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Aus dem Polizeibericht

22. November 2017 | 23:22 Uhr

Neustrelitz : Zoll hebt Sprengstofflabor in Keller aus

vom

Weil ein junger Mann im Internet ungewöhnlich viele Böller bestellte, hat sich der Zoll in dessen Wohnhaus genauer umgesehen. Neben der Pyrotechnik fanden die Beamten auch kiloweise Chemikalien.

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 10:22 Uhr

Zöllner haben ein Sprengstofflabor ausgehoben, das ein 25-Jähriger im Keller eines Mehrfamilienhauses in Neustrelitz eingerichtet hatte. Dort lagerten 40 Kilogramm illegale Böller und mehr als 25 Kilogramm Chemikalien in flüssiger und pulverisierter Form, wie das Zollfahndungsamt Hamburg am Donnerstag mitteilte. Aus den Chemikalien lasse sich Sprengstoff herstellen.

Der Neubrandenburger Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler sagte, der Durchsuchungsbeschluss sei wegen des Verdachts nicht zugelassener Pyrotechnik gefasst worden. Der Mann habe im Internet Pyrotechnik bestellt und nach Hause geliefert bekommen. Die Chemikalienfunde hätten die Ermittler überrascht. Gegen den Mann werde wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt, erklärte Zeisler.

Neben der Laborausrüstung fanden die Zollbeamten den Angaben zufolge bei der Durchsuchung am Dienstag auch einen Industriebackofen und ein professionelles Zündpult, wie es Berufsfeuerwerker nutzen. Nach Einschätzung eines Chemikers hätte mit den Chemikalien das gesamte Mehrfamilienhaus gesprengt werden können, hieß es in der Mitteilung.

Außerdem beschlagnahmten die Zöllner verbotene Waffen, unter anderem ein Würgeholz, ein sogenanntes Nunchaku, sowie geringe Mengen Rauschgift. Nach Angaben des Zollfahndungsamtes waren unter anderem 30 Beamte von Zoll und Munitionsbergungsdienst im Einsatz.

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