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Schwache WM-Zwischenbilanz : Auch Molitor und Holzdeppe gehen in London leer aus

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Richtig erfolgreich läuft es für die deutschen Leichtathleten bei der WM nicht. Silber durch Siebenkämpferin Carolin Schäfer ist die mäßige Ausbeute nach fünf von zehn Tagen. Auch Titelverteidigerin Katharina Molitor (Speer) und Raphael Holzdeppe (Stabhoch) gingen leer aus.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 23:12 Uhr

Auch Titelverteidigerin Katharina Molitor und Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe konnten die mäßige Bilanz des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nicht aufpolieren.

Im Speerwurf der WM in London warf die 33 Jahre alte Leverkusenerin mit 63,75 Metern weit an einer Medaille vorbei und landete nur auf dem siebten Platz. «Irgendwie ist das genau falsch herum gelaufen - 63 Meter in der Qualifikation und 65 Meter heute im Finale wären mir lieber gewesen», sagte Molitor und ergänzte: «Aber ich bin jetzt weder glücklich noch unglücklich und eigentlich ganz zufrieden.»

Nachdem Molitor im vergangenen Jahr trotz des WM-Titelgewinns 2015 und der damit verbundenen Wild Card vom DLV nicht für die Olympischen Spielen 2016 in Rio nominiert wurde, gelangen ihr keine großen Würfe mehr. Nach London reiste sie mit der Saisonbestleistung von 62,26 Metern, fünf Meter weniger als bei ihrem WM-Triumph. Als nimmermüde erwies sich Barbora Spotakova. Die Tschechin gewann mit 66,76 Metern ihr zweites WM-Gold nach zehn Jahren.

Im Stabhochsprung ist Holzdeppe abgestürzt. Der WM-Sieger von 2013 scheiterte an der Anfangshöhe von 5,50 Meter und wurde Letzter des Finals. «Im Endeffekt habe ich es einfach nicht hinbekommen», befand der 27-jährige vom LAZ Saarbrücken. «Das ist sehr frustrierend.» Er konnte nur zusehen, wie Sam Kendricks (USA) mit 5,95 Metern siegte.

Nach 20 von 48 Entscheidungen blieb das DLV-Abschneiden damit bisher äußerst mager. Neben WM-Silber für Carolin Schäfer im Siebenkampf gab es nur noch wenige Lichtblicke, aber einige große Enttäuschungen. Positive Eindrücke hinterließen vor allem einige junge Talente.

So konnte Sprinterin Gina Lückenkemper zwar nicht ins 100-Meter-Finale flitzen, jedoch im Vorlauf umso mehr glänzen: Mit 10,95 Sekunden lief sie die schnellste Zeit seit 26 Jahren und hinterließ eine verheißungsvolle Spur in Richtung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Über 200 Meter wusste zudem Rebekka Haase zu überzeugen: Sie erreichte als Schnellste ihres Vorlaufs am Dienstag in 22,99 Sekunden die Vorschlussrunde.

Auch die jungen 1500-Meter-Starterinnen machten Spaß: Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen schied erst im Halbfinale aus. Dafür wurde Hanna Klein unerwartet Elfte im Endkampf.

Enttäuschend war der K.o im Kugelstoßen des Weltmeisters von 2013 und 2015, David Storl, der bereits in der Qualifikation scheiterte. Außerdem musste sich im Diskuswurf der Olympiasieger und dreimalige WM-Gewinner Robert Harting nur mit Rang sechs begnügen. Schwach präsentierte sich der deutsche Rekordhalter Julian Reus, der über 100 Meter in mäßigen 10,25 Sekunden im Vorlauf ausschied.

«In der zweiten WM-Hälfte sind wir traditionell immer erfolgreicher gewesen», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop und hofft, dass noch ein paar Trümpfe bis Sonntag stechen. Dazu zählen die Speerwerfer um Olympiasieger Thomas Röhler, Hindernis-Ass Gesa Krause oder Zehnkämpfer Rico Freimuth. Bei der WM 2015 in Peking holten die DLV-Asse insgesamt acht Medaillen, bei den Rio-Spielen waren es drei.

Kenias drittes Gold holte Olympiasieger Conseslus Kipruto über 3000 Meter Hindernis in 8:14,12 Minuten. Der Südafrikaner Wayde van Niekerk hat den ersten Schritt zum Double gemacht. Der Topfavorit gewann über 400 Meter in 43,98 Sekunden und will nun auch am Donnerstag über 200 Meter triumphieren. Der 25-Jährige blieb über seinem Weltrekord von 43,03 Sekunden. Völlig überraschend gewann der Franzose Pierre-Ambroise Bosse über 800 Meter in 1:44,67 Minuten.

Besorgnis hatte ein im WM-Quartier der deutschen Athleten grassierender Magen-Darm-Virus ausgelöst. Für alle seit Montag anreisenden DLV-Starter sind deshalb andere Unterkünfte in London besorgt worden. «Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme», erklärte Verbandssprecher Peter Schmitt. So wurden auch die drei Speerwerfer um Röhler vorsorglich woanders untergebracht.

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