Gegen Özils FC Arsenal : Chelsea gewinnt Europa League in einem Finale der Peinlichkeiten

Nach 2013 gewann der FC Chelsea erneut die Europa League.
Nach 2013 gewann der FC Chelsea erneut die Europa League.

Auf dem Platz gab's Spektakel, aber die Geschehnisse abseits des Rasens geben zu denken.

svz.de von
29. Mai 2019, 22:50 Uhr

Baku | Europa-League-Finale in Baku – Ergebnis des Abends:

FC Chelsea - FC Arsenal 4:1 (0:0)

Tore: 1:0 Giroud (49.), 2:0 Pedro (60.), 3:0 Hazard (65./FE), 3:1 Iwobi (69.), 4:1 Hazard (72.)


Mesut Özil und der FC Arsenal haben den ersten Europacup-Sieg seit 25 Jahren und damit das versöhnliche Ende einer größtenteils verkorksten Saison verpasst. Ohne den aus politischen Gründen fehlenden Henrikh Mkhitaryan verloren die Gunners das erste stadtinterne Aufeinandertreffen der Europa-League-Geschichte gegen den FC Chelsea am Mittwoch mit 1:4 (0:0) und versäumten somit auch die nachträgliche Qualifikation für die Fußball-Champions-League.

Den Weg zum Erfolg der Blues im Olympiastadion von Baku ebnete Weltmeister Olivier Giroud mit dem Führungstreffer in der 49. Minute und einem herausgeholten Elfmeter. Nach den Toren des Spaniers Pedro (60.) und zweimal Eden Hazard (65./Foulelfmeter, 71.) war der fünfte Europacup-Sieg insgesamt und der zweite in der Europa League nach 2013 für Chelsea perfekt. Daran änderte auch das Gegentor des eingewechselten Alex Iwobi nichts (69.). Die Qualifikation für die Königsklasse hatte die Mannschaft von Trainer Maurizio Sarri, der von Juventus Turin umworben wird, ohnehin schon sicher.

Eden Hazard (l.) traf für Chelsea doppelt, auch Pedro Rodriguez erzielte einen Treffer. Foto: imago images / VI Images
imago images / VI Images
Eden Hazard (l.) traf für Chelsea doppelt, auch Pedro Rodriguez erzielte einen Treffer. Foto: imago images / VI Images


Peinlichkeiten des Abends:

Dass die UEFA sich für die aserbaidschanische Hauptstadt Baku als Austragungsort des Europa-League-Finales entschieden hat, sorgte bereits seit einiger Zeit für Ärger. Als Finalteilnehmer FC Arsenal dann aus politischen und sicherheitstechnischen Gründen auf seinen armenischen Offensivspieler Henrikh Mkhitaryan verzichten musste, führte das zu weiterem Unverständnis und zu Empörung bei zahlreichen Fußballfans in England und Europa. Während des Spiels war dann zu beobachten, dass die Ränge im 68.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion von Baku gar nicht voll besetzt waren – rund 10.000 Plätze blieben leer.

Den Gipfel der Peinlichkeit der UEFA entlarvte am Vorabend des Endspiels eine britische Journalistin, die ein Video aus dem leeren Stadion postete. Dabei ist deutlich zu hören, wie aus den Lautsprechern künstliche Stadionatmosphäre schallt. Offenbar probte der Verband für den Fall, dass die Stimmung auf den Rängen zu schlecht sein würde. Ob die Hilfsmittel tatsächlich auch angewendet wurden, ist unbekannt. Die Stimmung im nicht ausverkauften Rund war jedoch nicht typisch für ein Duell zwischen zwei englischen Mannschaften ...

Aufstellung des Abends:

Sieger FC Chelsea startete ohne einen einzigen englischen Spieler in dieses Europa-League-Finale. Zuletzt war in einem europäischen Endspiel Inter Mailand im Champions-League-Finale 2010 mit einer Startelf ohne Spieler aus dem eigenen Land angetreten – und hatte dieses mit 2:0 gegen den FC Bayern gewonnen.

Gegner FC Arsenal rettete die Ehre des englischen Fußballs gerade mal so: Mit Maitland-Niles hatten die Nord-Londoner gerade mal einen Spieler aus England in der Startelf.

Die Deutschen des Abends:

Der schwach spielende Ex-Nationalspieler Mesut Özil (30), der als einziger von vier Deutschen im Kader beider Clubs am Mittwoch zum Einsatz kam, wartet weiter auf den ersten internationalen Vereins-Titel. Der 2014er Mit-Weltmeister Shkodran Mustafi saß bei Arsenal ebenso auf der Bank wie Nationaltorhüter Bernd Leno. Petr Cech (37) hatte in seinem letzten Spiel der Karriere den Vorzug erhalten. Chelseas Antonio Rüdiger erlebte das Spiel nach einer Meniskus-Operation als Zuschauer, durfte aber nach dem Spiel mit seinen Kollegen feiern.

Zahl des Abends: 11

Mit seinem wunderbaren Flugkopfball zum 1:0 brachte Olivier Giroud nicht nur seine Mannschaft in Führung. Der Franzose erzielte zudem seinen elften Treffer in der laufenden Europa-League-Saison und setzte sich damit an die alleinige Spitze der Torjägerliste des Wettbewerbs – zum Leidwesen des Frankfurters Luka Jovic, der zehn Tore erzielte. Für Giroud war es zudem ein besonderer Treffer, da er selbst sechs Jahre lang für die "Gunners" aktiv war. Sein Torjubel fiel entsprechend zurückhaltend aus.

Olivier Giroud bejubelte seinen Treffer zurückhaltend. Foto: imago images / VI Images
imago images / VI Images
Olivier Giroud bejubelte seinen Treffer zurückhaltend. Foto: imago images / VI Images


Tweets des Abends:

Nicht nur der Austragungsort Baku sorgte bei manchen Fans auch am Spieltag des Finales noch für Kopfschütteln:

Kann man so sehen:

Ups:

Die ersten 30 Minuten des Spiels verliefen weitgehend ereignislos. Ein User erfreute sich daher am Hashtag des Spiels:

Und der deutsche Beitrag zum Finale? Mesut Özils Leistung ließ zu wünschen übrig, findet dieser User:



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