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Brandserie : In Rüting geht die Angst vor dem Feuerteufel um

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Sechs Brände in drei Wochen: Bewohner eines Reetgedeckten Hauses entdecken brennendes Auto. Polizei stockt Ermittlerteam personell auf.

Ein Feuerteufel treibt in Rüting bei Mühlen Eichsen offenbar weiterhin sein Unwesen und versetzt immer mehr Einwohner des Ortes in Angst und Schrecken. Nachdem bereits eine Strohmiete und mehrere Autos unter einem Carport in Brand gesetzt wurden, stand Mittwochfrüh früh ein Volvo an einem reetgedeckten Haus in Flammen. Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Rüting konnte offenbar verhindert werden, dass das Dach des bewohnten Hauses ebenfalls Feuer fing.

Die Polizeiinspektion Wismar spricht zwar bislang von einer unbekannten Brandursache. Die Angst, dass auch dieser Brand auf das Konto eines Feuerteufels gehen könnte, wird allerdings immer größer – auch bei einer Bewohnerin des reetgedeckten Hauses. Sie lebt dort mit einem Mann, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Nach SVZ-Informationen wurden unweit des jüngsten Brandortes mögliche Spuren gesichert: Sie führten aus einem angrenzenden Getreidefeld. Ein Brandursachenermittler ist im Einsatz. Darüber hinaus ist aufgrund der bisherigen Brände in Rüting das Ermittlerteam personell aufgestockt worden, sagt eine Polizeisprecherin.

Aus Angst vor einem möglichen Angriff durch einen Feuerteufel sollen einige Rütinger nachts bereits eine Mistgabel oder einen Knüppel in Griffweite liegen haben. Außerdem drehen inzwischen Einwohner und Feuerwehrmitglieder ihre Runden durchs Dorf. Auch ein militäraffiner Bürger mit Nachtsichtgerät und Tarnkleidung soll inzwischen in dem Ort unterwegs sein. Der Feuerteufel müsse damit rechnen, dass er jederzeit entdeckt werden könne, sagt Rütings Bürgermeister Holger Hinze. „Meine größte Sorge ist, dass bei einem weiteren Brand Menschen zu Schaden kommen“, sagt Hinze gegenüber der SVZ. Beunruhigend sei für ihn – ohne Ermittlungen der Polizei vorgreifen zu wollen – dass die Hemmschwelle für eine mögliche Brandstiftung offenbar sinke. Denn der in Flammen aufgegangene Wagen stand in der Nähe einer Straßenlaterne sowie eines funktionstüchtigen Bewegungsmelders des reetgedeckten Hauses. Dieser sei auch noch während der Löscharbeiten in Betrieb gewesen.

Auch Hinzes Stellvertreter, Thomas Grote, ist besorgt: „Wir schlafen alle nicht mehr ruhig und haben ein mulmiges Gefühl. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn das Haus mit abgebrannt wäre.“

Rütings Wehrführer Thomas Thiem spricht von Glück, dass Bewohner des Hauses den Brand entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert hätten. Während des Einsatzes habe dann vor lauter Fassungslosigkeit zum ersten Mal Stille in den Reihen der Brandschützer geherrscht.

„Auch unsere Familien sind aufgrund der Brandserie inzwischen belastet. Wenn der Pieper ertönt, stehen unsere Kinder mit Tränen vor uns. Sie haben Angst, dass uns etwas passieren könnte“, verdeutlicht Thomas Thiem.

Inzwischen wird in Rüting darüber spekuliert, ob es zwischen der Brandserie in dem Dorf und einem Feuer im Nachbarort Mühlen Eichsen einen Zusammenhang geben könnte. Dort waren am 14. Januar dieses Jahres drei Fahrzeuge ausgebrannt und ein vierter Kleinwagen beschädigt worden. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar erklärte hierzu gestern auf SVZ-Anfrage: Dazu könne sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft geben. Die Orte sind nur etwa vier Kilometer voneinander entfernt.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 07:33 Uhr

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