Illegale Übertragung von Fußballspielen : EU schaltet sich ein: Piratensender in Riad im Fokus

Auch Bundesligaspiele werden beim Piratensender BeoutQ ausgestrahlt.
Auch Bundesligaspiele werden beim Piratensender BeoutQ ausgestrahlt.

Der Piratensender BeoutQ strahlt Partien der europäischen Spitzenspiele ohne Lizenzen aus – auch zum Ärger der DFL.

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05. Dezember 2018, 05:54 Uhr

Brüssel | Die Europäische Union fordert von Saudi-Arabien zügige Maßnahmen gegen den Piratensender BeoutQ, der illegal Spiele der Fußball-Topligen Europas überträgt. Wegen des Schutzes von Urheberrechten in Saudi-Arabien gebe es Sorgen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der EU-Kommission. Dazu zähle die unerlaubte Ausstrahlung europäischer Sportwettbewerbe über Satellit und Internet-Streaming. "Wir erwarten von Saudi-Arabien, schnell zu reagieren und seine Bemühungen gegen die Piraterie zu verstärken."

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BeoutQ zeigt Spiele unter anderem der Champions League, der Bundesliga und anderer nationaler Ligen, ohne dafür die Rechte zu besitzen. Diese liegen für die arabische Welt beim in Katar ansässigen Sender "beIN Sports" – dessen Inhalte BeoutQ übernimmt. Das Programm des Piratensenders wird nach Erkenntnissen von "beIN" Sports über den in Riad ansässigen Satelliten-Anbieter Arabsat ausgestrahlt.

Saudi-Arabien weist Vorwürfe zurück

Zahlreiche Hinweise legen den Schluss nahe, dass BeoutQ seinen Sitz in Saudi-Arabien hat. Die Deutsche Fußball Liga DFL spricht vom "saudi-arabischen Piratenangebot" BeoutQ. Der Sender sei in keiner Weise autorisiert, Bundesliga-Inhalte zu verbreiten, erklärte die DFL. Diese behält sich nach eigenen Angaben weitere Maßnahmen vor, "um ihre Rechte und die Rechte ihres Lizenznehmers beIN (Sports) zu schützen". Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück. Auf eine aktuelle Anfrage der dpa zu dem Fall reagierte die Regierung in Riad nicht.

System der Rechtevergabe bedroht?

Durch die Piraterie sieht "beIN Sports" das System der Rechtevergabe bedroht, ein Milliardengeschäft. Hinter dem Konflikt steckt der scharfe politische Streit zwischen Saudi-Arabien und Katar. Die Regierung des Königreichs und verbündete Staaten hatten im vergangenen Jahr eine Blockade über das Emirat verhängt. Sie werfen Katar Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zum Iran vor, der ein Erzfeind Saudi-Arabiens ist. Katar weist die Vorwürfe zurück. Das Emirat ist Ausrichter der nächsten Fußball-WM in vier Jahren.

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