Heftiger Hustenanfall : Folgen der Buschfeuer: Tennisspielerin gibt bei Australian Open auf

Eine Frau mit Atemschutzmaske läuft in Melbourne am Yarra-Fluß entlang. Die Brände in Australien beeinträchtigen die Luftqualität von Melbourne rekordverdächtig.
Eine Frau mit Atemschutzmaske läuft in Melbourne am Yarra-Fluß entlang. Die Brände in Australien beeinträchtigen die Luftqualität von Melbourne rekordverdächtig.

Am Dienstag wurden mehrere Tennisspiele in Melbourne abgebrochen. Auch eine deutsche Spielerin war davon betroffen.

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14. Januar 2020, 11:42 Uhr

Die schlechte Luftqualität in Melbourne durch die Buschfeuer in der Nähe der australischen Millionen-Metropole hat am Dienstag auch die Qualifikation für die Australian Open beeinträchtigt. Die Slowenin Dalila Jakupovic gab in der ersten Runde nach einem Hustenanfall auf. Im Match der 28-Jährigen gegen die Schweizerin Stefanie Vögele hatte es zu diesem Zeitpunkt 6:4, 5:6 gestanden. Jakupovic kniete zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt.

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"Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte Jakupovic anschließend. "Darum bin ich runter. Weil ich nicht mehr laufen konnte. Am Boden war es etwas einfacher, Luft zu bekommen." Zum Zeitpunkt ihrer Aufgabe hatte es im Match gegen die Schweizerin Stefanie Vögele 6:4, 5:6 gestanden. Vor einem Satzball für Vögele kniete Jakupovic zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt, im Nacken hatte sie ein Handtuch mit Eisbeuteln. Die 28-Jährige klagte danach, es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. "Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht, ich dachte, wir würden heute nicht spielen, aber wir haben kaum eine Wahl", sagte Jakupovic.


Die Organisatoren hatten den Beginn der Qualifikationsmatches zuvor wegen der verrauchten Luft von 10.00 Uhr Ortszeit auf 11.30 Uhr verschoben. Die Spieler mussten auch auf ihre Traininingszeiten auf dem Gelände verzichten. Die Spiele des Hauptfeldes sollen am kommenden Montag beginnen. Zwei Wochen dauert das erste Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Ein Sprecher von Tennis Australia erklärte, dass sich die Bedingungen vor Ort verbessern und ständig überwacht würden. "Weitere Entscheidungen werden anhand von Daten vor Ort und in enger Abstimmung mit unserem medizinischen Team, dem Bureau of Meteorology und Wissenschaftlern der EPA Victoria getroffen."


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Auch die deutsche Tennisspielerin Laura Siegemund und die einstige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa aus Russland beendeten ihr Match beim Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong nach knapp zwei Stunden vorzeitig. "Ich habe gemerkt, dass ein bisschen Husten hochkam am Ende des zweiten Satzes. Ich dachte, ich bin krank", sagte Scharapowa. Siegemund hatte den ersten Durchgang im Tiebreak gewonnen, im zweiten stand es 5:5. Die Organisatoren brachen das Match dann ab.


Auch die frühere Wimbledonfinalistin Eugenie Bouchard klagte nach ihrem Erstrundensieg über leichte Atemprobleme und Schwindel. Die Kanadierin nahm sich mehrere Behandlungspausen, hielt aber durch. "Ich hatte das Gefühl, dass sich die Bedingungen während des Matches verschlechtert haben", sagte Bouchard.

Den Bewohnern von Melbourne wurde am Dienstag wegen der rekordverdächtig schlechten Luft geraten, drinnen zu bleiben. Die Turnierveranstalter gaben vergangene Woche bekannt, dass das Turnier im "unwahrscheinlichen Fall extremer Rauchbedingungen" auf die drei überdachten Stadien und acht Hallenplätze des Melbourne Parks beschränkt würde.

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