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Hamburg: Zoll entdeckt drei Untergrundlabore für illegale Anabolikaherstellung

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erstellt am 23.Mai.2016 | 14:12 Uhr

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I und des Zollfahndungsamtes Hamburg führten zur Vollstreckung von sieben Durchsuchungsbeschlüssen. Es wurden drei Untergrundlabore für die illegale Dopingmittelherstellung und zwei Indoorplantagen für die Canabisaufzucht ausgehoben. Die Ermittlungen wurden über mehrere Monate geführt.

Gewerbsmäßigen Handel mit Dopingmitteln und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz sollen die Täter begangen haben. Am vergangenen Mittwoch wurden nun die Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München in Hamburg vollstreckt.

Sieben Wohnungen wurden mit 67 Beamten des Zollfahndungsamtes Hamburg und des Hauptzollamtes Hamburg-Hafen im gesamten Stadtgebiet durchsucht.

Dabei wurde ein Täter durch die Spezialeinheit des Zollkriminalamts (Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll -ZUZ-) unsanft geweckt. Aufrund einer Gefährdungsanalyse entschied der Polizeiführer des Zollfahndungsamtes, dass die Wohnung und der Beschuldigte mit Spezialkräften gesichert werden sollen.

In den Wohnungen wurden drei vollständig eingerichtete Untergrundlabore entdeckt. Die Zöllner stellten umfangreiches Equipment wie Bördelkappen, Glasflaschen und -kolben und vorgefertigte Aufkleber sicher. Die Labore waren zur Herstellung von Anabolika im großen Stil vorgesehen. Die Täter handelten offensichtlich gewerbsmäßig und konnten mit der Ausstattung leicht erhebliche Mengen Ampullen herstellen. Mehr als 1 Kilo reinen Wirkstoffs für die Herstellung von verschiedenen Dopingmitteln wurde sichergestellt.

Zwei der Täter betätigten sich offensichtlich auch als Gärtner. In ihren Wohnungen wurden Indoorplantagen für die illegale Cannabisaufzucht gefunden. Knapp 1,5 Kilo bereits geerntetes Marihuana fielen den Ermittlern dabei auch in die Hände. Dabei fiel den Fahndern auf, dass die Stromversorgung der Wohnung offensichtlich manipuliert wurde. Über den Netzbetreiber wurde eine Fachfirma alarmiert, die die Anlagen in der Wohnung wieder sicherte.

Weiter wurden umfangreiche elektronische Beweismittel wie Mobiltelefone und Tablet-PCs gefunden. Auch 4.400 Euro vermeintliches Dealgeld wurde sichergestellt.

Die weiteren Ermittlungen der Zollfahndung dauern an.

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