Champions League kompakt : Ajax-Star: Erst Macho-Spruch über eigene Freundin – dann Traumtor gegen Juventus

Davi Neres nach seinem Traumtor gegen Juventus.
Davi Neres nach seinem Traumtor gegen Juventus.

David Neres schreibt gegen "Juve" sportliche Schlagzeilen, der FC Barcelona gewinnt bei Manchester United.

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10. April 2019, 22:52 Uhr

Manchester/Amsterdam | Die Ergebnisse des Abends:

Manchester United - FC Barcelona 0:1 (0:1)
Tore: 0:1 Shaw (ET/12.)

Ajax Amsterdam - Juventus Turin 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 Ronaldo (45.), 1:1 Neres (46.)

Die beiden Fußball-Weltstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo haben sich eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der Champions League geschaffen. Messi siegte mit dem spanischen Meister FC Barcelona am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel bei Manchester United 1:0 (1:0) und hat damit ebenso gute Chancen auf das Weiterkommen wie Ronaldo mit Juventus Turin. Der italienische Champion sicherte sich dank des Führungstreffers von Ronaldo ein 1:1 (1:0) bei Ajax Amsterdam. Die Rückspiele finden bereits am kommenden Dienstag statt.

Ter Stegen nie gefordert

In Old Trafford war es Messi selbst, der das frühe Führungstor der Katalanen einleitete. Der Argentinier setzte seinen Sturmkollegen Luis Suarez perfekt in Szene, dessen Kopfball konnte Man United-Verteidiger Luke Shaw nur noch ins eigene Tor ablenken (12. Minute). Damit stehen die Chancen für den Spitzenreiter der spanischen Liga gut, erstmals seit 2015 wieder ins Halbfinale einzuziehen. Dort winkt dann ein Duell mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp, denn die Reds stehen nach dem 2:0 gegen den FC Porto ebenfalls dicht vor dem Weiterkommen.

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Manchester, das im Achtelfinale noch sensationell Paris Saint-Germain und Trainer Thomas Tuchel ausgeschaltet hatte, steht indes vor einer Saison ohne Titel. Dabei schlug sich der englische Rekordmeister achtbar, war allerdings in der Offensive nicht zwingend genug. Zu selten musste der deutsche Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen eingreifen – ManU blieb erstmals seit 2005 in einem CL-Spiel ohne einen Torschuss.

Khedira mit Kurzeinsatz

Juventus konnte sich wieder einmal auf seinen 112-Millionen-Mann Ronaldo verlassen. Der Portugiese besorgte den so wichtigen Führungstreffer in Amsterdam per Flug-Kopfball (45.). Sami Khedira, der jüngst nach einer Herzoperation sein Comeback gefeiert hatte, wurde in der dritten Minute der Nachspielzeit bei Juve eingewechselt.

Im zweiten Durchgang gerieten die Italiener aber noch gehörig unter Druck. Beflügelt von dem Ausgleich wenige Sekunden nach Wiederbeginn durch David Neres (46.) drängte Ajax auf den zweiten Treffer –wenngleich ohne Erfolg.

Leistung des Abends:

Ajax Amsterdam begeisterte wie schon im Achtelfinal-Heimspiel gegen Real Madrid mit einer beeindruckenden Leistung. Wie schon gegen die Spanier (1:2) gelang der jungen niederländischen Truppe aber auch gegen Juventus Turin kein Heimsieg. Dabei hatten die Ajacieden wesentlich mehr vom Spiel und vor allem auch die deutlich besseren Chancen. Alleine der 21-jährige Frenkie de Jong hatte 117 Ballkontakte. Spielerisch, kämpferisch und leidenschaftlich brannte Ajax ein Feuerwerk ab, das Juventus vermutlich auch noch im Rückspiel ordentlich beschäftigen wird. Dass Ajax auch auswärts bestehen kann, zeigte das Achtelfinal-Rückspiel bei Real Madrid: 4:1 hieß es da am Ende für die Weiß-Roten ...

Spieler des Abends:

Er blieb ansonsten eigentlich blass und unauffällig, dennoch: Wieder einmal erzielte Cristiano Ronaldo ein Tor in der Champions League. Der Portugiese kommt damit in 161 Spielen bereits auf 125 Tore in der europäischen Königsklasse. Beinahe noch beeindruckender: Alleine in der K.O.-Phase traf der Portugiese in seiner persönlichen Champions-League-Historie schon 63 Mal. zum Vergleich: Der FC Arsenal kommt ingesamt auf 50 Tore in K.O.-Spielen der Champions League. Paris St. Germain auf 34 und Manchester City auf 30. Bricht man seine Torquote auf Viertel-, Halb- und Finalspiele in der Champions League herunter, werden die Zahlen noch beeindruckender: Hier erzielte Ronaldo 41 Tore (Lionel Messi 16). CR7 – der Mann scheint keine Grenzen zu kennen.

Cristiano Ronaldo beweist auch beim Torjubel Sprungkraft. Foto: imago/Fotoarena
imago/Fotoarena
Cristiano Ronaldo beweist auch beim Torjubel Sprungkraft. Foto: imago/Fotoarena

Szene des Abends:

Eigentlich hatte David Neres in den vergangenen Tagen eher für Schlagzeilen fernab des Fußballs gesorgt. Der 22-jährige Flügelflitzer hatte in einem Interview über seine deutsche Freundin Kira Winona gesprochen und erzählt, wie er sie kennengelernt hatte. "Ich habe sie bei Instagram gesehen, sie angeschrieben und gesagt: 'Ich bin David Neres, komm' zu mir'", lautete die mehr machomäßige als romantische Geschichte, wie sie der Brasilianer von sich gab. Nachdem seine Freundin und er im Internet diverse Hasskommentare erhalten hatten, ruderte Neres zurück und erklärte, einen Scherz gemacht zu haben. So glätteten sich die Wogen – und der Flügelflitzer konnte wieder auf dem Fußballfeld wirbeln. Das tat der Nationalspieler dann gegen Juventus Turin in der 46. Minute eindrucksvoll.

David Neres bejubelt seinen wunderschönen Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Juventus. Foto: imago/ VI Images
imago images / VI Images
David Neres bejubelt seinen wunderschönen Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Juventus. Foto: imago/ VI Images


Vom Anstoß weg war seine Mannschaft mit Power aus der Kabine gekommen, trotz des Pausenrückstands von 0:1. Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff schnappte sich Neres den Ball vom schläfrigen Verteidiger Joao Cancelo auf der rechten Turiner Abwehrseite, dribbelte in den Strafraum, ließ zwei Abwehrspieler aussteigen und schlenzte den Ball wunderbar ins lange Eck. Die Amsterdam Arena stand Kopf. Ein Tor, das in Entstehung und Vollendung wesentlich schöner war, als die schnöde Kennenlern-Geschichte von David Neres und seiner Freundin Kira.

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Zahl des Abends: 48

Unfassbare 48 Ballkontakte hatte der FC Barcelona vor dem Führungstor in Manchester. Zwei Minuten und 14 Sekunden passten sich die Katalanen den Ball zu, ehe Busquets den Ball auf Messi in den Sechzehner chippte, dieser sich kurz drehte und an den Fünfmeterraum flankte. Dort köpfte Suarez den Ball aufs Tor, ehe ihn Luke Shaw noch leicht abfälschte, bevor er dann über die Linie ging. Die UEFA wertete den Treffer als Eigentor. Eigentlich schade, angesichts des beeindruckenden "Vorspiels". Im Vorfeld des Treffers waren übrigens alle Barca-Spieler mindestens ein Mal am Ball gewesen – bei maximal zwei Ballkontakten. (im Tweet sehen Sie eine Grafik mit den Ballkontakten der Barca-Spieler):

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Tweets des Abends:

Die Choreografie in Amsterdam vor dem Spiel gegen Juventus erinnerte stark an das, was die Fans von Eintracht Frankfurt in dieser Saison in der Europa League veranstalten.

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Fieser Tweet über den in Manchester verletzten Lionel Messi und den bundesweiten Taxi-Fahrerstreik am Mittwoch:

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Und wenn wir schon bei Messi sind, passt dieser Tweet ganz gut:

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Bei Manchester gegen Barcelona wurden Erinnerungen an das CL-Finale von 1999 wach ... damals trafen Solskjaer und Sheringham in den letzten Sekunden gegen den FC Bayern ...

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