Auf der Mitgliederversammlung : BVB-Boss Watzke mit fieser Stichelei gegen den FC Bayern

Hans-Joachim Watzke bei der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund.
Hans-Joachim Watzke bei der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund.

Auf der Mitgliederversammlung kann sich der Geschäftsführer einen Seitenhieb auf den Rekordmeister nicht verkneifen.

svz.de von
25. November 2018, 19:11 Uhr

Dortmund | Noch vor einem Jahr gab es laute Pfiffe, diesmal tosenden Applaus. Nur selten wurden die Dortmunder Profis bei einer Mitgliederversammlung des Revierclubs so stürmisch begrüßt. Als das von Kapitän Marco Reus angeführte Team um 12.22 Uhr die Westfalenhalle 3 betrat, reagierten die 1119 anwesenden Mitglieder mit minutenlangen Ovationen. Das sportliche Hoch hat dem noch im vergangenen November wankenden BVB einen deutlichen Stimmungsumschwung beschert. "Ich sehe nur glückliche Gesichter", kommentierte BVB-Präsident Reinhard Rauball: "Die Mannschaft hat sich wieder in die Herzen aller Borussen gespielt."

Spektakulärer 12. Spieltag: Alcácer knipst weiter

Wer erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte nach zwölf Spieltagen noch ungeschlagen ist, hat beim jährlichen Rapport vor den Mitgliedern leichtes Spiel. "Es ist eine tolle Momentaufnahme, Tabellenführer in der Bundesliga und der Champions League zu sein", sagte Hans-Joachim Watzke einen Tag nach dem hart erkämpften 2:1-Erfolg in Mainz. "Wir haben eine Mannschaft, bei der du spürst, dass da wieder ein besonderer Geist ist."

Watzke warnt vor Nachlässigkeit

Doch bei aller Euphorie richtete der Geschäftsführer auch einen Appell an die Profis: "Jeder einzelne muss dafür sorgen, dass wir auf scharf geschaltet bleiben, dass wir nicht in schleichende Nachlässigkeit geraten. Gelingt uns das, glaube ich, dass wir für die nächsten Jahre ein tolles Gerüst haben." Besonders viel Lob der Vereinsführung und viel Beifall der Mitglieder gab es für die Arbeit von Trainer Lucien Favre, der den BVB seit seinem Amtsantritt in diesem Sommer zu neuem Leben erweckt hat. "Wir haben großes Vertrauen in Dich. Es tut richtig gut, mit Dir zu arbeiten", schwärmte Watzke.

BVB steigert Gewinn auf 28,5 Millionen Euro

Angeblichen Plänen über eine europäische Super League mit den führenden kontinentalen Clubs erteilte Watzke eine deutliche Absage: "Die Bundesliga ist ein Stück Kulturgut, sie gehört zur DNA von Borussia Dortmund. Sollte es solche Pläne geben, muss ich sie mir in meiner Position anhören. Aber ich will sie überhaupt nicht." Die bereits seit August bekannten Geschäftszahlen aus dem Jahr 2017/18 passten ins positive Bild. Der Gewinn des einzigen deutschen börsennotierten Fußballclubs stieg um 8,2 auf 28,5 Millionen Euro. Beim Umsatz gab es einen Sprung um 130,3 auf 536 Millionen Euro. 222 Millionen Euro dieser Summe entfielen allein auf Transfer-Erlöse - angetrieben von den millionenschweren Abgängen von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona und Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal.

Hakimi soll fest verpflichtet werden

Jetzt will sich der BVB um eine feste Verpflichtung von Achraf Hakimi bemühen. Demnach soll der von Real Madrid bis 2020 ausgeliehene 20 Jahre alte Abwehrspieler länger an den Tabellenführer gebunden werden. "Mit dir werden wir das Gleiche versuchen wie bei Paco", sagte Watzke. Mit dem bisher vom FC Barcelona nur ausgeliehenen Torjäger Alcácer hatte sich der BVB vor wenigen Tagen auf einen Vertrag bis 2023 geeinigt. Das wurde durch eine zuvor fixierte Kaufoption möglich. Eine ähnliche Möglichkeit kann der Revierclub beim marokkanischen Nationalspieler Hakimi jedoch nicht nutzen.

"Da kriege ich Brechreiz"

Einen Seitenhieb gegen den derzeit schwächelnden Rivalen in der Bundesliga, den FC Bayern, konnte sich Watzke in seiner 28 Minuten dauernden Rede nicht verkneifen. Als es um die Vereinsfarben Schwarz und Gelb ging, sagte Watzke: "Ich bin sehr stolz darauf, dass der BVB auch auswärts immer noch in Schwarz-Gelb spielt." Wenn er dagegen die "Horror-Farben" sehe, mit denen anderen Teams auswärts aufliefen, würde es ihn "schütteln. Wenn ich mir vorstelle, Borussia Dortmund würde mal in Mint oder so auflaufen – da kriege ich Brechreiz!", sagte Watzke wenig schmeichelhaft, und meinte damit den FC Bayern, zu dessen Auswärtskollektion in dieser Saison auch ein mintfarbenes Trikot gehört.

BVB-Boss Watzke gefallen die mintfarbenen Auswärtstrikots des FC Bayern offenbar nicht. Foto: imago/Revierfoto
imago/Revierfoto
BVB-Boss Watzke gefallen die mintfarbenen Auswärtstrikots des FC Bayern offenbar nicht. Foto: imago/Revierfoto



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