FC Hansa Rostock : Erschreckend harmlose Darbietung

Mittelfeld-Abräumer Ken Leemans (überspringt hier den ehemaligen Rostocker und jetzigen Darmstädter Freddy Borg) war noch einer der auffälligsten Hanseaten beim mageren 0:0 gegen die Lilien. Georg Scharnweber
Mittelfeld-Abräumer Ken Leemans (überspringt hier den ehemaligen Rostocker und jetzigen Darmstädter Freddy Borg) war noch einer der auffälligsten Hanseaten beim mageren 0:0 gegen die Lilien. Georg Scharnweber

Fußball-Drittligist Hansa Rostock hat erneut einen Befreiungsschlag verpasst. Im Nachholspiel gegen den SV Darmstadt kamen die Ostseestädter nach erschreckend harmloser Darbietung über ein mageres 0:0 nicht hinaus.

svz.de von
24. März 2013, 07:57 Uhr

Fußball-Drittligist Hansa Rostock hat erneut einen Befreiungsschlag verpasst. Im Nachholspiel gegen den SV Darmstadt kamen die Ostseestädter nach erschreckend harmloser Darbietung über ein mageres 0:0 nicht hinaus. „Wir erarbeiten uns zu wenige Chancen, brauchen mehr Durchschlagskraft. Wenn wir hinten zu null spielen, müssen wir vorne wenigstens ein Tor machen. Das erwarte ich von unserer offensiven Linie, die für die Kreativität zuständig ist“, kritisierte Rostocks Ken Leemans nach dem Abpfiff.

Abräumer Leemans der gefährlichste Rostocker

Der Abräumer im Mittelfeld war am Sonnabend in der DKB-Arena vor 7400 Zuschauern der torgefährlichste Akteur der Hausherren. „Wenn ein defensiver Sechser Chancen bekommt, dann muss es doch auch für die Leute in der Offensive reichen“, so der Belgier, der zweimal per Kopf (20., 65.) sowie mit einem abgefälschten Schuss (69.) für Gefahr sorgte: „Das war jeweils knapp, es fehlte nur ein halber Meter.“

Die Gastgeber kamen nur schwer in die Partie. Nach zuletzt nur einem Sieg aus zwölf Partien wirkte Hansa verunsichert, war das fehlende Selbstvertrauen in jeder Aktion zu spüren. Auch gestandenen Kickern unterliefen zum Teil unerklärliche Fehler.

Exemplarisch dafür: Matthias Holst (30 Jahre) tritt einen Freistoß zum Gegner (28.). Sebastian Pelzer (32) wirft einen Einwurf ebenfalls genau auf einen Darmstädter (29.).

Zu diesem Zeitpunkt hätte der FCH allerdings auch schon hinten liegen können. Nachdem Pelzer und Maurice Trapp den Schuss von Sebastian Zielinsky noch abblocken konnten, sprang die Kugel vor die Füße von Hanno Behrens, der aber knapp verfehlte (25.). Wenig später war es Pelzer, der per Kopf einen Versuch von Behrens auf der Linie klärte (31.). Die Lilien wirkten in der ersten Hälfte strukturierter, wenngleich sie auch keine fußballerische Feinkost anboten.

Nach der Pause wurden die Rostocker etwas zielstrebiger, ohne dabei ihre Verunsicherung gänzlich ablegen zu können. Mit zwei Spielerwechseln – Philipp Klement für Julien Humbert und Michael Blum für Nico Zimmermann (64.) versuchte FCH-Trainer Marc Fascher die lahmende Offensive anzukurbeln. Es gelang nur punktuell. Den besten und zugleich einzig richtigen Spielzug zeigten die Norddeutschen in der 71. Minute. Leemans schickte Blum, der eine gute Flanke zur Mitte schlug. Allerdings verfehlte dort Tom Weilandt per Direktabnahme den gegnerischen Kasten. „Das sind Situationen, bei denen geht der Ball rein, wenn du woanders in der Tabelle stehst“, sagte FCH-Kapitän Sebastian Pelzer.
Hansa steht dort, wo der Verein hingehört.

Aber der FC Hansa ist genau dort platziert, wo er gemessen an seiner Leistung momentan hingehört – im unteren Mittelfeld der 3. Liga. „Ich sehe, dass die Mannschaft will, couragiert dabei ist. Dass das Selbstvertrauen nicht da ist, dürfte jeder in den vergangenen Wochen zur Kenntnis genommen haben. Die Basis im Kampf um den Klassenerhalt ist, dass hinten die Null steht. Ich weiß, die Null vorne geht uns allen auf den Senkel, aber wir arbeiten dran“, so der Chefcoach.


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