FC Hansa Rostock : 2:2 – ein „Sieg“ der Moral

Sebastian Pelzer schiebt dem Regensburger Torwart Michael Hofmann den Ball durch die Beine zum 2:2 Inside-Picture
Sebastian Pelzer schiebt dem Regensburger Torwart Michael Hofmann den Ball durch die Beine zum 2:2 Inside-Picture

Der FC Hansa hat in der vorletzten Runde der 3. Fußball-Liga 2010/11 am Sonnabend vor gut 5000 Zuschauern, davon ein Drittel Rostocker Anhänger, beim SSV Jahn Regensburg ein glückliches 2:2 geholt.

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12. Mai 2011, 08:57 Uhr

Der FC Hansa hat in der vorletzten Runde der 3. Fußball-Liga 2010/11 am Sonnabend vor gut 5000 Zuschauern, davon ein Drittel Rostocker Anhänger, beim SSV Jahn Regensburg ein glückliches 2:2 (1:0) geholt.

Die Gäste gingen durch Schyrba in Führung (40.), kassierten dann innerhalb von sechs Minuten zwei Gegentore. Doch die Hoffnungen der Oberpfälzer, nach fast acht Monaten (!) endlich mal wieder einen Heimsieg zu erringen, machte Pelzer kurz vor Schluss mit einem beherzten Flankenlauf und Beinschuss zunichte (88.).

In der Aufstellung der Gäste gab es keine Überraschungen. Lartey fehlte wegen Gelb-Sperre. Trainer Vollmann ließ wie angekündigt ein „flaches“ 4-4-2 spielen. Im defensiven Mittelfeld erhielt Trybull den Vorzug vor Pannewitz und operierte an der Seite von Robert Müller. Im Sturm durfte Albrecht statt Vujanovic neben Schied beginnen.

Passend zur Schläfrigkeit der sommerlichen Spätmittagszeit ging’s in der Anfangsviertelstunde gar langweilig zu. Doch dann auf einmal die Rot-Weißen mit gleich zwei hochkarätigen Möglichkeiten (16., 18.). Beide Male war der starke Temür unbehelligt zum Abschluss gekommen, doch Kevin Müller im Gäste-Tor verhinderte mit Taten hoher Qualität einen Rückstand. In der 33. Minute lief Tobias Schweinsteiger ganz allein auf den 20-Jährigen in Weiß-Grün zu, und der vereitelte erneut mit einer Riesenreaktion das 0:1.

Diese Situation weckte offenbar die Mecklenburger, die jetzt sozusagen von der Siesta zum Käffchen übergingen und sich, endlich wach, eine Ecke nach der anderen erarbeiteten. Die fünfte trug Früchte, genauer gesagt Jä-nickes zweiter Versuch zu flanken. Stoll brachte die Kugel per Kopf zurück nach rechts, wo Schyrba heranbrauste und sie über die Linie beförderte (40.). 1:0 für den FCH, das war auch der schmeichelhafte Pausenstand. Denn abgesehen von zwei halbwegs gefährlichen Schüssen von Trybull (knapp drüber/24.) und Ziegenbein (aufs vordere Eck gezogen und gehalten/35.) hatten die Blauen nicht viel zu bieten.

Nach dem Seitenwechsel waren die Ostbayern wieder klar überlegen. Schmid traf mit einem Kopfball den Innenpfosten (49.). Kurz darauf wehrte Kevin Müller gegen Nachreiner aus Nahdistanz ab (51.). Dann entschied Schiedsrichter Petersen nach einem Zweikampf Stoll contra Hein auf Foulelfmeter. Haller verwandelte unhaltbar (58.). Wenig später traf Hein den Ball voll von der Strafraumgrenze und zimmerte ihn zum 2:1 ins Netz (64.). Zu Recht lagen nun die Regensburger vorn, denn sie waren lebendiger, besaßen viel mehr und bessere Chancen, während die Rostocker lediglich einen Mindestaufwand betrieben. Also fielen sie im vom Trainer anberaumten Charaktertest durch? Nein. Pelzer, vom eingewechselten Großöhmichen in Szene gesetzt, hatte einen großen Auftritt über seine linke Seite. Zur Krönung schob er Keeper Hofmann den Ball durch die Beine zum 2:2-Endstand (88.).

„Wir haben zuviel mit den Augen gedeckt und nicht mit dem Körper. Das Hauptproblem war, dass wir vorne keine Bälle festmachen konnten. Am Ende fehlte uns der Sauerstoff, aber die Mannschaft war trotzdem in der Lage, noch mal nachzulegen“, fasste Vollmann zusammen und stellte fest: „Es war ein Sieg der Moral, auch wenn wir nur einen Punkt geholt haben.“

TRAINER Peter Vollmann:
Wer das Spiel über 90 Minuten gesehen hat, wird mir sicher beipflichten, dass wir es mit einem Punkt glücklich gestalten konnten. Wir lebten lange mit dem 1:0 – bis zu dem Elfmeter, wobei ich nicht weiß, ob das auch einer war. Die Regensburger traten enorm laufstark auf und entwickelten immer Zug zum Tor, nutzten aber ihre klaren Chancen nicht. Wir versuchten hier mit zu wenig Laufbereitschaft durchzukommen, doch nach dem 1:2 zeigte die Mannschaft Moral. Die Einwechslung von Hendrik Großöhmichen brachte noch mal Ruhe rein und trug entscheidenden Charakter. Nicht umsonst spielte er den Pass, aus dem das 2:2 entstand. Und wir hatten mit Kevin Müller einen überragenden Torwart.

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