Rassismusvorwürfe : Coronavirus: RB Leipzig verweist Japaner aus Stadion – und spricht von "Fehler"

Brisant: Vor dem Anpfiff plädierten die RB-Fans noch für Toleranz und Liebe.
Brisant: Vor dem Anpfiff plädierten die RB-Fans noch für Toleranz und Liebe.

Der Sicherheitsdienst sei angehalten gewesen, "Personengruppen aus potentiellen Risikogebieten zu kontrollieren".

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02. März 2020, 15:55 Uhr

Leipzig | Aus Panik vor dem neuartigen Coronavirus hat der Sicherheitsdienst des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig eine Gruppe Japaner des Stadions verwiesen. Gut zehn Minuten nach Beginn des Spiels gegen Bayer Leverkusen am Sonntag sei die Gruppe von etwa zehn Ordnern des Stadions verwiesen worden. Dabei soll ihnen erklärt worden sein, dass dies aus Sorge vor dem Virus geschehe. Den Japanern wurde zugesagt, dass das Geld für die Tickets zu einem späteren Zeitpunkt erstattet werde. Das teilten Personen aus der Gruppe am Montag via Twitter mit:

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Der Club bestätigte den Vorfall am Montagnachmittag und entschuldigte sich. Der Sicherheitsdienst sei angehalten gewesen, Personengruppen aus potenziellen Risikogebieten gemäß den Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts verstärkt zu kontrollieren. "Leider ist hier im konkreten Fall im Zuge der großen Verunsicherung, die aktuell auch bei uns um dieses Thema besteht, in der Auslegung gegenüber unseren japanischen Gästen ein Fehler unterlaufen. Für diesen Fehler möchten und müssen wir uns an dieser Stelle entschuldigen", teilte RB mit. Man habe bereits versucht, die betroffenen Personen zu kontaktieren und sie zum nächsten Heimspiel einzuladen.

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Unter der Mitteilung von RB Leipzig häufen sich indes Rassismusvorwürfe. "Witzig wie ihr Rassismus schreib, bitte dies auch so benennen" schreibt unter anderem Nutzerin "Caro":

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In kürzester Zeit kommentierten über 100 Twitter-Nutzer die Mitteilung von RB Leipzig. Dabei wird auch die Wortwahl, es hätte sich um einen "Fehler" gehandelt, scharf kritisiert. "Diesen sogenannten Fehler nennt man gemein hin auch Diskriminierung oder Rassismus" und "Das ist kein Fehler, sondern Rassismus" sind nur zwei von etlichen Kommentaren.

"Love, Peace and Rasenball"

Vor dem Spiel gegen Leverkusen hatte es im RB-Fanblock noch eine große Choreographie gegeben. Unter dem Motto "Love, Peace and Rasenball" stellte man sich öffentlich gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung. Auch Vorstandschef Oliver Mintzlaff hatte das vor dem Spiel betont.

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