Fußball in Corona-Zeiten : Bundesliga und 2. Liga pausieren länger – Sky und Co. zahlen trotzdem TV-Gelder

Die Deutsche Fußball Liga hat sich mit 'fast allen' Medienpartnern auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt.
Die Deutsche Fußball Liga hat sich mit "fast allen" Medienpartnern auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt.

Der Fußball rollt weiterhin nicht: Der Spielbetrieb der Bundesliga und 2. Liga bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt.

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23. April 2020, 15:14 Uhr

Frankfurt | Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Die 36 Profi-Clubs seien aber "bereit", sobald die Politik den Termin für den Neustart festlege, sagte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga, am Donnerstag nach der Mitgliederversammlung. Selbst ein Datum festzulegen, "wäre anmaßend, gehört sich auch nicht und liegt nicht an uns". Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April – dann könnte eine Entscheidung fallen.

"Wir haben es nicht in der Hand, ob wir überhaupt spielen. Und wenn ja, wann", sagte Seifert. "Wir haben nur in der Hand, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir haben mehrere Spielplanoptionen." Das erste Mai-Wochenende sei "nicht realistisch". Sollte die Politik beschließen, dass es am 9. Mai weitergehen könnte, "dann werden wir am 9. Mai bereit sein".

Die beiden höchsten Spielklassen pausieren bereits seit Mitte März. Die Diskussionen über den Neustart hatten in dieser Woche Fahrt aufgenommen, nachdem die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern/CSU) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen/CDU) öffentlichkeitswirksam den 9. Mai als möglichen Termin ins Spiel gebracht hatten. Bis zur Nacht auf den 4. Mai gelten in Deutschland noch strikte Kontaktbeschränkungen.

TV-Gelder fließen

Darüberhinaus hat sich die Deutsche Fußball Liga mit "fast allen" Medienpartnern auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt. "Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt", sagte DFL-Chef Christian Seifert am Donnerstag nach der Mitgliederversammlung. "Mit einer Ausnahme wurden mit allen Partnern Einigungen erzielt. Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: "Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung."

Dank an Sky

Ein "besonderer Dank" gelte dem größten Medienpartner, dem Pay-TV-Sender Sky. Große TV-Partner sind zudem ARD und ZDF sowie Eurosport, der die Rechte an den Internet-Streamingdienst DAZN sublizenziert hat. Es ging um die Zahlung der vierten und letzten Rate der Fernsehgelder, Medienberichten zufolge rund 300 Millionen Euro. Die DFL will die wegen der Corona-Pandemie ausgesetzte Saison bestenfalls bis zum 30. Juni abschließen. Für den Neustart muss die Politik zustimmen.

DFL unterstützt 3. Liga und Frauen-Bundesliga

Die Deutsche Fußball Liga will in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie die 3. Liga und die Bundesliga der Frauen finanziell unterstützen. DFL-Geschäftsführer Seifert bestätigte nach der Mitgliederversammlung eine Zahlung von 7,5 Millionen Euro. "Diese Unterstützungszahlung ist an keine weitere Bedingung geknüpft. Das Präsidium dankt den Champions-League-Clubs für die Initiative zur Bereitstellung des Solidarfonds", sagte Seifert.

Die vier Spitzenclubs FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen haben zu Beginn der Krise 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um bedrohten Clubs zu helfen. Die 3. Liga ist unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes organisiert und finanziell hart von der Corona-Krise getroffen. Unter den Clubs gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Saison fortgesetzt werden soll. Befürchtet wird eine Flut von Insolvenzen.

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