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Teterower Bergring : „Enrico-Janoschka-Festspiele“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Güstrower holt auf dem Teterower Bergring alle möglichen Erfolge / Rehnaer Hinrichs gewinnt Moto-Cross-Wertung

von
erstellt am 09.Jun.2014 | 19:00 Uhr

Über 100 Fahrer aus 13 Nationen waren am Start – aber die wichtigsten Erfolge blieben allesamt in der Region: Die einheimischen Teilnehmer dominierten die 94. Auflage des Teterower Bergringrennens und ließen den Gästen aus dem Ausland kaum eine Chance.

Am eindrucksvollsten präsentierte sich dabei der Güstrower Enrico Janoschka. Nachdem er die späten 2000-er Jahre dominiert und den letzten Goldhelm (2006), das danach geschaffene Grüne Band (2007/2008/2009) sowie den Bergringpokal (2006/2008/ 2009) gleich serienweise gewonnen hatte, war es um den 37-Jährigen etwas still geworden, wenn es um Erfolge ging. Aber diesmal zeigte es der selbstständige Fuhrunternehmer wieder allen: Schon am Sonnabend gewann der Familienvater den wiederbelebten Lauf der Nationen, am Sonntag fuhr er im Finale des Grünen Bandes allen davon und hatte im Lauf um den Bergringpokal schon in der zweiten Runde den Vorsprung der ersten Startreihe wettgemacht. Mit Riesenvorsprung überquerte er am Ende des Tages als Dreifachsieger dieses Wochenendes die Ziellinie. „Ich hatte in den vergangenen Jahren sportlich etwas kürzer getreten. Jetzt fahre ich wieder mehr Rennen, habe dementsprechend wieder mehr Erfahrung mit den Starts. Und gerade hier in Teterow ist ein guter Start der halbe Sieg“, kommentierte er nach dem Zieleinlauf seine erdrückende Dominanz.

Skoppek hauchdünn am Podium vorbei

Ähnlich dominierend präsentierte sich in der Quad-Klasse der Ludwigsluster Denny Fraaß. Er landete in allen vier Punktläufen souveräne Start-Ziel-Siege und gewann die Konkurrenz mit der Maximal-Punktzahl. Allerdings profitierte der strahlende Sieger auch vom Ausfall seines vermeintlich stärksten Konkurrenten: Der Österreicher Jürgen Elmecker, der in den vergangenen Jahren die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren hatte, wurde auf der Anreise kurz vor Berlin in einen Verkehrsunfall verwickelt und konnte den Weg nach Teterow nicht fortsetzen.

Zwei Gäste-Erfolge gab es dennoch zu vermelden: In der Seitenwagen-Klasse ließen sich die Dänen Sinus Lund/Mike Fredricksen die Butter nicht vom Brot nehmen. Sie hatten lediglich in den Süddeutschen Immanuel Schramm/Stefan Wagner ernstzunehmende Konkurrenz, die sich aber durch  einen schweren Sturz im vierten Punktlauf quasi selbst aus dem Rennen nahm. Den Speed-Cross-Pokal sicherte sich mit dem Niederlander Wouter Bron ein alter Bekannter, der zuvor im 15-er Finale durch einen Sturz in der Startkurve ausfiel. Hier sicherte sich der Rehnaer Jens Hinrichs mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg die Trophäe. Der neunfache Teterow-Sieger Guido Skoppek aus Schwerin verpasste nach einem harten Kampf mit dem Niederländer Bert Dijkstra nur hauchdünn das Podium.

Da stand Maria Franke aus Teutschenthal trotz eines massiven Handicaps ganz oben: Die frühere WM-Starterin war mit der mit Abstand schwächsten Maschine angereist, gewann die Amazonen-Wertung aber dennoch souverän. „Die größeren Maschinen wurden von unserem Club an diesem Wochenende für Prädikatsrennen eingeteilt. Deswegen konnte ich nur eine 250er mitbringen.“ Dennoch verpasste sie das große Finale in der Klasse bis 650 ccm nur hauchdünn: Im Halbfinale belegte sie den 16. Platz.

Im kleinen Finale der Bahnsportler gab es große Namen: Banks gewann vor Godden. Beide sind auf dem Bergring einstige Größen, die Familie Banks tritt bereits in der dritten Generation in Teterow an. Junior Harvie durfte in  diesem Jahr erstmals mit der 500-er Maschine in der Königsklasse starten, nachdem er zuvor zwei Jahre als Moto-Crosser erste Bergring-Erfahrung gemacht hatte. Und Vater Trevor, in den 90-er Jahren  ernste Konkurrenz für Seriensieger Simon Wigg, war nach dem Renntag durchaus stolz auf seinen Sohn. Allerdings haderte der Brite auch ein wenig mit dem Reglement im Bergringpokal: „Sonst hatten sie immer drei Startreihen und ein oder zwei Sekunden Zeitverzögerung bis zum Start der einzelnen Reihen. Jetzt gab es nur zwei Reihen, und die sind auch noch zeitgleich gestartet. Da ist es klar, dass die Fahrer vorne recht schnell eingeholt sind.“ Aber trotz allem dürfte man die Familie auch im kommenden Jahr auf dem Bergring sehen – wenn der Vater auch einschränkte: „Da musst du Harvie fragen, er ist der Boss!“

 

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