Aus für Fußball-Regionalligist : Rot-Weiß Erfurt stellt Spielbetrieb endgültig ein

Blick in den Innenraum des Erfurter Steigerwaldstadions.

Blick in den Innenraum des Erfurter Steigerwaldstadions.

Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt ist pleite und zieht seine Mannschaft zurück. Im Sommer soll ein Neustart in der Oberliga erfolgen.

von
29. Januar 2020, 16:59 Uhr

Das erhoffte Fußball-Wunder blieb aus. Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt zieht endgültig die Notbremse und meldet seine Mannschaft ab. Insolvenzverwalter Volker Reinhardt musste am Mittwoch diese Entscheidung treffen, nachdem Verhandlungen mit einem Investor trotz Absichtserklärung erfolglos verlaufen waren.

 „Die Spieler der Mannschaft haben große Geduld bewiesen. Die meisten von ihnen wollten bleiben und haben bis heute abgewartet. Sie müssen jetzt noch vor Ende der Transferperiode die Möglichkeit zu einem Vereinswechsel bekommen“, sagte Reinhardt. „Ich danke allen Spielern, dass sie diese auch für sie belastende Situation solidarisch mitgetragen haben und wünsche ihnen allen eine erfolgreiche sportliche Zukunft.“

Nachwuchsbereich soll erhalten bleiben

Damit fällt nicht nur das Spiel am Samstag gegen Tabellenführer FC Energie Cottbus aus. Die gesamte Tabelle der Regionalliga wird sich verändern, da die Spiele mit Erfurter Beteiligung annulliert werden. Auch zum Halbfinale im Thüringen-Pokal wird RWE nicht antreten. „Der FC Rot-Weiß Erfurt ist ein Traditionsverein im Osten, verkörpert für seine zahlreichen und leidenschaftlichen Fans seit 54 Jahren Identifikation und Stolz. Das sollte nicht so zu Ende gehen“, sagte Cottbus-Präsident Matthias Auth.

Stattdessen konzentriert man sich in Erfurt auf einen Neustart im Sommer in der Oberliga. Auch der Nachwuchsbereich, der Spieler wie Marco Engelhardt und Clemens Fritz hervorbrachte, soll erhalten bleiben.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits ein emotionales Auf und Ab in Erfurt gegeben. Am Freitag hatte Reinhardt zunächst angekündigt, die Mannschaft am Montag vom Spielbetrieb abmelden zu wollen. Zuvor hatte der Club die Dezember-Gehälter nicht zahlen können, weil ein Investor Zahlungen nicht geleistet hatte. Auch Gespräche mit neuen Geldgebern waren erfolglos verlaufen.

Einer der bekanntesten Vereine des Ostens

Nur zwei Tage später keimte Hoffnung auf. Reinhardt teilte am Sonntag überraschend mit, dass Gespräche mit einem Investor vielversprechend gelaufen seien und schon eine Absichtserklärung unterzeichnet worden war. Trotzdem drängte die Zeit. Bis zum Ende der Wechselperiode am Freitag musste eine Entscheidung gefällt werden, damit Spieler sich notfalls nach einem neuen Verein umsehen können.

Diesen Weg müssen diese nun gehen. Bereits zu Beginn der Woche hatten Morten Rüdiger (Lübeck), Rico Gladrow (Cottbus), Kapitän Lukas Novy (unbekannt) und Selim Aydemir (Menemenspor) den Club verlassen. Nun suchen weitere Akteure innerhalb kürzester Zeit einen neuen Verein.

In RWE verliert der Fußball-Osten einen seiner bekanntesten Vereine, der vorerst in die Bedeutungslosigkeit geht. Einst rühmte man sich, Gründungsmitglied der 3. Liga zu sein. Doch mit riskanten wirtschaftlichen Manövern, mit denen die Rückkehr in die 2. Bundesliga geschafft werden sollte, begann der Abstieg. Am 14. März 2018 wurde der Insolvenzantrag eingereicht, wenige Wochen später stand der Abstieg in die Regionalliga fest. Zwei Jahre später geht es nun noch eine Liga tiefer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen