Fußball-Bundesliga : Dortmund siegt furios, Bremen verpatzt Saisonstart gegen Düsseldorf

Jubelsprung von Paco Alcacer nach seinem Tor zum 4:1 gegen den FC Augsburg.
Jubelsprung von Paco Alcacer nach seinem Tor zum 4:1 gegen den FC Augsburg.

Der BVB geriet gegen Augsburg früh in Rückstand, feierte am Ende aber einen 5:1-Sieg. Alle Samstagsspiele im Überblick.

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17. August 2019, 18:16 Uhr

Hamburg | Die Ergebnisse im Überblick:

  • Dortmund - Augsburg (5:1)
  • Bayer 04 - Paderborn (3:2)
  • Wolfsburg - Köln (2:1)
  • Bremen - Düsseldorf (1:3)
  • Freiburg - Mainz 05 (3:0)
  • Mönchengladbach - Schalke 04 (0:0)

Dortmund - Augsburg (5:1)

Borussia Dortmund ist mit einer am Ende beeindruckenden Vorstellung in die Titelmission gestartet und auf Anhieb an die Bundesliga-Tabellenspitze gestürmt. Beim 5:1 über den FC Augsburg ließ das Team von Trainer Lucien Favre seiner Ankündigung, den Fußball-Serienmeister der vergangenen sieben Jahre aus München entthronen zu wollen, Taten folgen. Vor 81 365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgten Paco Alcácer (3./59. Minute), Jadon Sancho (51.), Marco Reus (57.) und Julian Brandt (82.) am Samstag für den Kantersieg. Damit setzte sich der BVB gleich am ersten Spieltag um zwei Punkte vom FC Bayern ab.

Marco Reus beim Spiel gegen den FC Augsburg.
Witters/TimGroothuis
Marco Reus beim Spiel gegen den FC Augsburg.

Dagegen mussten die Gäste aus Augsburg eine Woche nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Regionalligisten Verl trotz der Blitzführung durch Florian Niederlechner (1.) eine weitere Niederlage hinnehmen.

Beide Teams ersparten sich ein langsames Abtasten und knüpften da an, wo sie beim spektakulären 4:3 für den BVB in der vergangenen Saison aufgehört hatten. Bereits nach 31 Sekunden lag der Favorit aus Dortmund hinten. Nach Zuspiel von Mads Pedersen war Niederlechner zur Stelle und bezwang den für den verletzten Dortmunder Stammkeeper Roman Bürki eingesprungenen Marwin Hitz.

Doch der BVB schlug umgehend zurück. Einen Pass von Marco Reus von der Außenlinie beförderte Torjäger Alcacer aus kurzer Distanz ins Netz und ersparte seinem Team damit lange Grübeleien über die Unachtsamkeit in der eigenen Deckung beim frühen Gegentreffer.

Erst nach diesem vogelwilden Beginn gewannen die Dortmunder Kontrolle über die Partie und erspielten sich nach und nach deutliche Feldvorteile. Eine weitere Lücke in der FC-Abwehr fanden sie jedoch vorerst nicht. Bei Schüssen von Julian Weigl (10.), Reus (25.) und Axel Witsel bewies Augsburgs Keeper Tomas Koubek seine Klasse. Dagegen verlegten sich die Gäste fast nur noch auf das Verteidigen. Bis zur Pause geriet ihr Bollwerk nur gelegentlich ins Wanken.

Das änderte sich jedoch nach Wiederanpfiff grundlegend. Fast ohne Gegenwehr ließen die Augsburger den Dortmunder Taktgeber Witsel an der Außenlinie ziehen, dessen Flanke Sancho mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:1 nutzte. Auf die Dortmunder hatte dieser Treffer befreiende Wirkung. Scheinbar mühelos erhöhte sie durch Reus und Alcacer auf 4:1. Die Gegenwehr der zumindest in der ersten Halbzeit starken Augsburger war damit gebrochen.

Die letzten Minuten nutzte BVB-Coach Favre, um weiteren Profis Spielpraxis zu geben. Es passte ins Bild einer famosen zweiten Halbzeit, dass auch der in der 68. Minute eingewechselte ehemalige Leverkusener Brandt bei seinem Pflichtspieldebüt für seinen neuen Club traf.

Bayer 04 - Paderborn (3:2)

Aufsteiger SC Paderborn hat gleich beim Bundesliga-Comeback nach fünf Jahren sein Versprechen auf begeisternden Offensiv-Fußball eingelöst, am Ende aber eine knappe Niederlage hinnehmen müssen. Beim Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen glichen die Ostwestfalen in einem über weite Strecken begeisternden Spiel zweimal aus, verloren am Ende aber mit 2:3.

Somit kassierte Paderborns doppelter Aufstiegs-Trainer Steffen Baumgart in seinem ersten Bundesliga-Spiel ausgerechnet gegen seinen alten Mitspieler eine Niederlage: Mit Bayer-Coach Peter Bosz spielte er 1998 für eine Halbserie bei Hansa Rostock zusammen.

Bayers erste Führungen durch Leon Bailey (10.) und Kai Havertz (19.) konterte Paderborn durch Sven Michel (15.) und Neuzugang Streli Mamba (25.). Die dritte durch Kevin Volland (70.) dann nicht mehr. Für Bayer bedeutet der Sieg eine Erlösung: In den vergangenen drei Jahren hatte die Werkself jeweils das erste Saison-Spiel verloren.

Streli Mamba ( 30, SC Paderborn 07) macht das Tor zum 2:2.
imago images / Nordphoto / Mauelshagen
Streli Mamba ( 30, SC Paderborn 07) macht das Tor zum 2:2.

Beide Teams spielten gleich von der ersten Sekunde an nahezu völlig enthemmt nach vorne. Beim frühen Führungstor der Leverkusener sorgte der Videobeweis für eine kuriose Szenerie: Nachdem Bailey den Ball von Volland aus drei Metern über die Linie gedrückt hatte, jubelte fast niemand. Alle waren davon ausgegangen, dass der Jamaikaner im Abseits gestanden hatte. Erst die Ansicht der TV-Bilder machte klar, dass neben Torhüter Jannik Huth auch Kapitän Christian Strohdiek bei der Flanke hinter Bailey gestanden hatte.

Doch die Gäste ließen sich davon nicht beeindrucken und schlugen schon fünf Minuten später durch Michel nach einem fatalen Fehlpass von Julian Baumgartlinger zurück. Baumgartlinger machte sein Missgeschick mit einem Traumpass auf Havertz schnell wieder wett; der Nationalspieler überlupfte Huth zum 2:1.

Doch Mamba schlug wieder zurück. Dabei hatte Leverkusens Abwehrspieler Wendell Glück, dass Schiedsrichter Tobias Stieler nach seinem Handspiel auf der Linie Vorteil laufen ließ und dem Brasilianer wegen des Treffers gemäß Regel 12 letztlich nur Gelb statt Rot und Elfmeter gab.

Auch danach kannten beide Teams vor 26 208 Zuschauern nur eine Richtung: Ab nach vorne! Die größten Chancen zur Führung vor der Pause hatten dann sogar die Gäste, als der pfeilschnelle Christopher Antwi-Adjei eine Hereingabe ganz knapp verpasste (43.) und Sebastian Vasiliadis an Lukas Hradecky scheiterte (44.).

Nach der Pause berappelte sich die Werkself wieder und war nun die dominante Mannschaft. Doch Paderborn verteidigte weiter leidenschaftlich und blieb bei Kontern stets gefährlich. Die erste große Leverkusener Chance der zweiten Halbzeit hatte Volland, der knapp vorbeiköpfte (65.). Auch nachdem Volland auf Hereingabe von Wendell das 3:2 erzielt hatte, war das Spiel längst nicht gelaufen, weil Paderborn nie aufgab. Als die Gäste alles nach vorne warfen, hätte Leverkusen das Ergebnis ausbauen müssen. Doch ausgerechnet Bayers Beste, Havertz (86.) und Bailey (87.), vergaben kläglich.

Wolfsburg - Köln (2:1)

Der 1. FC Köln ist mit einer vermeidbaren Niederlage in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. Trotz anfangs guter Leistung verlor der Aufsteiger zu Saisonbeginn mit 1:2 beim Europa-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg.

Der erste Treffer fiel am Samstag in der 16. Minute durch einen schönen Volleyschuss von Maximilian Arnold, der allerdings erst durch eine verunglückte Kopfball-Abwehr des Kölners Florian Kainz ermöglicht wurde. Nach der Pause traf noch Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst (60.) und bescherte seinem neuen Trainer Oliver Glasner damit einen erfolgreichen Einstand als Nachfolger von Bruno Labbadia. Das 1:2 durch Simon Terodde (90.+1) fiel für die Gäste zu spät.

Dass der deutsche Meister von 1962, 1964 und 1978 kein normaler Aufsteiger ist, war schon vor dem Anpfiff zu sehen. Mehr als 3000 Fans reisten mit dem FC nach Wolfsburg, der südliche Tribünenbereich der Volkswagen-Arena war fest in Kölner Hand.

Robin Knoche,  Anthony Modeste und Josuha Guilavogui in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg.
imago images / MIS / Cathrin Müller
Robin Knoche, Anthony Modeste und Josuha Guilavogui in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg.

Aber nicht nur für den rot-weißen Anhang unter den 25 099 Zuschauern war dies ein besonderer Tag. Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke traf an diesem ersten Bundesliga-Spieltag zum ersten Mal nach seinem wenig harmonischen Abschied aus Köln im Oktober 2017 wieder auf seinen Ex-Club. Die Kölner Spieler begrüßten ihn zumeist herzlich, die Kölner Fans verhöhnten und beschimpften ihn zum Teil.

Dazu erlebten die beiden Trainer Glasner und Achim Beierlorzer (Köln) jeweils ihr erstes Spiel als Bundesliga-Coach. Dass beide in ihrer Arbeit stark von Ralf Rangnicks Pressing- und Tempofußball geprägt wurden, war ebenfalls schnell zu erkennen.

Zumindest in der ersten Halbzeit störte der Außenseiter den Wolfsburger Spielaufbau schon weit in der gegnerischen Hälfte. Die erste gute Kölner Schusschance von Anthony Modeste konnte Josuha Guilavogui gerade noch zu einem Eckball ablenken (11.). Auch Dominick Drexler schoss den Ball nur knapp am Wolfsburger Tor vorbei (25.).

Allerdings bewirkte es auch eine gewisse Unruhe im Spiel, dass beide Mannschaften darauf ausgerichtet sind, den Gegner permanent zu attackieren und dann nach Ballgewinn möglichst viel Gas zu geben. Aus einer solchen Balleroberung ergab sich in der 20. Minute eine vielversprechende Überzahlsituation für den VfL, die Neuzugang Xaver Schlager aber nicht präzise ausspielte, sondern hastig verstolperte. Viel mehr außer diesem Missgeschick und dem schönen Führungstor war von den Niedersachsen in der ersten Halbzeit nicht zu sehen.

Das änderte sich nach der Pause, als Wolfsburg das Spielgeschehen weitgehend in die Kölner Hälfte verlagerte. Jetzt klappte es auch mit dem von Glasner propagierten Umschaltspiel: Ballgewinn Schlager, Torschuss Weghorst - 2:0! Genauso will der Österreicher das sehen.

Köln konnte in der zweiten Halbzeit zu keiner Zeit mehr an den guten Auftritt vor der Pause anknüpfen. Mut, Selbstsicherheit, Angriffslust - alles war auf einmal dahin. Nach dem Wechsel gab es nur noch zwei Kölner Torschüsse durch Jonas Hector (86.) und Terodde.

Bremen - Düsseldorf (1:3)

Fortuna Düsseldorf hat Werder Bremen das Rekordspiel und den Saisonauftakt in der Fußball-Bundesliga gründlich verdorben. Die Rheinländer gewannen am Samstag im Bremer Weserstadion verdient mit 3:1 und knüpften dabei an die starken Leistungen aus der Vorsaison an. Vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Rouwen Hennings (36. Minute), Kenan Karaman (52.) und Kaan Ayhan (64.) die Treffer für die Gäste. Johannes Eggestein gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für die insgesamt enttäuschenden Bremer, für die es das 1867. Erstligaspiel war.

Damit lösten die Grün-Weißen den Nordrivalen Hamburger SV als Club mit den meisten Partien im Oberhaus ab. Grund zum Feiern gab es allerdings nicht. Die Bremer legten wieder einmal einen Fehlstart hin. Der letzte Werder-Auftaktsieg datiert aus der Saison 2013/14.

Betroffen nach der Niederlage: Nuri Sahin, Niklas Moisander, Yuya Osako und Claudio Pizarro.
imago images / Nordphoto / Kokenge
Betroffen nach der Niederlage: Nuri Sahin, Niklas Moisander, Yuya Osako und Claudio Pizarro.

Dabei begann Werder schwungvoll und erspielte sich bereits in den ersten fünf Minuten drei Eckbälle. Mehr als ein Fernschuss von Maximilan Eggestein und ein Abseitstor seines Bruders Johannes sprang für die Norddeutschen in der überlegen geführten Anfangsphase aber nicht heraus. Danach agierten die Hausherren viel zu langsam und statisch, so dass es die Gäste nicht schwer hatten, kompakt zu stehen. Völlig überraschend ging die Fortuna dann sogar in Führung. Weil sich Werder-Neuzugang Ömer Toprak und Theodor Gebre Selassie im Strafraum behinderten, war der Weg plötzlich frei für Düsseldorfs Torjäger Hennings, der Bremens Torwart Jiri Pavlenka keine Abwehrchance ließ. Der unglückliche Rückstand lähmte die Gastgeber zusätzlich.

Doch Trainer Florian Kohfeldt schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn sein Team kam wieder mit viel Elan aus der Kabine und sofort zum Ausgleich. Nach Flanke von Milot Rashica traf Johannes Eggestein per Kopf. Werder war nun im Spiel und hatte durch Yuya Osako die nächste gute Chance. Aber Düsseldorf ließ sich nicht beeindrucken und ging zum zweiten Mal überraschend in Führung. Neuzugang Erik Thommy legte schön zurück auf Karaman, der zum 2:1 für die Gäste traf. Werder verlor nun für einen Augenblick die Orientierung. Vor der Partie hatte rund um das Weserstadion noch große Euphorie geherrscht. Doch die positive Grundstimmung wich schnell der Ernüchterung. Erst recht, als Ayhan nach einer Ecke per Kopf auf 3:1 erhöhte. Werder versuchte in der Folgezeit zwar noch einmal alles und brachte mit Neuzugang Niclas Füllkrug und Club-Legende Claudio Pizarro zwei weitere Offensivkräfte. Der aus Hannover gekommene Füllkrug verpasste aber zwei Mal den Anschluss, der die Partie noch einmal hätte spannend machen können.

Freiburg - Mainz 05 (3:0)

Der SC Freiburg hat seinem Noch-Präsidenten und künftigen DFB-Boss Fritz Keller zum Saisoneinstand ein spätes und furioses 3:0 beschert. Die Mannschaft von Kult-Trainer Christian Streich kam am Samstag in der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 zu einem etwas glücklichen Sieg, da das Team von Chefcoach Sandro Schwarz lange die besseren Chancen hatten. Vor 24 000 Zuschauern trafen aber Lucas Höler (82. Minute), Jonathan Schmid (84.) und Luca Waldschmidt (87./Foulelfmeter) in der Schlussphase.

Keller war mit dem Fahrrad ins Schwarzwaldstadion gekommen. Er hatte die Auszeichnung des 20 000. Vereinsmitglieds unmittelbar vor dem Anpfiff genutzt, um auf dem Rasen ein paar Worte an das Publikum zu richten. "Ich hatte viele schlaflose Nächste", sagte der 62-Jährige zu seiner Entscheidung, für das Spitzenamt im deutschen Fußball zu kandidieren und versprach: "Der SC Freiburg wird immer mein Herzensverein bleiben."

Keller war von der Findungskommission des Deutschen Fußball-Bundes als DFB-Präsident vorgeschlagen worden. Seine Wahl beim Bundestag am 27. September in Frankfurt am Main gilt als sicher, sein Amt beim SC Freiburg wird er aufgeben.

Von links: Alexander Schwolow, Nicolas Hoefler und Karim Onisiwo.
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Von links: Alexander Schwolow, Nicolas Hoefler und Karim Onisiwo.

Voller Spielfreude und Kampfeslust warfen sich die beiden Teams in die erste Saisonpartie. Bei den Mainzern stand Jeremiah St. Juste, der Acht-Millionen-Euro-Mann von Feyenoord Rotterdam, in der Innenverteidigung. Die Liverpool-Leihgabe Taiwo Awoniyi saß zunächst nur auf der Bank. Die durch einige personelle Ausfälle geplagten Freiburger mussten sich erstmal dem Ansturm der Gäste erwehren. Torhüter Alexander Schwolow rettete bei gefährlichen Schüssen von Danny Latza und Robin Quaison.

Dann aber ergriff der SC die Initiative. Alle Augen auf Waldschmidt: Der Torschützenkönig der U21-EM wäre nach zehn Minuten fast mit einem Volleyschuss in der Torwinkel erfolgreich gewesen. Keeper Florian Müller lenkte den Ball gerade noch über die Latte.

"Sie kennen uns, wir kennen sie, da gibt es keine Überraschungen", hatte Streich vor der Partie über die Mainzer gesagt. Dennoch fanden vor allem die robusten Rheinhessen immer wieder plötzliche Lücken in der Freiburger Abwehr. So rauschte Quaisons Fallrückzieher knapp am Tor vorbei (28.). Die Gäste waren jedenfalls sichtlich bemüht, die DFB-Pokalpleite vor einer Woche in Kaiserslautern vergessen zu lassen.

Die Breisgauer als lauffreudigstes Team der vergangenen Saison nach Bayer Leverkusen rannten im ersten Durchgang öfter hinterher. Auch als Karim Onisiwo kurz nach dem Wechsel alle abschüttelte und das Leder am langen Pfosten vorbei jagte. Das Chancenplus der Mainzer wurde immer offensichtlicher, ehe Torjäger Nils Petersen in der 68. Minute vor FSV-Schlussmann Müller auftauchte, aber schwach abschloss. Dann aber schlug das Streich-Team richtig zu.

Für den Sport-Club hatte am Samstag auch die letzte Spielzeit im Schwarzwald-Stadion begonnen. Im nächsten Jahr soll die neue Arena im Westen der Stadt fertiggestellt sein. Erstklassig lautet deshalb das Saisonziel Nummer 1.

Mönchengladbach - Schalke 04 (0:0)

Das mit Spannung erwartete Duell der Jürgen-Klopp-Schüler Marco Rose und David Wagner ist mit einer langweiligen Nullnummer zu Ende gegangen. Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04 trennten sich im Rekord-Auftaktspiel der Fußball-Bundesliga am Samstagabend 0:0. Damit wahrte der neue Gladbach-Coach Rose zumindest seinen Heim-Nimbus. Der bisherige Coach vom österreichischen Double-Gewinner Red Bull Salzburg blieb auch in seinem 53. Heimspiel als Proficoach ungeschlagen. Auch angesichts der spielerischen Überlegenheit seines Teams war der Punkt für die Schalker und ihren neuen Coach Wagner indes ein größerer Erfolg.

Gladbach hatte zuvor neun der vergangenen elf Heimspiele gegen Schalke gewonnen. Vor 54 022 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park aber lief vieles noch nicht rund. Somit blieb Gladbach saisonübergreifend auch im neunten Heimspiel am Stück sieglos.

Auch auf die Gäste und ihren neuen Trainer Wagner wartet noch viel Arbeit. Höchstens in Ansätzen zeigten beide Teams den von Liverpool-Coach Klopp geprägten Power-Fußball, den auch Rose und Wagner sehen wollen. Somit endete das neunte Auftaktduell beider Teams enttäuschend. Kein anderes Duell gab es an einem ersten Spieltag bislang häufiger in der ersten Liga.

Zunächst war ein großer Unterschied im Spielstil beider Teams zu erkennen. Die Borussia spielte wie in den vergangenen Jahren stark ballbesitz-orientiert, aber schneller und druckvoller in die Spitze. Die Gäste waren zu viel Defensivarbeit gezwungen und attackierten auffallend hoch. Wenn Schalke mal in Ballbesitz kam, war das Spielgerät meist schnell auch wieder weg. Aus ihrer Überlegenheit machte die Elf vom Niederrhein aber recht wenig.

Klopps enger Freund Wagner hatte vor dem Spiel bereits geunkt, dass die neue Borussen-Spielweise unter Rose wohl erst in "sechs oder sieben Monaten" richtig greifen werde. Tatsächlich tat sich der mit Spannung erwartete Gladbacher Angriff mit Alassane Plea und den Neuzugängen Marcus Thuram und Breel Embolo noch schwer.

Embolo, der vor der Saison nach drei Jahren auf Schalke für gut zehn Millionen Euro zur Borussia gewechselt war, stand gegen seinen Ex-Club gleich in der Startelf, blieb aber blass.

Die erste Großchance der Partie hatten überraschend die Schalker. Der 13-Millionen-Euro-Zugang aus Düsseldorf, Benito Raman, vergab indes nach Zuspiel von Guido Burgstaller freistehend kläglich (27.). Die Gelsenkirchener wurden zunehmend mutiger und insbesondere nach dem Wechsel offensiver, hatten aber einige spielerische Mängel.

Durch das mutigere Schalker Spiel bekam die Borussia nun mehr Räume, die sie aber nicht nutzte. Plea setzte den Ball bei der bis dahin größten Gladbacher Chance nur an den Außenpfosten (55.). Im Anschluss geschah auf dem Platz nur noch wenig.

Die Affäre um Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies war zumindest sichtbar kein Thema. Tönnies hatte vor zwei Wochen mit Aussagen über Afrikaner irritiert, die als rassistisch kritisiert wurden. Der 63 Jahre alte Fleischfabrikant hatte Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert und gefordert, man solle lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt und seine Aussagen später als "töricht" bezeichnet und sich entschuldigt.

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