die bereits Tickets für diese Spiele gekauft haben? Alle Informationen zu den Rechtern von Ticketinhabern bei Geisterspielen in der Übersicht.

Wie sind Entschädigungen im Fall von Geisterspielen geregelt?

Wenn ein Fußballspiel ohne Zuschauer stattfindet, schließt der Veranstalter Ticketinhaber somit vom Spiel aus. Es gilt: "Der Veranstalter kommt damit seiner Leistungspflicht nicht nach", sagt Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale Bremen. Betroffene können seiner Auffassung nach ihr Geld vom Veranstalter zurückverlangen.

Gibt es Unterschiede für Fußballfans mit Tagestickets und Dauerkarten-Inhaber?

Ein Tagesticket bezieht sich ja auf eine bestimmte Veranstaltung. Wird ein einzelnes Spiel abgesagt, hat der Veranstalter keine Leistung erbracht. "Wer ein Ticket für ein bestimmtes Spiel hat, kann also sein Geld zurückverlangen", erklärt Baschiri.

Die Dauerkarte ist hingegen auf eine bestimmte Zeit angelegt und bezieht sich auf einzelne Veranstaltungen, die man regelmäßig besucht. Betroffene können aus Sorge vor dem neuen Coronavirus die Dauerkarte aber nicht einfach stornieren.

Weiterlesen: Corona-Krise: Angst zählt nicht als Grund für eine Stornierung

"Allerdings ist es möglich, für eine einzelne Veranstaltung, die abgesagt wurde, den Preis anteilig zu ermitteln", sagt Baschiri. Betroffene können sich diesen Betrag nach Auffassung des Verbraucherschützers zurückerstatten lassen – selbst wenn es in den AGB anders steht. Besitzer einer Dauerkarte sollten sich an die Kartenvorverkaufsstelle oder den Veranstalter wenden.

Was gilt, wenn man sein Ticket über ein Buchungsportal gekauft hat?

Wer über ein Buchungsportal ein Ticket gekauft hat, muss sich in der Regel an den Veranstalter wenden, um sein Geld für eine abgesagte Veranstaltung zurückzubekommen.

Unter Umständen sind für die Dienstleistung des Buchungsportals aber zusätzliche Gebühren angefallen. Um diesen Betrag erstattet zu bekommen, müssen sich Betroffene direkt an das Buchungsportal wenden, wenn es nur als Vermittler agiert. "Am besten setzen sie schriftlich eine Frist von 10 bis 14 Tagen und verlangen die Gebühren zurück", rät Baschiri. Begründen könne man seine Forderung damit, dass die Geschäftsgrundlage hinfällig ist, weil die Veranstaltung ja ausgefallen ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen