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Regionales

22. November 2017 | 17:56 Uhr

Zeigen viel Herz für Flugkünstler

vom

Fledermäuse gehören aufs Land, ist Caroline Lindemann überzeugt. Die Alt Nechelnerin freut sich, die kleinen Flugkünstler abends beobachten zu können.

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2009 | 09:43 Uhr

Alt Necheln | Zwei Braune Langohren in ihrem Winterquartier hat Caroline Lindemann in ihrem Keller entdeckt. "Die Fledermäuse hängen da ganz öffentlich", freut sie sich. Andere kann sie nur im Sommer sehen. "Das sind Mückenfledermaus, Zwergfledermaus und Breitflügel-Fledermaus", vermutet Sandra Möller vom Nabu-Regionalverband Mittleres Mecklenburg. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Initiative "Fledermausfreundliches Haus" und war diesbezüglich schon einmal in unserer Region. Im vergangenen Sommer hatte sie an die Familie von Laar in Klein Görnow zwei Fledermaus-Plaketten für das Haupthaus und ein Nebengelass übergeben und damit deren Engagement für die bedrohten Flugkünstler geehrt.

Dieses Mal war Sandra Möller mit einer Plakette nach Alt Necheln gekommen. Auch hier gibt es zwei Gebäude, an bzw. in denen die Fledermäuse nicht nur geduldet werden, sondern wo die Eigentümer bzw. Nutzer auch noch etwas dafür tun, dass sich die Flugkünstler wohl fühlen. "Wir haben hier viele Tiere. Das gehört auf dem Land dazu. Es ist romantisch, wenn man abends draußen sitzt und sie beobachten kann", sagt Caroline Lindemann. Sie will die kleinen Flugkünstler unterstützen und ihnen beispielsweise auch noch Hohlblocksteine ins Winterquartier in den Keller hängen. "Wichtig ist, dass die Hohlblocksteine so an der Decke befestigt werden, dass sie nicht herunterfallen, sondern das Gewicht der Fledermaus tragen. Auf dem Boden dürfen die Steine nicht stehen, da die Fledermäuse sonst Beute für Mäuse oder Ratten sein würden", weiß Fledermaus-Fachfrau Sandra Möller. Der Keller von Caroline Lindemann ist für Fledermäuse überhaupt gut geeignet, so Sandra Möller, weil er hell, feucht, frostfrei und ohne Zugluft ist. Auch die auf dem Grundstück liegende Scheune bietet mit ihren vorhandenen Lüftungsöffnungen schon einige gute Voraussetzungen.

Mit denen kann auch das Haus Biber & Co. aufwarten. "Ich freue mich sehr über die Plakette", sagt Gabriele Frohberg vom Nabu-Kreisverband, die für das Haus die Ehrung entgegennahm. "Es ist gut, dass wir hier ca. 12 verschiedene Fledermausarten haben, was ja auch Beweis dafür ist, dass die Natur intakt ist. Fledermäuse fressen Insekten und die werden beispielsweise abends von der Weißen Lichtnelke angelockt, die hier am Wegesrand wächst", weiß sie. "Oder von der Nachtkerze, meiner Lieblingsblume", ergänzt Caroline Lindemann.

Es ist eigentlich gar nicht schwer, Fledermausquartiere zu erhalten oder neu zu gestalten. "Bei uns bekommen interessierte Bürger Tipps und Informationen rund um die Fledermaus und ihre Quartiere, Bauanleitungen zum Selberbauen und Bezugsadressen für fertige Fledermauskästen", sagt Sandra Möller. Auch wer sich für eine Plakette "Fledermausfreundliches Haus" bewerben möchte, ist bei ihr an der richtigen Adresse. Wobei mancher sich davor scheut, sein Engagement für die Flugkünstler öffentlich zu machen, um Ärger mit anders denkenden Nachbarn zu vermeiden. "Wir wollen die Leute deshalb auch für die Problematik Artenschutz sensibilisieren", erklärt Sandra Möller. Fledermäuse haben zu Unrecht einen recht schlechten Ruf, was ihre Sympathie bei vielen Menschen nicht gerade fördert. Dabei können die kleinen Flugexperten weder mit ihren Krallen noch mit den Zähnen die Bausubstanz bearbeiten. Die Tiere sind also auf ein von Menschen neu bereitgestelltes oder vorhandenes Quartierangebot angewiesen.

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