Stimmen zur Champions-League-Auslosung : BVB gegen Tuchel, Bayern will Revanche für das "Finale dahoam"

Nach Tottenham in der Gruppenphase empfängt Serge Gnabry (Mitte) mit Bayern München im Champions-League-Achtelfinale erneut ein Team aus London.
Nach Tottenham in der Gruppenphase empfängt Serge Gnabry (Mitte) mit Bayern München im Champions-League-Achtelfinale erneut ein Team aus London.

In der Champions League treffen die deutschen Clubs auf attraktive Gegner. Der BVB freut sich auf einen Ex-Coach.

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16. Dezember 2019, 14:51 Uhr

Nyon | Für Borussia Dortmund gibt es ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Thomas Tuchel, der FC Bayern trifft siebeneinhalb Jahre nach dem verlorenen "Finale dahoam" wieder auf den FC Chelsea. Die Achtelfinal-Auslosung der Champions League am Montag in Nyon hat den deutschen Clubs brisante Duelle beschert. Insbesondere das Aufeinandertreffen zwischen Dortmund und Paris Saint-Germain ist pikant, hatte Tuchel den BVB doch einst im Unfrieden verlassen. In einem weiteren deutsch-englischen Duell bekommt es RB Leipzig mit Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur zu tun.


Bayern und Leipzig mit Heimrecht im Rückspiel

Die Bayern und Leipzig haben dabei im entscheidenden Rückspiel Heimrecht, der BVB beginnt als Gruppenzweiter mit einem Heimspiel. Titelverteidiger FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp spielt gegen Atlético Madrid. Spannung verspricht auch das Aufeinandertreffen zwischen Rekordsieger Real Madrid und dem englischen Fußball-Meister Manchester City.

Die Auslosung zum Nachlesen

Für die deutschen Clubs geht es in den Achtelfinal-Spielen, die zwischen dem 18. Februar und dem 18. März ausgetragen werden, auch um Wiedergutmachung für die vergangene Saison. Damals waren die Bayern, der BVB und Schalke allesamt gegen englische Clubs in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden. Nun geht es immerhin in zwei Duellen gegen Clubs von der Insel.

Bayern mit schmerzlicher Niederlage gegen Chelsea

Die Bayern dürften Chelsea dabei in unschöner Erinnerung haben. 2012 hatte der Londoner Club den deutschen Rekordmeister im Finale in München im Elfmeterschießen besiegt. Chelsea-Kapitän war damals Frank Lampard, der heute auf der Trainerbank bei den Blues sitzt. Chelsea hat aber längst an Klasse eingebüßt, in der Premier League liegt der Club 20 Punkte hinter Liverpool auf Platz vier.


Die Bayern hatten in der Gruppenphase mit sechs Siegen in sechs Spielen, darunter zwei Erfolgen gegen Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur, einen Rekord aufgestellt. Das große Ziel ist diesmal das Finale am 30. Mai in Istanbul. Seit dem deutschen Finale 2013 gegen den BVB hat kein Bundesligist mehr das Endspiel erreicht.

Dortmund trifft auf Neymar, Mbappe und Co

Für Dortmund gilt es auf dem Weg dorthin, den französischen Meister PSG auszuschalten. Aktuell liegt der Club mit den Stars Kylian Mbappé und Neymar wieder unangefochten an der Spitze der französischen Liga. Trainiert wird das Starensemble von Tuchel, der den BVB nach dem Cupsieg 2017 mit einigen Nebengeräuschen verlassen hatte. Der BVB hatte erst am letzten Gruppenspieltag das Weiterkommen vor Inter Mailand noch geschafft und dabei Schützenhilfe vom FC Barcelona erhalten.


Für Leipzig ist das Achtelfinale Neuland, die Sachsen waren bei ihrer ersten Teilnahme vor zwei Jahren noch in der Gruppenphase gescheitert. Nun kommt es auch zum Trainerduell zwischen Julian Nagelsmann und José Mourinho.

Diesmal sind die großen Ligen unter sich. Erstmals findet das Achtelfinale der Königsklasse nur mit Beteiligung aus den Top-5-Ligen Europas statt. Spanien und England sind mit vier Vereinen vertreten, Deutschland und Italien mit drei. Frankreich stellt zwei Vereine ab.


Stimmen zur Auslosung

Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig: "Das ist ein sehr schönes und spannendes Los für uns. Sie haben einen Weltklasse-Trainer und ein Weltklasse-Team, nicht nur in der Offensive. Wir sind sehr zufrieden. Es hätte ein wenig leichter sein können, aber wir freuen uns drauf. Chancenlos sind wir auf keinen Fall. Wir sind in der Lage, zwei Top-Leistungen abzurufen. Tolles Los, große Vorfreude."

RB-Sportdirektor Markus Krösche bei Sky: "Es war klar, dass wir einen großen Verein bekommen. Das ist eine schwierige Aufgabe, aber wir werden alles tun, da zu gewinnen und weiterzukommen. Es ist ein attraktiver Gegner, gar keine Frage."

Sportdirektor Hasan Salihamidzic von Bayern München: "Klar, mit der Mannschaft, die wir haben, stellen wir uns der Aufgabe. Wir wollen absolut ins Viertelfinale kommen. Ich glaube, das ist ein Gegner, der schwierig ist, aber wir wollen natürlich weiterkommen."

Bayern-Kapitän Manuel Neuer: "Wir freuen uns auf London, wir haben dort schon gute Erfahrungen gemacht. Das ist eine gefährliche Mannschaft. Wir müssen sie ernst nehmen und zweimal mit einer hochkonzentrierten Leistung in die Spiele gehen. Wir waren sehr gespannt und sind glücklich, gegen eine attraktive und gute Mannschaft spielen zu dürfen. Ich denke, dass wir mit gesundem Selbstvertrauen in die Spiele gehen können. Wir haben eine klasse Gruppenphase gespielt, haben auch dominant die Gruppe angeführt und Erfahrungen mit einer englischen Mannschaft gemacht, mit Tottenham. Die Jungs auf der Insel wissen, dass wir da sind. Die Mannschaften in Europa haben Respekt vor uns, das merkt man, wenn man international unterwegs ist. In der Bundesliga haben wir noch ein bisschen was gut zu machen. International sind wir in Topform, das haben wir auch gezeigt."

Bayern Trainer Hansi Flick: "Im Achtelfinale gibt es keine leichten Gegner. Klar ist es unser Ziel, dass wir das Viertelfinale erreichen. Wir müssen konzentriert an die Sache herangehen. Ich mache mir aber definitiv noch keine Gedanken über Spieler bei Chelsea. Das Spiel am Mittwoch gegen Freiburg geht mir aktuell im Kopf herum."

Bayern-Spieler Serge Gnabry: "Das ist ein gutes Los, das werden gute Spiele. Im Stadion von Chelsea herrscht eine gute Atmosphäre. Wir freuen uns darauf. Durch meine Historie bei Arsenal ist es immer etwas Besonderes, auf eine Mannschaft aus London zu treffen."

Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund: "Für uns ist es ein richtiges Knallerlos. Aber ich sehe uns nicht chancenlos. Wir spielen nicht gegen Thomas Tuchel, sondern gegen Paris Saint-Germain. Aber wir werden ihn freundlich begrüßen."

Dortmund Trainer Lucien Favre: "Alle möglichen Gegner wären sehr schwer gewesen, auch Valencia, die ich gestern gegen Real Madrid gesehen habe. Paris hat mit Neymar, Mbappé und Co. natürlich fantastische Spieler. Wir haben bis Februar viel Zeit, uns zu freuen und vorzubereiten."

Carsten Cramer (Marketing-Chef Borusssia Dortmund): "Leicht gibt es nicht im Achtelfinale. Paris ist ein attraktives Los. So oft haben wir ja noch nicht gegeneinander gespielt. Wir beklagen uns nicht über das Los und sehen es als eine Chance für Borussia Dortmund."

BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl: "Ein ganz spannendes Los. Das werden enge Partien gegen den Dauermeister aus Frankreich mit seinen Superstars um Neymar und Mbappe. Wir freuen uns drauf - die Chance weiter zu kommen ist da, wir werden alles versuchen sie zu nutzen."

Spieltermine: Champions-League-Achtelfinale

Dienstag, 18. Februar 2020

Borussia Dortmund - Paris St. Germain

Atletico Madrid - FC LIverpool

(Rückspiele am Mittwoch, 11. März 2020)

Mittwoch, 19. Februar 2020

Atalanta Bergamo - FC Valencia

Tottenham Hotspurs - RB Leipzig

(Rückspiele am 10. März 2020)

Dienstag, 25. Februar 2020

Chelsea FC - Bayern München

SSC Neapel - FC Barcelona

(Rückspiele am 18. März 2020)

Mittwoch, 26. Februar 2020

Real Madrid - Manchester City

Olympique Lyon - Juventus Turin

(Rückspiele am 17. März 2020)

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