Aus in Runde 1 in New York : Angelique Kerbers Seuchenjahr geht weiter – Koepfer und Siegemund weiter

Aus schon in der 1. Runde: Angelique Kerber ist bei den US Open bereits ausgeschieden.
Aus schon in der 1. Runde: Angelique Kerber ist bei den US Open bereits ausgeschieden.

Nächste Pleite für Angelique Kerber. Auch in New York findet die Kielerin keinen Weg aus der Krise und scheidet aus

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27. August 2019, 06:00 Uhr

New York | Die sportliche Talfahrt von Angelique Kerber hat sich auch bei den US Open fortgesetzt und nimmt langsam dramatische Formen an. Die deutsche Nummer eins verlor am Montag in New York ihre Erstrunden-Partie gegen die Französin Kristina Mladenovic mit 5:7, 6:0, 4:6 und kassierte damit ihre dritte Aufakt-Niederlage in Serie. In Flushing Meadows konnte Kerber auch von einer Verletzung ihrer Gegnerin nicht profitieren und musste sich nach 2:24 Stunden geschlagen geben. Nach der Partie flüchtete Kerber vom drittgrößten Platz der imposanten Anlage. Wie es mit ihr weitergeht, ist völlig offen.

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Becker kritisiert Kerber nach Erstrunden-Aus

"Wenn jetzt nicht der Groschen gefallen ist, wann dann", kritisierte Tennis-Legende Boris Becker nach der Partie mit Blick auf die ungelöste Trainerfrage bei Eurosport. "Ich kann nicht ganz verstehen, dass sie hier ohne Trainer angetreten ist. Alle Top-Ten-Spielerinnen haben hier einen Coach an ihrer Seite."

Auch Barbara Rittner, Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund, sah in der nicht gelösten Trainerfrage einen Grund für die eigentlich völlig unnötige Niederlage. "Mit Coach hätte sie die Partie nicht verloren", analysierte Rittner als Expertin bei Eurosport. Schon im Vorfeld hatte sie Kerber zu einem Nachfolger von Rainer Schüttler geraten, von dem sie sich nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon getrennt hatte. "So, wie ich Angie kenne, ist sie niemand, der eine längere Zeit alleine sein sollte. Sie ist auf jeden Fall jemand, der Führung braucht», sagte Rittner, die Kerber seit vielen Jahren kennt.

"Mit Coach hätte sie die Partie nicht verloren" Bundestrainerin Barbara Rittner

Gegen Mladenovic erwischte Kerber eigentlich einen guten Start und nahm der Französin sofort den Aufschlag ab. Weil sie danach aber ebenfalls ihr Service abgeben musste, war der erste Satz sofort wieder offen. Zwar wirkte die deutsche Nummer eins insgesamt etwas dominanter, allerdings konnte Kerber ihre leichte Überlegenheit nicht in genügend Punkte ummünzen. Stattdessen kassierte sie zum 5:6 ein weiteres Break und gab den ersten Satz nach 65 Minuten ab.

Gegnerin im zweiten Satz mit Rückenproblemen

Zu Beginn des zweiten Abschnitts zog sich Mladenovic dann eine Verletzung am Rücken zu und war danach in den Bewegungen deutlich eingeschränkt. Die Französin ließ sich zweimal behandeln, hatte aber weiter große Probleme, die Kerber zu schnellen Breaks und kurze Zeit später zum Satzausgleich nutzen konnte.

Allerdings konnte die Kielerin das Momentum nicht zu ihren Gunsten nutzen. Vielmehr gab sie gleich zu Beginn des dritten Durchgangs ihren Aufschlag ab und baute ihre Gegnerin damit wieder auf. Auf einmal agierte Mladenovic wieder druckvoller und bewegte sich nun auch wieder besser. Kerber ließ sich von dieser unerwarteten Wende beeindrucken und fing an, mit sich zu hadern. Zwar kämpfte sie sich noch einmal zurück und machte aus einem 1:3 noch einmal 4:3. Doch dann machte sie kein Spiel mehr und musste sich mit dem zweiten Matchball geschlagen geben.

Koepfer und Siegemund weiter, Kohlschreiber raus

Besser als Kerber machten es Qualifikant Dominik Koepfer und Laura Siegemund Die deutschen Tennisprofis erreichten die 2. Runde. Routinier Philipp Kohlschreiber hingegen musste sich gegen den an Nummer 25 gesetzten Franzosen Lucas Pouille mit 3:6, 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben.

Koepfer bezwang den Spanier Jaume Munar mit 6:4, 7:6 (7:2), 5:7, 7:5 und steht bei seiner zweiten Grand-Slam-Turnier-Teilnahme zum zweiten Mal in der zweiten Runde. Siegemund rang die Polin Magdalena Frech mit 5:7, 6:3, 6:4 nieder. An diesem Dienstag haben sieben weitere Deutsche die Chance auf den Sprung in die zweite Runde. Unter anderem spielt Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev gegen Radu Albot aus der Republik Moldau.

"Das ist einfach nur unglaublich". Dominik Koepfer

Koepfer zeigte gegen den Mallorquiner Munar eine kämpferisch starke Leistung und steckte dabei auch Krämpfe in beiden Oberschenkeln weg, die ihn ab dem dritten Satz behindert hatten. "Das ist einfach nur unglaublich", sagte der 25-Jährige, der im Juli in Wimbledon erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld gestanden hatte. "Ich habe einfach versucht, dranzubleiben", sagte der Qualifikant bei Eurosport nach der Partie.

Die lange verletzte Siegemund tat sich gegen die Polin Frech anfangs sehr schwer und gab den ersten Satz unnötig ab. Danach kontrollierte sie aber das Geschehen und steht zum zweiten Mal nach 2016 in Flushing Meadows in der zweiten Runde.

Für Kohlschreiber ist das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison dagegen schon wieder vorbei. Der in diesem Jahr von sehr vielen Verletzungen geplagte Augsburger wehrte sich gegen Pouille zwar nach Kräften, dennoch reichte es nach dem Achtelfinale im vergangenen Jahr dieses Mal nicht zum Weiterkommen.

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