zur Navigation springen

Familiendrama in Lübz : Vater legt Feuer und springt mit Kind aus dem Fenster

vom

Vater zündet Wohnung an und springt mit Tochter aus dem drittem Stock. Die Kleine übersteht den Fluchtversuch vor der Polizei unversehrt

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2016 | 16:24 Uhr

Erst zündete er seine Wohnung an, dann sprang ein 34-jähriger Lübzer gestern früh mit seiner 14 Monate alten Tochter aus dem dritten Stock. Das Kind blieb bei der dramatischen Aktion unverletzt.

Die Polizei war gegen acht Uhr zur Straße Am Fuchsberg gerufen worden. Nachbarn hatten sich über Lärm aus der Wohnung des Mannes beschwert. Eigentlich wollten die eingesetzten Beamten lediglich Kontakt mit dem Bewohner aufnehmen, berichtet der Polizeiführer vom Dienst des Rostocker Polizeipräsidiums.

Der 34-Jährige öffnete die Wohnungstür jedoch nicht. Stattdessen reagierte er nach Polizeiangaben aggressiv und begann zu randalieren. Dramatisch: In der Wohnung vernahmen die Polizisten die Schreie des 14 Monate alten Kleinkindes des Vaters. Sie entschlossen sich daher für eine Notöffnung der Tür und alarmierten die Freiwillige Feuerwehr Lübz.

 In der Wohnung hatte der Mann allerdings inzwischen ein Feuer gelegt. Als die Lübzer Feuerwehrleute die Tür öffneten, erblickten sie sofort die Flammen im Badezimmer. Die Kameraden löschten den Brand mit einem Feuerlöscher.

Der Täter nutzte die Gelegenheit, ergriff seine kleine Tochter und sprang mit ihr aus einem Fenster der Mietwohnung in der dritten Etage. Obwohl er sich dabei verletzte, rannte der Täter mit seinem Kind auf dem Arm in ein angrenzendes Maisfeld. Die Beamten verfolgten den flüchtenden Mann in das Feld. Hier konnten ihn Kameraden der Feuerwehr ergreifen und an die Polizei übergeben. Den Feuerwehrleuten gelang es auch, das Kleinkind unverletzt an den eingesetzten Notarzt zu übergeben. Es befindet sich gegenwärtig noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes ist ebenfalls vor Ort.

 Der tatverdächtige Mann erlitt durch seinen Fenstersprung Verletzungen an den Beinen und wurde ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert. Er wollte sich gegenüber der Polizei bisher nicht zu den Umständen seiner Taten äußern.

Nachbarn des Mannes reagierten gestern mit Erstaunen auf den Vorfall. Im Haus sei der 34-Jährige bisher eigentlich durch nichts aufgefallen. Vielmehr kannte man ihn als aufgeschlossenen Mitbewohner und liebevollen Vater, der sich nach der Trennung von seiner Partnerin um die gemeinsame Tochter gekümmert habe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen