Weltcup in Kuusamo : «Back in the game»: Severin Freund nach Rückkehr glücklich

Glücklich wieder dabei zu sein: Skisparinger Severin Freund. Daniel Kaarmann
Glücklich wieder dabei zu sein: Skisparinger Severin Freund. Daniel Kaarmann

Der letzte Wettkampf von Severin Freund vor dem Comeback war das Neujahrsspringen - 2017. Nun ist der Vorzeige-Adler zurück und kämpft wieder um Punkte und Erfolge. Knie und Seele wirken stabil, den ersten kleinen Rückschlag steckt er gut weg.

svz.de von
25. November 2018, 18:02 Uhr

So glücklich hat Severin Freund nach so einem bestenfalls durchschnittlichen Abschneiden wohl noch nie in die Kamera gestrahlt.

Noch während des turbulenten Windspringens in der Kälte von Kuusamo verteilte der 30-Jährige Küsschen an seine Fans vor dem TV, Glückwünsche an die Konkurrenten und zufriedene Statements in die Mikrofone - seine Rückkehr nach quälend langen 22 Monaten Wettkampfpause schien dem Skispringer eine große Last zu nehmen.

«Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen, wenn man so lange weg war. Das war schon ein sehr, sehr schöner Moment», befand Freund zu seinem ersten Wettkampf, der am Samstag mit Platz 29 und damit gleich wieder mit Weltcup-Punkten endete. «Der Flug dazu hätte gerne noch ein bisschen weitergehen können», kommentierte Freund nach seinem Satz auf 128,5 Meter - und selbst diese kritische Feststellung versah der Bayer mit einem verschmitzten Grinsen.

Nach zwei Kreuzbandrissen und einem extrem harten Weg zurück war das Comeback von Trainer Werner Schuster bis ins letzte Detail geplant. Im Sommer wurde auf Minischanzen geübt, der Auftakt in Wisla wurde ausgelassen. Dementsprechend stellten glückliche Momente an diesem besonderen Tag das bloße Ergebnis in den Schatten. «Es ist eine rundum positive Geschichte. Severin kann gut damit leben und auf diese Leistung aufbauen», schlussfolgerte Trainer Schuster im ZDF.

Am Sonntag verpasste Freund dann als 31. haarscharf den zweiten Durchgang. «Heute war es der falsche Schritt, es geht leider noch nicht immer auf», analysierte der Springer. Coach Schuster fügte an: «Das muss man so akzeptieren, aber es ist ein bisschen schade. Zu punkten, wäre sicher kein Problem für ihn gewesen.»

«Back in the game», hatte ein «super glücklicher» Freund am Samstag getwittert. Nicht nur leistungsmäßig macht ihm sein Auftakt Hoffnung auf mehr, sondern auch sein Körper scheint wieder mitzuspielen. «Das Knie ist nahezu perfekt. Ob es jemals wieder ganz perfekt wird, weiß man nach einem Kreuzbandriss ja nie. Aber ich bin extrem zufrieden», erklärte der Doppel-Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger von 2015.

Und wer im ersten Wettkampf nach fast zwei Jahren Pause schon wieder unter die besten 30 springt, der darf im weiteren Saisonverlauf durchaus auf größere Erfolge hoffen. Gerade im Skispringen, wo Kleinigkeiten manchmal einige Plätze ausmachen können. «Er kann schon ganz gut mithalten», attestierte ihm auch Trainer Schuster. Bis zur Tournee hat Freund noch fünf Wochen, bis zur Nordischen Ski-WM sogar noch fast drei Monate.

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