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Sport

23. August 2017 | 00:28 Uhr

Derbyfieber, Dramatik, zweimal Rot

vom

Schwerin | Es ist Derby-Zeit - und die Fankarawane aus Rostock und Schwerin, aus Plau und Boizenburg und von wo aus immer noch macht sich auf den Weg. So war es auch gestern Abend zum 78. Mecklenburg-Duell zwischen den Handball-Erzrivalen Post Schwerin und HC Empor Rostock. 3530 Zuschauer wollten sich den alljährlichen Knüller nicht entgehen lassen.

Bereits im Vorfeld wurde kräftig für Ballyhoo gesorgt. Michal Bruna machte sich trotz Muskelfaserriss warm, saß aber danach auf der Bank. Dafür schlug beim Gastgeber die Verletzungshexe zu. Linksaußen Martin Murawski kugelte sich im Abschlusstraining am Dienstagabend die Kniescheibe des linken Knies aus und fällt für Wochen aus.

Im Bruderduell legt Torwart Robert vor

Doch entscheidend ist aufm Platz, in dem Fall auf der Platte - gerade beim Derby. Gleich zu Beginn kam es zum Bruderduell, Tom (Empor) scheiterte zweimal an Torwart Robert Wetzel. Ansonsten setzte aber erst einmal Rostock die Akzente, allen voran Gabor Langhans mit seinem bereits sechsten Treffer zum 11:9 (18.). Moritz Weltgen bekam den Schlacks in der Phase nicht in den Griff. Rico Göde war schnell Rot gefährdet nach zweimal 2 min (16.). Post kam in Schwung - 16:14 (27.).

Und dann folgte in der gleichen Minute der Kulminationspunkt der Partie. Tom Wetzel zieht unnachahmlich durch und wird von Anclais/Chantziaras in die Zange genommen. Pfiff - direkt Rot für Anclais, der die Welt nicht mehr verstand. "Kann man geben, muss man aber nicht", so Sünder Anclais nach dem Abpfiff. "Im Jochbeinbereich musste genäht werden, später holtre sich Tom auch noch eine blutige Lippe", so Empor-Coach Norbert Henke. Mehr Brisanz geht nicht! Jetzt war endgültig Feuer unterm Dach.

Fortan spielte der Gastgeber, da keinen etatmäßigen Rechtsaußen mehr habend, mit zwei Kreisläufern, bzw. Mittelmann Johannes Prothmann auf Außen. Und dank des eingewechselten Igor Levshin, der gleich zwei Siebener von Wetzel und Gruszka hielt, ging Schwerin mit 17:15 in die Pause.

Was macht Empor aus dem Anclais-Rot? Langhans konnte weiterhin schalten und walten mit Tor Nr. 9 zum 19:18 (40.). Doch dann stellte sich Göde saudumm an, diskutierte wegen eines harmlosen Fouls bei Zeitspiel, das Ballbesitz für Schwerin brachte, so lange, bis er seine dritte Zeitstrafe sah und folgerichtig Rot (41.). Post nutzte es und zog weg (22:19/43.). Auszeit Empor.

Es blieb spitz auf Knopf, auch weil Sven Thormann gegen seinen Ex-Verein nicht traf. Trainer Christian Prokop nahm ihn nicht runter - wegen der Abwehr. Dafür explodierte Weltgen und netzte per Konter zum 24:20 (46.) ein.

Post-Vorteil: sicherer vorm Tor

Der HCE fand nicht mehr in die Spur zurück, weil man sich im Angriff einen Fehler nach dem anderen leistete. Nach dem 26:21 (49.) nach einem Prothmann-Konter deckte Empor den Schweriner Regisseur Weltgen kurz. Es fruchtete (25:27/52.). Doch da war ja noch Igor Levshin, der entschied das Derby mit seinen Paraden, darunter dem dritten gehaltenen Siebenmeter beim Stand von 31:27 (58.).

Empor hat sich "zu unclever angestellt"

"Wir haben uns zu unclever angestellt", so das Fazit von Empor- Rechtsaußen Rene Gruszka. Und Post-Kaspitän Stephan Riediger: "Die bessere Mannschaft gewinnt! Weil wir sicherer vorm Tor waren und einfache Treffer erzielen konnten."

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erstellt am 21.Dez.2011 | 09:37 Uhr

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