Osnabrücker verhindert Eklat in Steinhude : Box-Präsident Jürgen Kyas stoppt erste Strophe des Deutschlandlieds

Jürgen Kyas ist Präsident des deutschen Boxverbandes. Foto: imago images/VIADATA
Jürgen Kyas ist Präsident des deutschen Boxverbandes. Foto: imago images/VIADATA

Der Osnabrücker Jürgen Kyas intervenierte beim Abspielen der ersten Strophe des Deutschlandlieds auf einem Boxevent und verhinderte damit einen größeren Fauxpas.

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05. Juli 2019, 16:58 Uhr

Wunstorf | Das Einschreiten des deutschen Boxverbands-Präsidenten Jürgen Kyas hat einen größeren Eklat beim internationalen Box-Vergleich zwischen einer niedersächsischen und einer südafrikanischen Staffel verhindert. Wie erst jetzt bekannt wurde, war zur Eröffnung der Veranstaltung "Boxen am Meer" am vergangenen Samstag in Steinhude die erste Strophe des Deutschlandlieds gespielt worden. Daraufhin war Kyas empört zu den Verantwortlichen geeilt und hatte das Abspielen abbrechen lassen. Der Niedersächsische Boxsport-Verband hat die Veranstaltung ausgerichtet.

Niedersachsen-Lied statt Deutschlandlied

"Ich war als Ehrengast eingeladen worden", sagt der Osnabrücker Kyas. "Bei den ersten Textzeilen bin ich aufgesprungen und habe das Weiterspielen untersagt." Zuschauer hätten auf die erste Strophe zunächst mit Buh-Rufen, auf sein Einschreiten dann mit Beifall reagiert. "Einige haben sich bei mir bedankt." Statt der Nationalhymne, die aus der dritten Strophe des Deutschlandlieds besteht, wurde dann das Niedersachsen-Lied gespielt.

Kein Vorsatz unterstellt, aber Unwissenheit

Er habe die Veranstaltung 30 Minuten später aus Enttäuschung über die Vorkommnisse verlassen, berichtete der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). "Ich habe mich da nicht mehr wohlgefühlt." Dabei sei es eigentlich eine "sehr gute Veranstaltung" gewesen, bei gutem Wetter vor schöner Kulisse.

Vorsatz schließt Kyas jedoch aus. "Ich habe den Eindruck, das ist aus Unwissenheit, vielleicht sogar Dummheit geschehen." Der Verantwortliche, bei dem Kyas den Abbruch des Liedes gefordert hatte, habe gewirkt, als hätte er gar nicht begriffen, was da gerade vor sich geht, sagte Kyas auf Nachfrage unserer Redaktion.

Keine Reaktion des Veranstalters

Der Verein Rukelli Trollmann e.V. aus Isernhagen hatte vom Niedersächsischen Boxsport-Verband eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Weil diese ausblieb, wandte er sich an die Öffentlichkeit. Der Verband äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall. Kyas kann das nicht nachvollziehen.

"Es ist kaum entschuldbar, dass jemand diese Strophe heutzutage in dieser sensiblen Zeit abspielt", so der Präsident. "Ich finde das unglaublich." Ein solcher Vorfall tue dem Boxsport nicht gut. Das sei eine Blamage. Kyas ist sich sicher: "Da wird verbandsintern noch drüber zu reden sein."

(mit Material der dpa)

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