Nach Abschluss der Tour de France : Platz vier und trotzdem Kritik: Buchmann mit seinem Team unzufrieden

Emanuel Buchmann beendete die Tour de France als Gesamtvierter.
Emanuel Buchmann beendete die Tour de France als Gesamtvierter.

Der vierte Platz in Paris soll für Emanuel Buchmann nur der Anfang gewesen. Es muss jedoch Veränderungen im Team geben.

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29. Juli 2019, 11:34 Uhr

Paris | Nach dem vierten Gesamtrang beim größten und wichtigsten Radrennen der Welt ließ es sich Emanuel Buchmann einfach mal gut gehen. "Es waren auf jeden Fall die besten Wochen meiner Karriere. Ich bin ohne Fehler durchgekommen", sagte Buchmann. Die deutschen Radsport-Fans am Fernseher fragten sich: Kann dieser zurückhaltende und bescheidene Mann aus Ravensburg in Zukunft als zweiter Deutscher nach Jan Ullrich auch die Tour gewinnen?

Auf der 15. Etappe düpierte er den späteren Tour-Sieger Egon Bernal. Emanuel Buchmann (r).Foto: imago images / Sirotti
Auf der 15. Etappe düpierte er den späteren Tour-Sieger Egon Bernal. Emanuel Buchmann (r).Foto: imago images / Sirotti

Buchmann verpasste das Podium bei der Tour de France nur um 25 Sekunden, auf Sieger Egan Bernal aus Kolumbien hatte er auch nur einen Rückstand von 1:11 Minute. Der Ravensburger ist in der absoluten Weltspitze angekommen, der vierte Platz soll aber erst der Anfang sein. Buchmann hat große Ziele und will im nächsten Jahr noch besser werden. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in einem einzelnen Puzzleteil. Es ist das Ergebnis von harter Arbeit über die letzten Jahre. Wir haben ihn Stück für Stück an die Spitze herangeführt und alle im Team haben viel investiert. Er will unter die ersten Drei bei der Tour erklärte im einem Interview mit der Bild-Zeitung.

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Will gar er die Tour de France einmal gewinnen, liegt es nicht nur an ihm selbst, sondern sein gesamtes Team muss besser werden. "Ich brauche drei Helfer in den Bergen, die hatte ich, aber nur Gregor Mühlberger hatte Top-Form. Max Schachmann brach sich die Hand, das war Pech, und Patrick Konrad hatte nicht die erhoffte Form und konnte somit nicht helfen. Aber fürs Podium müssen alle top vorbereitet sein,“ forderte er im Interview.

"Er gehört zu den besten Kletterern weltweit." Buchmann Coach Dan Lorang

Nach der extrem unschön zu Ende gegangenen Ära des ehemaligen Tour-Siegers Jan Ullrich hat Deutschland wieder einen Rundfahrer von Weltklasse-Format. Beim Ineos-Doppelerfolg von Egan Bernal und Geraint Thomas hängte Buchmann sogar gestandene Radprofis wie Kolumbiens Nairo Quintana oder Frankreichs Romain Bardet ab. Sein Trainer Dan Lorang sagte voller Stolz: "Er gehört zu den besten Kletterern weltweit."

Die furiosen Frankreich-Wochen machen Appetit auf mehr, auch für Buchmann selbst. "Ich habe gesehen, dass ich bei den Allerbesten mitfahren kann. Ich denke, dass ich mit meiner Entwicklung noch nicht am Ende bin, habe mich jedes Jahr gesteigert. Meinem Selbstvertrauen hat diese Tour wahnsinnig gut getan", sagte er. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass der Deutsche noch besser abschneiden kann: Bei der Tour fuhr er 2019 erstmals explizit auf eine gute Platzierung im Gesamtklassement, für einen plötzlichen Stop seiner stetig positiven Entwicklung gibt es gar keinen Grund.

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Bernal und Thomas vom bockstarken Team Ineos und Steven Kruijswijk von Jumbo-Visma landeten, wenn auch knapp, vor Buchmann. Das Trio verfügte vor allem im Hochgebirge über stärkere Helfer als der deutsche Herausforderer, der oft auf sich alleine gestellt war. "Wir müssen schauen, dass wir mit mehr Bergfahrern an den Start gehen. Wenn man ganz vorne mitfahren will, braucht man ein superstarkes Team", wiederholte Buchmann seine Forderung nach mehr Qualität im Team. Sein Bora-Team dürfte erkannt haben, dass tüchtige Berg-Helfer für diesen Kapitän eine sehr sinnvolle Investition sind. "Für die Zukunft, werden wir in jedem Fall versuchen, uns weiter zu verbessern", kündigte der Sportliche Leiter des Teams Bora-hansgrohe Enrico Poitschke an.

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Nachdem sich Buchmann bei jedem Helfer und Mitarbeiter einzeln und herzlich im Teamhotel bedankt hatte, freute er sich schon auf die Heimat und ein wenig gemeinsame Zeit mit seiner Freundin Claudia, die sich in Val Thorens ausgelassen mit ihm freute. Als Nächstes steht dann Ende August die Deutschland-Tour auf dem Programm. "Ich werde mich mal den deutschen Fans präsentieren", sagte Buchmann. Viele, die bei der Tour de France am Fernseher mit ihm fieberten, werden ihn dann auch einmal live sehen wollen.

Nach Wochen der Anspannung wird Buchmann nach der Heimreise an diesem Montag erstmal etwas verschnaufen. Der Ravensburger wird Kriterien in Bochum und Neuss absolvieren. "Ich hatte schon eine anstrengende Saison. Jetzt brauche ich erstmal eine kleine Pause", sagte Buchmann. Seine kleine Pause beschrieb er dann auch noch: Ein Tag ohne Fahrrad, dann geht's weiter.

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