Zu viele Schwalben : "Nein. Danke!" Warum sich Robert Huth den "Clasico" nicht anschaut

Robert Huth machte sich in England einen Namen als kompromissloser Abwehrspieler.
Robert Huth machte sich in England einen Namen als kompromissloser Abwehrspieler.

Robert Huth kritisiert die große Theatralik im Profifußball und verteidigt seinen ehemaligen Coach Jose Mourinho.

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22. Oktober 2018, 16:29 Uhr

London | Der aktuell vereinslose deutsche Ex-Nationalspieler Robert Huth hat sich einem Interview mit der "Times" über die Theatralik im spanischen "Clasico" aufgeregt. Außerdem brach er eine Lanze für seinen gerade sehr in der Kritik stehenden Ex-Trainer Jose Mourinho.

"20 Typen, die den Schiedsrichter bedrängen"

Der 34-jährige in Berlin geborene Huth erklärte in dem Interview, warum er sich das Duell zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid nicht mehr antut: "Ich schaue mir Barca gegen Madrid überhaupt nicht mehr an. 20 Typen, die den Schiedsrichter bedrängen, einige halten sich ihre Gesichter. Nein, danke."

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Huth, der in England für seine sehr ruppige Spielweise den Spitznamen "The Berlin Wall" verpasst bekam, kritisierte besonders die Theatralik, die sich im Profi-Fußball immer mehr eingeschlichen hat. "Wir haben die vergangenen 15, 16 Jahre mit Ernährung und Fitnessarbeit verbracht, um Fußballer so stark zu machen, wie es geht. Wollen Sie mir erzählen, dass eine kleine Berührung ausreicht, um jemanden zu Fall zu bringen?"

Spieler, die mit Schwalben versuchen würden die Regeln zu "beugen", kann Huth sogar noch verstehen. "Aber so zu tun, als wäre man verletzt – das geht gegen jeden Sport-Gedanken." Als "beschämend" bezeichnet der langjährige Verteidiger des FC Chelsea Situationen, in denen sich Spieler ohne ersichtlichen Grund auf dem Boden wälzen. "Ich kann mir keinen anderen Sport vorstellen, wo das akzeptabel wäre."

Höhepunkte aus Huths Profikarriere

Huth lobt Mourinho: "Habe ihm alles abgekauft"

Nur lobende Worte hatte Huth für seinen früheren Coach Jose Mourinho übrig. Der Portugiese steht aktuell beim Rekordmeister Manchester United nach einem mäßigen Saisonstart unter Druck und muss um seinen Job bangen. "Du hast ihm zugehört, du hast gesehen, wie er die Champions League gewonnen hat, also hast du gedacht, 'Er weiß, was er macht'", erklärte Huth. "Zwei Jahre lang war dieses Team unglaublich. Seine Liebe zum Detail und seine Vorbereitung. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich habe ihm alles abgekauft, was auch immer Mourinho gesagt hat. Huth spielte von 2002 bis 2006 beim FC Chelsea und gewann mit den "Blues" unter Mourino 2005 und 2006 die Meisterschaft in der Premier League.

"Kante ist der beste Spieler der Welt"

Zum Schluss stand der deutsche Abwehr-Hüne bei Leicester City unter Vertrag. Er war auch Mitglied der Meister-Mannschaft von 2016. Damals hatte Leicester sensationell den Titel gewonnen. Es war die größte Sensation in der Premier League der jüngeren Geschichte. In dieser Zeit spielt er auch mit N'Golo Kante zusammen. Auf den französischen Weltmeister, der aktuell beim FC Chelsea spielt, hält Huth große Stücke. "Er ist der beste Spieler, mit dem ich zusammengespielt habe. Natürlich gibt es Hazard, Ronaldo und Messi, aber wenn es um den Einfluss auf das Spiel geht, ist Kante der Beste."

Der kleine Franzose und der Deutsche haben zusammen mit den Foxes in der Saison 2015/16 die Premier League gewonnen. "Schaut ihn Euch an. Er sieht die nächsten drei Pässe voraus. Er läuft ein paar Meter, beschleunigt dann und gewinnt den Ball dann in einer ganz anderen Position", begründet der 34-Jährige seine Entscheidung.

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