Analyse nach dem Topspiel : Warum der BVB in der Bundesliga aktuell das Maß aller Dinge ist

Einer gegen Vier: Marco Reus (Mitte) ist aktuell in bestechender Form und der Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels.
Einer gegen Vier: Marco Reus (Mitte) ist aktuell in bestechender Form und der Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels.

Borussia Dortmund thront an der Spitze der Bundesliga. Kann die Favre-Elf in dieser Saison Meister werden? Eine Analyse.

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12. November 2018, 15:47 Uhr

Hamburg | Nach einem Drittel der Saison steht Borussia Dortmund an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Lucien Favre ist nach elf Spieltagen immer noch unbesiegt und setzte ein deutliches Ausrufezeichen mit dem 3:2-Heimerfolg am vergangenen Samstag gegen den amtierenden Meister und Platzhirschen Bayern München. Mit bereits sieben Punkten Vorsprung auf die Bayern (Platz 5) und vier auf den Zweiten Borussia Mönchengladbach kommt der BVB um die Favoritenrolle auf den Titel nicht mehr herum.

Neue Situation: Vom Jäger zum Gejagten

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Dortmunder in dieser Saison nach 2012 zum ersten Mal wieder Meister werden, beträgt immerhin schon 67 Prozent – denn von den zwölf Tabellenführern, die in der Bundesliga-Historie nach elf Spieltagen 27 oder mehr Punkte auf dem Konto hatten, holten acht den Titel. Dennoch hält BVB-Kapitän Marco Reus den Ball flach. "Es ist immer gut, ein Polster zu haben. Aber d

ie Bayern sind auf lange Sicht einfach stark. Jetzt darüber zu sprechen, Meister zu werden, wäre zu früh." Vom Jäger zum Gejagten, mit dieser Tatsache müssen die Westfalen in den kommenden Partien erst einmal umgehen. Derzeit deutet aber nichts daraufhin, dass das Favre-Team einbricht. Selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß schätzt die Lage realistisch ein: "An Dortmund als Titelfavorit kommt jetzt keiner vorbei."

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Großer Kader – Hohe Geschwindigkeit

Um die aktuelle Überlegenheit des BVB zu verdeutlichen, reicht ein vergleichender Blick auf die Reservebänke der Dortmunder und der Bayern am vergangenen Samstag: Während die Schwarz-Gelben mit Paco Alcacer, Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney richtig nachlegen konnten, wechselte Bayern-Coach Kovac die nicht gerade formstarken Renato Sanches und Sandro Wagner ein. Ein Christian Pulisic kam beim BVB, genauso wie Raphael Guerreiro nicht mal zum Einsatz.

Neben dem sehr ausgeglichenen und relativ großen Kader sticht aktuell bei den Dortmundern Kapitän Marco Reus noch einmal heraus. Der zweimalige Torschütze steht stellvertretend für den Aufstieg der Dortmunder unter der Regie von Favre. Nach zahlreichen gesundheitlichen Problemen und Rückschlägen in der Vergangenheit spielt Reus unter seinem Lieblingstrainer in bestechender Form. "Beim BVB erleben wir einen Marco Reus in Superform, den besten Reus, den wir je gesehen haben", urteilte der ehemalige BVB-Coach Ottmar Hitzfeld bereits vor der Partie im Fachmagazin "Kicker".

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Ein großes BVB-Plus in dieser Saison ist zudem die unglaubliche Variabilität, vor allem im Offensivspiel. Egal, wen Favre aufbietet, es wird in Höchstgeschwindigkeit kombiniert. Mit Glücksgriff Paco Alcacer hat der BVB auch noch einen absoluten Knipser im Team.

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Sollten die Westfalen den derzeitigen Torschnitt halten können, knacken sie am Ende der Saison die 100-Tore-Marke. Alle Teams mit 94 oder mehr Treffern wurden am Ende auch Deutscher Meister.

Die Moral stimmt

Auch die Moral der Mannschaft ist intakt. Am Samstag gegen den Rekordmeister lagen die Borussen zweimal zurück und drehte die Partie noch. Im Heimspiel gegen den FC Augsburg erzielte Alcacer den 3:2-Siegtreffer erst ganz spät in der Nachspielzeit. Jedes ungeschlagene Spiel gibt dem Team noch mehr Selbstvertrauen.

Übrigens: Bayern München hat noch nie einen Sieben-Punkte-Rückstand aufgeholt, aber vielleicht sind in diesem Jahr auch nicht die Münchner der große Konkurrent. Mit Mönchengladbach, Leipzig und den aktuell bärenstarken Frankfurtern stehen noch drei Teams zwischen den beiden eigentlichen Meisterschaftsfavoriten.

Abschreiben sollte man die Bayern jedoch nicht, das weiß auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (59): "Die Bayern werden nicht schwächeln, die Mannschaft hat gezeigt, dass sie komplett funktioniert. Mit Bayern München musst du bis zum letzten Spieltag rechnen.“ Und Uli Hoeneß, wäre nicht Hoeneß wenn er nicht noch einen Kampfansage bereit hätte: "Wir werden die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag spannend halten."

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