Neubrandenburg: Zahlreiche Enkeltrick-Versuche

von
18. Dezember 2018, 16:29 Uhr

Montag meldeten sich zahlreiche falsche Verwandte telefonisch bei Angehörigen und baten um Geld. Insgesamt zeigten zehn Geschädigte bei der Polizei diese Betrugsart an. Viele von ihnen waren aufgrund der Anrufe verängstigt und aufgewühlt.

Wir gehen von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da sich viele Angerufene gar nicht erst die Mühe machen, uns zu informieren. Im besten Fall erkannten sie den Betrug, legten auf und benachrichtigen uns lediglich nicht. Im schlimmsten Fall sind die oft älteren Opfer auf die Masche hereingefallen und setzten uns oder ihre echten Angehörigen aus Scham darüber nicht in Kenntnis.

Am 17.12.18 ist es in der Zeit von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr Gott sei Dank nur bei Versuchen geblieben. Seniorinnen im Alter zwischen 73 und 89 Jahren wurden sowohl von männlichen, als auch von weiblichen angeblichen Verwandten angerufen. Enkel, Neffen, Schwestern und Schwiegertöchter benötigten vornehmlich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dringend Geld für einen Immobilienerwerb, eine Auktion oder sonstige Notlagen. Ihre Bitten trugen sie in akzentfreiem Hochdeutsch vor. Veränderte Stimmen erklärten sie mit einer Erkältung. Betroffen waren die Ortschaften Groß Nemerow, Woldegk, Neubrandenburg, Jürgenstorf, Waren, Neustrelitz und Röbel. Aber auch in Anklam bat eine Nichte eine 87-jährige Frau um 35.000 EUR für einen Wohnungskauf.

In einem Fall rief ein vermeintlicher Neffe an und bat eine 87-Jährige um Geld. Die Frau hatte kein Geld zur Verfügung und fragte ihn, warum er denn nicht seine Oma um das Geld bittet. Bereitwillig gab sie ihm sogar die Telefonnummer, welche er gerade "nicht zur Hand hatte". Prompt erhielt auch diese Seniorin einen Anruf des unbekannten Mannes, erkannte den Betrug jedoch.

Wir gehen von mobilen Tätergruppen aus dem europäischen Ausland aus. Die geschulten Anrufer sitzen oft in "Callcentern" und sprechen gutes Deutsch. Die Betrüger erlernen es regelrecht, mit ihren perfiden Maschen auf die betagten Geschädigten einzuwirken und können ihre Opfer einschüchtern. Bei uns halten sich lediglich die Geldabholer auf. Sofern ein potentielles Opfer durch die Anrufer herausgefunden wurde, werden die Abholer informiert und begeben sich zum Übergabeort. Zuvor ist mit den Senioren vereinbart worden, dass nicht der "Enkel" kommen kann, sondern ein Anwalt oder Notar geschickt wird, dem man vertrauen könne.

Die Telefonnummern haben die Betrüger oft aus dem Telefonbuch. Die Geschädigten sind darin häufig mit ihren alten deutschen Vornamen eingetragen, anhand derer man auf ihr mögliches Alter schließen kann.

Wir möchten Sie um Folgendes bitten: Bleiben Sie misstrauisch, geben Sie keine persönlichen Daten an fremde Personen heraus, beenden Sie im Zweifel das Telefonat, geben Sie niemals Ihr Geld an Ihnen fremde Personen und vertrauen Sie sich Angehörigen und der Polizei an.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen