Frankfurt mit Sieg in Unterzahl : Europa League: Leipzig verliert RB-Duell – Leverkusen gewinnt knapp

Leipzigs Yussuf Poulsen (Mitte) traf zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Salzburg. Foto: dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild
Leipzigs Yussuf Poulsen (Mitte) traf zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Salzburg. Foto: dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

In der Europa League sind die deutschen Teams mit Schwierigkeiten gestartet – dennoch verbuchten zwei Clubs Siege.

von
20. September 2018, 22:58 Uhr

Marseille | Nach einer phasenweise erschreckenden schwachen Leistung hat RB Leipzig das brisante Duell gegen RB Salzburg zum Auftakt der Gruppenphase der Fußball-Europa League verloren. Die Sachsen unterlagen am Donnerstagabend dem RB-Team aus Österreich mit 2:3 (0:2). Munas Dabbur (20. Minute) und Amadou Haidara (22.) brachten die Gäste aus Österreich vor nur 24.057 Zuschauern zunächst mit 2:0 in Führung. Konrad Laimer (70.) und Yussuf Poulsen (82.) glichen zwar für die Leipziger aus, doch Fredrik Gulbrandsen (89.) besiegelte den späten Sieg der Salzburger.

Zunächst ausgeglichenes Spiel

Beide von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz unterstützten Clubs neutralisierten sich anfangs im Mittelfeld mit ihrem Pressing. Den ersten Torschuss hatten die Leipziger durch Kapitän Kevin Kampl (18.), ansonsten fand die Leipziger Offensive vor der Pause nicht statt. Der Bundesligist hatte zwar mehr Spielanteile, doch die vielen Fehlpässe, Unkonzentriertheiten und Missverständnisse im Spielaufbau luden die Gäste zum Kontern ein. Hinzu kamen Patzer in der Defensive. So spielte der erfahrene Ilsanker ohne Not einen Pass zurück zum Keeper. Der mitlaufende Upamecano spitzelte den Ball zu Mvogo, der glänzend reagierte. Den zurückspringenden Ball verwertete Dabbur per Kopf zur Führung. Zwei Minuten später wurde die Sachsen-Abwehr ausgespielt: Der von Leipzig umworbene Haidara musste nur zum 2:0 aus Nahdistanz einschieben.

In der Pause korrigierte Rangnick seine Mannschaft. Poulsen, Diego Demme und Nationalspieler Marcel Halstenberg, der neun Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Pflichtspieldebüt gab, kamen für Bruma, Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin. Leipzig drückte und kam noch zum Ausgleich. Doch dann wurden alle Hoffnungen doch noch zerstört.

Kraftakt für Leverkusen

Jung-Nationalspieler Kai Havertz hat Bayer Leverkusen mitten in der Krise einen Sieg der Moral gesichert. Der 19-Jährige war mit zwei Toren der überragende Mann beim 3:2 (1:2)-Sieg der Werkself zum Auftakt der Europa League am Donnerstag beim bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad. Havertz, der elf Tage zuvor sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gefeiert hatte, leitete nach dem frühen 0:2-Rückstand die Aufholjagd ein (38.) und erzielte nach dem Ausgleich von Neuzugang Isaac Kiese Thelin (64.) auch das Siegtor (69.). Mit dem Sieg gelang den Leverkusenern nach den drei Schlappen zum Bundesliga-Start der erhoffte Befreiungsschlag. Trotz einer auch zu Beginn engagierten Leistung schien sich die Bayer-Krise nach den Toren von Claudiu Keserü (8.) und Marcelinho (31.) zunächst zu verschärfen. Durch den letztendlich Sieg tankte Leverkusen aber kräftig Selbstvertrauen.

Bayer gerät früh in Rückstand

Doch erst einmal gab es lange Gesichter: Es dauerte gerade einmal acht Minuten, ehe Bayer schon wieder hinten lag. Mit einem Freistoß überwand Keserü den etwas unglücklich aussehenden Keeper Hrádecký, dessen Einsatz sich erst kurzfristig ergeben hatte. Nach einem leichtsinnigen Ballverlust von Kapitän Lars Bender ging es bei den Gastgebern ganz schnell: Wanderson legte schließlich den Ball mustergültig auf seinen Landsmann Marcelinho auf, der den Ball über die Linie bugsierte. Und Bayer? Die Leverkusener, die ihre Startelf auf vier Positionen veränderten, drängten zwar auf das Tor der Bulgaren. Zu echten Torchancen reichte es aber nur selten. Bei einem Schussversuch des neu ins Team gerückten Paulinho war im letzten Moment noch ein Bein der Gastgeber dazwischen (22.), ein Kopfball von Bender ging knapp vorbei (29.). Dazu setzte Havertz einen Schuss neben das Tor (33.). Besser machte es der Jung-Nationalspieler bei seinem Anschlusstor, als er mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern traf.

Auch zur Pause brachte Herrlich erst einmal Kevin Volland für Paulinho ins Spiel, um mehr Torgefahr zu entwickeln. Der Ex-Hoffenheimer hatte dabei Pech, als er eine scharfe Hereingabe von Wendell knapp verpasste (58.). Die Rheinländer warfen nun alles nach vorne. Und der Dauerdruck zahlte sich aus: Erst traf Kiese Thelin, nachdem Ludogorez-Torhüter Renan den Ball nur nach vorne abprallen ließ. Dann setzte erneut Havertz einen satten Schuss ins Tor.

Frankfurt feiert Sieg bei Marseille

Im ersten Spiel mit deutscher Beteiligung hatte Eintracht Frankfurt nach 1666 Tagen Pause ein Europa-Comeback nach Maß gefeiert und sensationell Vorjahresfinalist Olympique Marseille besiegt. Vor leeren Rängen bezwang der deutsche Pokalsieger zum Auftakt in die Europa League die Franzosen am Donnerstag mit 2:1 (0:1) und drehte damit einen Rückstand gegen den hohen Favoriten aus Marseille. Mittelfeldspieler Lucas Torro (52. Minute) mit einem Kopfball und Joker Luka Jovic (89.) mit einem satten Schuss sorgten für den unerwarteten Sieg der Eintracht, die sogar noch eine halbe Stunde in Unterzahl spielte.

Nach mehr als viereinhalb Jahren Europa-Pause war die Eintracht in Marseille schnell in Rückstand geraten, Lucas Ocampos (3.) schoss ein. In der letzten halben Stunde verteidigte die Eintracht zu zehnt das Remis beim klaren Favoriten, weil Jetro Willems wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Mit dem Sieg im Rücken können die Hessen nun zuversichtlich das erste Heimspiel in zwei Wochen gegen Lazio Rom angehen.

Geisterspiel für Marseille

Ohne Fans entwickelte sich ein Spiel, das eher einem Testspiel glich. Die Anweisungen der Teambetreuer waren sogar im Fernsehen gut zu verstehen. Die Frankfurter schienen aber nicht gut zugehört zu haben. Schon nach drei Minuten gerieten sie in Rückstand. Nach einer Hereingabe von Florian Thauvin traf Ocampos aus kurzer Entfernung. Wenn bei der Eintracht was ging, dann meist über die rechte Seite. So auch in der vierten Minute, als Willems an einer Flanke von Danny da Costa vorbeirutschte. Viel mehr ließ OM in den ersten 45 Minuten nicht zu.

Die Eintracht hatte gar Glück, dass die Franzosen zur Pause nicht höher führten. Einen Kopfball von Valere Germain fischte Kevin Trapp aus dem oberen Toreck (9.), der Keeper war auch bei einer weiteren Riesenchance von Germain zur Stelle (29.).

Gute zweite Hälfte für Eintracht

Zum zweiten Durchgang kamen die Frankfurter mir mehr Leidenschaft und Engagement aus der Kabine. Die Eintracht erarbeitete sich ein kleines Übergewicht und wurde sogleich belohnt. Nach eine Ecke von Jonathan de Guzman köpfte Torres zum Ausgleich ein. Schwerer wurde es nach der Gelb-Roten Karte für Willems. Die Eintracht wehrte sich aber nach Kräften und hatte durch den Ex-Hamburger Nicolai Müller bereits die Chance zur Führung, doch OM-Schlussmann Pele war zur Stelle (73.). Gegen Jovic' Schuss war er aber machtlos.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen