Aufstand der Regionalligisten : Drittliga-Neustart Ende Mai: Basta-Ansage des DFB – Kritik der Clubs

Während die Bundesligen von Chef Christian Seifert ruhig durch die Krise moderiert werden, geht es in der 3. Liga zur Sache.
Während die Bundesligen von Chef Christian Seifert ruhig durch die Krise moderiert werden, geht es in der 3. Liga zur Sache.

Die Klubs der 3. Liga sind sich beim Neustart nicht einig. Die Kluft zwischen DFB und einigen Vereinen wird immer tiefer.

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10. Mai 2020, 16:22 Uhr

Leipzig | Der Deutsche Fußball-Bund plant unbeirrt den Neustart, Revoluzzer aus der Regionalliga schießen quer und ein Spieler sieht sich nur noch als Marionette: Die 3. Liga gleicht nach außen hin eher einem Tollhaus als einem Premiumprodukt aus dem Hause DFB. Dennoch: Am 26. Mai soll der Ball auch im Unterbau der Bundesligen wieder rollen – wenn die Politik zustimmt. So teilte es der Verband den Clubs in einem Schreiben mit, über das die "Sportschau" berichtet hatte.

Plan steht fest

"Da das von der Politik freigegebene Konzept vom ersten Tag an gemeinsam von DFL und DFB ausgearbeitet wurde und gleichermaßen für unsere Ligen und Wettbewerbe angewendet werden soll, sind wir optimistisch, zeitnah eine bundesweite Freigabe zu erhalten", heißt es in dem internen Papier. Ein Zeitplan wurde ebenfalls gleich mit auf den Weg gegeben. Die erste Coronavirus-Testreihe soll vom 10. bis 12. Mai durchgeführt werden, die zweite vom 12. bis 14. Mai. Spätestens am 15. Mai könne – mit Genehmigung der Politik – das erste Mannschaftstraining stattfinden. Elf Tage später würde die Saison weitergehen. Am Montag soll dieser Plan vom DFB-Präsidium verabschiedet werden.

Spiele an neutralen Orten?

Damit man aufgrund regionaler Unterschiede wirklich auf der sicheren Seite ist, hat man in Frankfurt offenbar auch neutrale Spielorte in Betracht gezogen. Der "Kicker" berichtet, dass der Drittliga-Ausschuss bei Präsidium und Vorstand des DFB einen entsprechenden Antrag einreichen will. Derzeit dürfen zum Beispiel der Hallesche FC und der 1. FC Magdeburg bis zum 27. Mai weder Mannschaftstraining noch Wettkämpfe bestreiten.

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Der Antrag sieht laut des Berichtes vor, dass Spielausschussleiter Manfred Schnieders einen neutralen Spielort festlegen kann. Das zwölfköpfige Gremium, dem unter anderem Magdeburgs Manager Mario Kallnik angehört, soll sich mit einer Gegenstimme auf den Schritt verständigt haben. Es soll zudem der Möglichkeit vorbeugen, dass eine Kommune wegen zu vieler Neuinfektionen die Corona-Restriktionen wieder verschärft und Stadien sperrt.

Spieler fühlen sich übergangen

Unterdessen gibt es vermehrt Kritik von Spielern am Verband. "Der DFB will unbedingt, dass es weitergeht. Die Spieler werden zu diesem Thema aber überhaupt nicht einbezogen. Wir sind nur Marionetten", sagte Sören Bertram vom 1. FC Magdeburg der "Volksstimme". Er habe Angst davor, sich bei einem Spiel anzustecken und den Kopf nicht frei, "weil wir nach einer Infektion für den Rest unseres Lebens Lungenprobleme haben könnten." Kürzlich hatte bereits Bertrams Teamkollege Timo Perthel einen Abbruch der Saison gefordert.

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Bertrams Chef, FCM-Manager Kallnik, betonte im "MDR" erneut die hohe finanzielle Belastung durch eine Fortsetzung der Liga. Der 45-Jährige bezifferte die Zusatzkosten für seinen Verein auf 740.000 Euro. Der südliche Rivale aus Halle nahm am Sonntag mehr oder weniger freiwillig das Training in Kleingruppen auf. Präsident Jens Rauschenbach sagte, man sehe sich aufgrund des Drucks durch den DFB dazu gezwungen, um den Wettbewerbsnachteil nicht noch größer werden zu lassen. Man habe dennoch weiterhin erhebliche Bedenken.

Die hat man auch in Zwickau, wo am Sonntag ebenfalls das Kleingruppentraining aufgenommen wurde. Am Montag sollen Corona-Tests auf freiwilliger Basis folgen. Ganz ohne Seitenhieb kam der Vorstand in seiner Mitteilung aber nicht aus: "Für den FSV Zwickau ist damit auch weiterhin die behördliche Anordnungslage und nicht etwa Drohungen von Verbandsfunktionären maßgeblich." Dennoch wolle der Verein "alles in seiner Macht stehende tun, um die Umsetzung des Hygienekonzeptes des DFB zu ermöglichen."

Regionalligisten wollen zweigleisig fahren

Und als hätten sie beim DFB nicht schon genug mit den 20 Drittligisten zu tun, kommt nun auch noch eine Alternativbewegung aus der Regionalliga hinzu. Mindestens 27 Viertligisten unterstützen einen Antrag auf eine zweigleisige 3. Liga. Dieser Antrag soll auf dem Außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai vom Saarländischen Fußball-Verband eingebracht werden. Ob der DFB den Antrag annimmt, ist noch offen. In der Vergangenheit hatten sich sowohl der Verband als auch die Drittligisten gegen eine Reform ausgesprochen.

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