Carsten Schmidt : Bayern-Dominanz in der Bundesliga: Sky-Chef zeigt sich "enttäuscht"

Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt hätte gerne mehr Spannung im Meisterschaftskampf der Bundesliga. Foto: imago/Norbert Schmidt
Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt hätte gerne mehr Spannung im Meisterschaftskampf der Bundesliga. Foto: imago/Norbert Schmidt

Der Vorstandsvorsitzende von Sky-Deutschland hat eine Idee, wie für mehr Chancengleichheit gesorgt werden könnte.

von
18. September 2018, 09:57 Uhr

Unterföhring | Für Bundesliga-Fans stellte der Beginn der Saison 2017/2018 eine Zäsur dar: Seit Sommer vergangenen Jahres zeigt Pay-TV-Sender Sky nicht mehr exklusiv alle 306 Spiele der Fußball-Bundesliga. Da das Bundeskartellamt bei der Rechteausschreibung 2017 eine sogenannte "No Single Buyer Rule" für Live-Rechte eingeführt hat, durfte das gesamte TV-Rechtepaket fortan nicht mehr an einen einzigen Anbieter vergeben werden.

Champions League im TV kompliziert und teuer: Wer zeigt was?

Seither überträgt Europsport alle Freitags- und auch vereinzelte Sonntags- und auch Montagsspiele der Bundesliga – für den TV-Zuschauer ist das noch immer gewöhnungsbedürftig. "Das ist aus unserer Sicht nicht der richtige Schritt für die Konsumenten. Es war natürlich nicht in unserem Interesse, dass Sky-Zuschauer das Freitagsspiel jetzt nicht mehr bei uns verfolgen können", sagte Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt jetzt in einem Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

"Wir sind enttäuscht"

Zwar überträgt der Sender aus dem Münchner Vorort Unterföhring nach wie vor einen Großteil aller Bundesligaspiele, leidet allerdings wie viele Fans auch an der fehlenden Spannung im Meisterschaftsrennen: Der FC Bayern dominiert seit Jahren die Liga und wurde seit 2013 stets mit mindestens zehn Punkten Deutscher Meister – für Carsten Schmidt eine unbefriedigende Situation: "Wir sind enttäuscht vom Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft in den letzten fünf Jahren. Wer deutscher Meister wird, war sehr früh klar. So, wie es jetzt ist, ist es für die Fans bestimmt nicht optimal. Da hilft auch der intensive Wettbewerb um die Plätze zwei bis 18 nicht."

Weniger Geld für den FC Bayern und Co.?

Um die Langeweile einzudämmen und die Chancengleichheit in der Bundesliga wieder zu erhöhen, appelliert Schmidt an die Deutsche Fußball Liga, sich etwas einfallen zu lassen. Schmidt selbst hätte da eine Idee: "In einer perfekten Welt würde ich sagen, dass die Champions-League-Teilnehmer, die sowieso schon sehr stark von europäischen TV-Geldern profitieren, vielleicht im Bundesliga-Verteilungsschlüssel nicht ganz so stark berücksichtigt werden müssten." Das hätte dann zur Folge, dass Vereine wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund, zuletzt Dauergast in der Champions League, aus dem nationalen TV-Topf weniger Geld ausgeschüttet bekämen. Stattdessen könnten sich andere Vereine wirtschaftlich besser aufstellen und damit möglicherweise die Konkurrenzsituation in der Bundesliga verbessern. Über derlei Gedankenspiele in der DFL-Zentrale in Frankfurt ist allerdings noch nichts bekannt.

Trotz der "No Single Buyer Rule" kündigt Schmidt an, dass Sky sich auch bei der nächsten Ausschreibung im Jahr 2021 wieder um die Übertragungsrechte der Bundesliga bemühen wird. "Die Marke Sky soll Marktführer im Fußball bleiben."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen