"Geisterspiele einzige Chance in der Zukunft" : Bundesliga-Saison vorerst auf Eis gelegt – auch 27. Spieltag wird ausgesetzt

Die Bundesliga wird auch am 27. Spieltag keine Partien austragen.
Die Bundesliga wird auch am 27. Spieltag keine Partien austragen.

Die DFL hat erklärt, dass der 27. Spieltag der Bundesliga ausgesetzt wird. Damit wird mindestens bis 2. April pausiert.

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16. März 2020, 15:09 Uhr

Frankfurt/Main | Die Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens zum 2. April. Das wurde während der Mitgliederversammlung der 36 in der Deutschen Fußball Liga organisierten Profi-Clubs am Montag in Frankfurt/Main beschlossen. "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir nicht davon ausgehen, ab dem 3. April wieder zu spielen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. In der Woche ab dem 30. März wollen sich die Vereine erneut abstimmen.

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Geisterspiele weiterhin realistisch

Geisterspiele seien "in naher Zukunft die einzige Chance", äußerte Seifert zudem. "Deshalb bitte ich um Verständnis und Unterstützung, dass wir darüber nachdenken müssen." Es gebe "keinen Zweifel, dass die Eindämmung des Coronavirus Vorrang vor allem hat".

"Alle Clubs haben den Anspruch, in irgendeiner Art und Weise - solange rechtlich möglich und gesundheitlich vertretbar - die Saison regulär zu Ende kommen zu lassen", sagte Seifert. Geisterspiele seien dafür ein Mittel zum Zweck: "Wenn jemand sagt, Geisterspiele kommen nicht infrage, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir mit 18 oder 20 Profi-Clubs spielen", sagte der 50 Jahre alte DFL-Geschäftsführer. "Denn dann wird es keine 20 Profi-Clubs mehr geben."

Am vergangenen Freitag hatte die DFL nach massiver Kritik und langem Hin und Her den eigentlich für das Wochenende geplanten 26. Spieltag abgesagt. Die Branchengrößen hatten das zögerliche Krisenmanagement im Anschluss auch mit finanziellen Zwängen begründet. Hintergrund sind Zahlungen aus dem milliardenschweren TV-Vertrag, die nur fällig werden, wenn auch tatsächlich gespielt wird.

"Geisterspiele sind die einzige Überlebenschanche für die Bundesliga. Es steht aber mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fußballspiele. Es geht um zehntausende Arbeitsplätze." DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte unlängst von der "größten Krise des deutschen Profi-Fußballs" gesprochen. Sollte die Saison wegen der Krise nicht beendet werden können, drohen Einnahmeverluste in Höhe von rund einer dreiviertel Milliarde Euro. Auch deshalb war längst über Solidarfonds innerhalb der Ligen diskutiert worden.

Von großer Bedeutung für den deutschen Fußball wird der Ausgang der UEFA-Konferenz am Dienstag sein. Die Europäische Fußball-Union berät über die Verlegung der Fußball-EM 2020 in den kommenden Winter oder den Sommer 2021. Sollte das Turnier aufgrund der Verbreitung von Sars-CoV-2 wie erwartet nicht wie ursprünglich geplant vom 12. Juni bis zum 12. Juli stattfinden, hätten die nationalen Ligen bis zum 30. Juni Zeit, ihre Saison abzuschließen.

Auch Frauen-Fußball-Ligen ausgesetzt

Im deutschen Frauenfußball sind die Partien der Ersten und Zweiten Bundesliga sowie die DFB-Pokalspiele vorerst bis zum 19. April ausgesetzt worden. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund am Montag mit. Heike Ullrich, DFB-Direktorin Verbände, Vereine und Ligen, nannte die Entscheidung "zum aktuellen Zeitpunkt alternativlos, weil es darum geht, die Gesundheit und das Leben von Menschen zu schützen".

Wie und wann der Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Pandemie wieder aufgenommen wird, ist laut DFB noch offen. Der Ausschuss-Vorsitzende der Frauenfußball-Bundesliga, Siggi Dietrich, hatte zuvor bereits dem "Kicker» gesagt, dass die Saison "sicherlich nicht wie geplant am 17. Mai zu Ende sein" werde.

In der Frauen-Bundesliga war der Spielbetrieb bislang nur bis zum 26. März ausgesetzt. Nun sind auch die nächsten beiden Liga-Spieltage, die Viertelfinal-Partien im DFB-Pokal am kommenden Wochenende und das anschließende Halbfinale erst einmal abgesagt.

Über die voraussichtliche Absage des EM-Qualifikationsspiels gegen Irland am 11. April in Münster entscheidet die UEFA am Dienstag.

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