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Aus dem Polizeibericht

21. November 2017 | 03:59 Uhr

Rehna: Mann hofft vergeblich auf Gewinn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der gutgläubige Rehnaer schickte geschätzte 1000 Euro in Briefen ins Ausland / Verkäuferin wurde stutzig und schaltete die Polizei ein

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 16:53 Uhr

Wer träumt nicht von dem großen Geldgewinn, einem neuen Auto vor der Haustür – auch wenn man noch nicht einmal an einem Gewinnspiel teilgenommen hat? Vielleicht die meisten von uns. Ein 85-jähriger Mann aus Rehna glaubt seit bereits zehn Jahren daran und hat über die Jahre inzwischen geschätzte 1000 Euro Bargeld in Briefen ins Ausland geschickt. Eine Verkäuferin in einer Bäckerfiliale in Rehna informierte nun die Polizei in Gadebusch darüber, dass sie sich um einen älteren Kunden Sorgen mache, der 70 Euro in kleinere Scheine gewechselt haben wolle. Auf Nachfrage konnte die Verkäuferin erfahren, dass der Mann in den Niederlanden an einer Ratenzahlung für ein 28 000 Euro teures Auto gebunden sei.

Eine Mitarbeiterin des Polizeirevieres Gadebusch fuhr daraufhin zur Wohnadresse des älteren Mannes in Rehna. Die Ehefrau bestätigte, dass ihr Mann seit etwa zehn Jahren Unmengen an Anschreiben aus Ländern wie den Niederlanden, China, den USA und Australien erhält. In diesen Schreiben befinden sich in der Regel voradressierte Briefumschläge und Gebührenforderungen in Höhe von 20 bis 40 Euro.

Das Geld hatte der ältere Mann immer in Bar in den Briefumschlag gesteckt und die Antwortschreiben zurückgesendet. In den Schreiben gab es immer die Aussicht auf einen hohen Bargeldgewinn oder ein teures Auto. In den vergangenen zehn Jahren kam es jedoch nie zum Erhalt eines solchen in Aussicht gestellten Gewinns.

„Trotz des eindringlichen und sehr langen Gespräches mit der Polizistin und Gesprächen in der Vergangenheit mit Familienmitgliedern, konnte der gutgläubige Mann nicht davon überzeugt werden, dass es sich um einen Betrug Unbekannter handelt und er nie einen Gewinn auf diese Weise erhalten werde“, so André Falke von der Polizeiinspektion Wismar. Er blieb der Meinung, dass er in der nächsten Woche einen Luxuswagen erhalten werde.

Die Polizistin erstattete Strafanzeige wegen des Betruges gegen Unbekannt von Amts wegen. Weitere Fälle dieser Art sind in der Polizeiinspektion Wismar derzeit nicht bekannt. Die Beamten raten, niemals Geld an unbekannte Menschen zu überweisen oder zu versenden. „Gewinnversprechen kommen in den unterschiedlichsten Varianten vor. Lassen Sie sich niemals auf Vorauszahlungen zum Erhalt eines Gewinns ein. Auch nicht bei kleineren Geldbeträgen. Lassen Sie sich nie von dem in Aussicht gestellten Gewinn verführen“, so Polizeisprecher André Falke. Wer unsicher ist, sollte sich an die Polizei wenden.

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