Wegen Coronavirus : Keine Playoffs, kein Meister: Deutsche Eishockey-Saison vorzeitig beendet

Deutsche Eishockey-Saison vorzeitig beendet: In der DEL hätten eigentlich die ersten K.o.-Spiele angestanden.
Deutsche Eishockey-Saison vorzeitig beendet: In der DEL hätten eigentlich die ersten K.o.-Spiele angestanden.

Die DEL-Verantwortlichen sehen wegen des Coronavirus keine Alternative, als die Spielzeit vorzeitig zu beenden.

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10. März 2020, 21:14 Uhr

Neuss | Das Coronavirus hat für den ersten Saisonabbruch im deutschen Profisport gesorgt: Die Deutsche Eishockey Liga hat die anstehenden Playoffs abgesagt und kürt in diesem Jahr keinen Meister. Das gab es noch nie in der DEL-Geschichte. Sogar die WM im Mai in der Schweiz steht auf der Kippe.

Die DEL brach die Saison am Dienstag nach stundenlanger Beratung ab. "Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke am Abend.

DEL: Keine Playoffs, kein Meister

Aus Sorge vor den Folgen fallen die Playoffs in dieser Spielzeit aus, die Saison wird vorzeitig abgebrochen. Das hatte es zuvor seit Einführung der Bundesliga 1958 nie gegeben. Auch die DEL2 beendete am Dienstag die Spielzeit vorzeitig.

In der DEL hätten am Mittwoch eigentlich die ersten K.o.-Spiele angestanden, in denen noch zwei Viertelfinalisten ermittelt werden sollten. Normalerweise wären in den Playoffs danach im Viertelfinal-, Halbfinal- und der Endspielserie in jeweils maximal sieben Spielen ein Meister ausgespielt worden. Die Playoffs sind die Phase der langen Eishockey-Saison, auf die alle Fans hinfiebern. "Die Playoffs sind der Grund, warum wir Eishockey spielen. Es ist sehr bitter, eine Saison ohne Playoffs beenden zu müssen", sagte der Geschäftsführer der Eisbären Berlin, Peter John Lee.

Vier Teams für Champions Hockey League qualifiziert

Hauptrundensieger EHC Red Bull München begrüßte die Entscheidung. "Gesundheit und Sicherheit stehen vor sportlichen oder wirtschaftlichen Interessen", hieß es in einer Stellungnahme. Die Vorrunde, die am Sonntag zu Ende gegangen war, hatte der EHC vor Titelverteidiger Adler Mannheim und dem Überraschungsteam Straubing beendet. München, Mannheim, Straubing und Berlin werden nun in der kommenden Spielzeit an der Champions Hockey League teilnehmen.

Bei einigen Clubs hatte der Vorverkauf zu den Playoffspielen zuletzt wohl auch aus Angst in der Bevölkerung vor einer Infektion mit dem Coronavirus nur sehr schleppend begonnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt dazu aufgefordert, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf weiteres zu unterlassen. Anders als in der Fußball-Bundesliga, in der von nun an ein Großteil der Spiele bis auf weiteres ohne Zuschauer stattfindet, war dies aus Kostengründen für die DEL keine Option.

Auch in Österreich wurde die Saison am Dienstag vorzeitig abgebrochen. Für die Eishockey-Fans könnte dies bedeuten, dass die Saison damit so früh wie nie ganz zu Ende ist. Denn auch die Weltmeisterschaft in der Schweiz steht derzeit auf der Kippe. Im Mai soll eigentlich in Zürich und Lausanne der jährliche Weltmeister gekürt werden. Ob die WM wie geplant stattfinden kann, ist mehr denn je fraglich. Mit einer Entscheidung wird noch im März gerechnet.

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