Frauenfußball-WM kompakt : Deutschland gewinnt zweites WM-Spiel – "Schon jetzt erfolgreicher als die Männer"

Sara Däbritz (mit dem Gesicht zur Kamera) wird nach ihrem Treffer zum 1:0 von Alexandra Popp geherzt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Sara Däbritz (mit dem Gesicht zur Kamera) wird nach ihrem Treffer zum 1:0 von Alexandra Popp geherzt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Das DFB-Team wackelt gegen Spanien in der Abwehr, spielt aber auch im zweiten WM-Gruppenspiel zu null.

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12. Juni 2019, 19:56 Uhr

Valenciennes | Deutschland - Spanien 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Däbritz (42.)


Tabelle WM Gruppe B:

1. Deutschland 2 Spiele, 6 Punkte, 2:0 Tore
2. Spanien 2 Spiele, 3 Punkte, 3:2 Tore
3. China 1 Spiel, 0 Punkte, 0:1 Tore
4. Südafrika 1 Spiel, 0 Punkte, 1:3 Tore


Die deutschen Fußball-Frauen haben nach dem mühevollen zweiten Sieg bei der Weltmeisterschaft in Frankreich das Achtelfinale erreicht. Das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg bezwang am Mittwoch in Valenciennes die Mannschaft Spaniens mit 1:0 (1:0). Schützin des einzigen Treffers war Sara Däbritz in der 42. Minute.

Neben der verletzten Dzsenifer Marozsan fehlten im Vergleich zur ersten Partie gegen China auch Carolin Simon und Melanie Leupolz in der Startformation. Neu unter den ersten Elf waren Verena Schweers, Lena Goeßling und Lena Oberdorf. Die Spanierinnen bestimmten lange Zeit das Geschehen auf dem Rasen und hatten in der ersten halbe Stunde drei gute Gelegenheiten. Dabei war die deutsche Hintermannschaft nicht fehlerfrei.


Szene des Spiels I:

Nach 30 Minuten hätten die Spanierinnen locker in Führung liegen können. Gleich zwei Mal liefen die Ibererinnen alleine auf das deutsche Tor zu. Einmal rettete Doorsoun mit starkem Körpereinsatz, bei der anderen Chance für die Spanierinnen in der 14. Minute zeigte Torhüterin Almuth Schult ihr ganzes Können: Zunächst zögerte die Torfrau des VfL Wolfsburg beim Rauslaufen und ermöglichte es Nahikari Garcia praktisch, sich die Ecke auszusuchen. Doch dann tauchte Schult ab und gab dem Schuss der Angreiferin die entscheidende Richtungsänderung – der Ball ging knapp am Tor vorbei.

Almuth Schult (am Boden) parierte gegen Nahikari Garcia glänzend. Foto: imago images / HMB-Media
imago images / HMB-Media
Almuth Schult (am Boden) parierte gegen Nahikari Garcia glänzend. Foto: imago images / HMB-Media

Szene des Spiels II:

Obwohl die deutsche Mannschaft in der ersten Hälfte gegen die die Spanierinnen einige heikle Momente wie oben beschriebene zu überstehen hatte, schlug sie kurz vor der Pause eindrucksvoll zu: Svenja Huth wurde wunderbar über die rechte Seite geschickt. Ihre maßgeschneiderte Flanke landete an der Fünfmeterlinie auf dem Kopf von Alexandra Popp. Die Angreiferin wuchtete den Ball in Richtung spanisches Tor, zwang Keeperin Panos zu einer Glanzparade. Doch die Spanierin ließ den Ball seitlich abprallen. Während Sara Däbritz energisch nachsetzte, ließ sich die eigentlich besser zum Ball stehende Irene Paredes übertölpeln und so drückte Däbritz den Ball mit vollem Körpereinsatz und noch mehr Willen über die Linie.

Mit viel Willen und Körpereinsatz bugsierte Sara Däbritz (Nummer 13) den Ball über die Linie. Foto: imago images / HMB-Media
imago images / HMB-Media
Mit viel Willen und Körpereinsatz bugsierte Sara Däbritz (Nummer 13) den Ball über die Linie. Foto: imago images / HMB-Media


Stimmen des Abends:

Sara Däbritz (Torschützin für Deutschland): "Ich habe spekuliert, dass ich noch hinkomme und habe einfach gegrätscht. Das war heute absolutes Teamwork und harte Arbeit. Spanien hat den Ball klasse laufen lassen, wir haben schwer Zugriff gefunden. Nach unserem Tor haben wir uns ein wenig leichter getan. Das war ein absoluter Willenssieg. Unser Ziel ist, Gruppensieger zu werden. Das sieht jetzt gut aus."

Alexandra Popp (Kapitänin): "Wir sind heute nicht mit einem Schönheitspreis vom Platz gegangen, aber mit drei Punkten. Und das zählt."

Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin): "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, waren sehr nervös. Wir hatte ein bisschen Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Gott sei dank haben wir das Tor erzwungen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine großartige Energieleistung abgeliefert. Leider waren wir sehr nervös zu Beginn, daran müssen wir arbeiten. Aber jetzt in dieser Gruppe sechs Punkte zu haben, das ist eine gute Sache. Beim Tor hat man gesehen, dass Sara den Treffer unbedingt wollte. Wir wollten heute wacher und cleverer sein, das ist uns insgesamt gelungen."

Zahl des Abends: 62

Wenig schmeichelhaft sind die 108 Fehlpässe, die die junge deutsche Mannschaft in den 90 Minuten gegen die Spanierinnen produzierte. Bei angekommenen 177 Pässen ergibt sich daraus eine Passquote von 62 Prozent. Definitiv ein ausbaufähiger Wert. Immerhin passte die Zweikampfquote: 52 Prozent der Duelle gingen an das DFB-Team.

Tweets des Abends:

Angesichts des wackligen Beginns der deutschen Mannschaft waren einige Fans bei Twitter früh skeptisch:

Dieser User zog einen fiesen Vergleich:

Kann man so sehen:

Der SC Freiburg als Kaderschmiede:


Korrektes Fazit:



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