Rote Karte für Juve-Star : Ronaldo weint, seine Schwester wütet und Emre Can äußert Macho-Spruch

Cristiano Ronaldo wälzte sich nach dem Erhalt der Roten Karte am Boden und fühlte sich offenbar von allen guten Geistern verlassen. Foto: Alberto Saiz/AP/dpa
Cristiano Ronaldo wälzte sich nach dem Erhalt der Roten Karte am Boden und fühlte sich offenbar von allen guten Geistern verlassen. Foto: Alberto Saiz/AP/dpa

Wie eine Zeitlupe beweist, war der Platzverweis für den Portugiesen beim Spiel in Valencia aber völlig gerechtfertigt.

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20. September 2018, 12:51 Uhr

Valencia | Es sollte der Auftakt für eine glorreiche Saison werden, doch dann zog Cristiano Ronaldo mit Tränen in den Augen vom Platz. Der Weltfußballer hat bei seinem ersten Champions-League-Einsatz für Juventus Turin vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych die Rote Karte erhalten. Im Spiel beim FC Valencia musste der mehrfache Weltfußballer am Mittwoch nach 29 Minuten wegen einer Tätlichkeit vom Platz – es ist die erste Rote Karte für Ronaldo in der Champions League. Trotz einstündiger Unterzahl setzte sich Juve mit 2:0 (1:0) durch.

Diese Szene führte zur Roten Karte für Cristiano Ronaldo

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Der Aufreger des Abends ereignete sich im Stadion Mestalla von Valencia. Nach einem Laufduell im gegnerischen Strafraum war Abwehrspieler Jeison Murillo durch einen Tritt Ronaldos zu Boden gegangen. Daraufhin griff Ronaldo ihm kurz in die Haare. Es kam zu einer Rudelbildung, der Münchner Unparteiische Brych entschied nach Rücksprache mit Torrichter Marco Fritz auf Rot für den Portugiesen – eine vertretbare Entscheidung.

Die Möglichkeit des Videobeweises gibt es in der Champions League nicht. Der Platzverweis könnte auch bedeuten, dass Ronaldo das Match gegen seinen ehemaligen Club Manchester United nächsten Monat verpasst.

Juve-Trainer Massimiliano Allegri kritisierte die Entscheidung. "Ich sage nur, dass in so einer Situation der Videobeweis helfen würde." Dann hätte man gesehen, dass es kein Platzverweis hätte sein dürfen, sagte er nach der Partie. Auch Ronaldos Teamkollege Leonardo Bonucci sah einen Fehler des Unparteiischen. "Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter gesehen hat", sagte er. Es habe sich um eine normale Auseinandersetzung gehalten, Ronaldo habe sich befreien wollen. Der deutsche Nationalspieler Emre Can sagte bei DAZN: "Das soll Rot sein? Wir sind doch keine Frauen, ehrlich."

Für den 43-jährigen Brych war es der erste große internationale Einsatz seit der enttäuschend verlaufenen WM in Russland, bei der er im Sommer nur ein Spiel gepfiffen hatte. Auf dem Weg in die Kabine kämpfte Ronaldo mit den Tränen und wurde von den Valencia-Fans verhöhnt. In einer kurzen Unterhaltung mit Valencia-Trainer Marcelino an der Seitenlinie wiederholte Ronaldo unter Tränen: "Ich habe nichts gemacht, ich habe nichts gemacht." Dem Spieler droht nun eine Sperre von bis zu drei Spielen.

Ronaldo-Schwester wütet auf Instagram

Auf Instagram wütete Ronaldos Schwester am späten Abend und setzte eine Reihe von Posts ab. "Die Schande des Fußballs, Gerechtigkeit wird kommen", schrieb Katia Aveiro auf Instagram. "Sie wollen meinen Bruder zerstören, aber Gott schläft nie, sie werden für diese Tränen bezahlen. Sie wollen dich versenken, aber sie werden es nicht schaffen", schrieb sie weiter.

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"Das Drama von CR7"

"Rot nach 29 Minuten. Er geht in Tränen", schrieb die "Gazzetta dello Sport" online, "Cristiano Ronaldo vom Platz verwiesen und in Tränen" die Turiner Zeitung "La Stampa". Es war der elfte Platzverweis seiner Karriere und der erste in 154 Spielen in der Königsklasse. Der fünfmalige Champions-League-Sieger war vor der Saison von Real Madrid zu Italiens Rekordmeister gewechselt. Am vergangenen Wochenende erzielte der 33-Jährige in der Serie A seine ersten beiden Tore.

"Das Drama von CR7", schrieb die spanische Sportzeitung "Marca" am Mittwochabend. "Cristiano geht weinend vor Machtlosigkeit", hieß es bei der spanischen Sportzeitung "AS". Juventus hat 1996 zuletzt die Königsklasse gewonnen. Mit Ronaldo sind die Hoffnungen groß, den Titel endlich wieder zu holen.

Nur sechs Minuten vor dem Platzverweis hatte Juve bereits den ersten Rückschlag hinnehmen müssen. Sami Khedira konnte wegen einer Verletzung am Oberschenkel nicht weiterspielen und wurde durch seinen Landsmann Emre Can ersetzt (23.). Die Treffer erzielte Miralem Pjanic (45./51. Minute) jeweils per Foulelfmeter. In der Nachspielzeit verschoss Valencias Kapitän Daniel Parejo einen Elfmeter (90.+6).

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