Oebelitz : Feuer in Biogasanlage - Schwefelsäure ausgetreten

Qualmende Gärreste wurden gestern noch auf dem Gelände der Biogasanlagen in Oebelitz gelöscht.
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Qualmende Gärreste wurden gestern noch auf dem Gelände der Biogasanlagen in Oebelitz gelöscht.

160 Feuerwehrmänner sichern Biogasanlage im Landkreis Vorpommern-Rügen.

svz.de von
01. August 2016, 10:49 Uhr

Bei einem Brand auf dem Gelände einer Biogasanlage in Oebelitz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist am Sonntagabend ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro entstanden. Das Feuer in einer Lager- und Trockenhalle für Gärreste konnte nach drei Stunden gelöscht werden, wie die Polizei mitteilte. Die Brandursache ist laut Polizei bislang unklar, die Ermittlungen dazu laufen. Das betroffene Unternehmen, die Bioenergie Oebelitz GmbH, vermutet einen technischen Defekt. Ein Lüfter in der Trocknungsanlage sei heiß gelaufen, sagte gestern Firmenchef Elard Raben. Er schätzt den Schaden auf 500 000 bis 750 000 Euro.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde auch ein Tank beschädigt, in dem 15 Kubikmeter Schwefelsäure lagerten. Die 78-prozentige Säure sei zum großen Teil ausgetreten, aber vorrangig versickert und nicht vergast, sagte Kreisbrandmeister Gerd Scharmbergg. Auch ein Motor zum Betrieb der Anlage wurde zerstört.

Eine zwischenzeitlich erwogene Evakuierung von Ortschaften sei nicht erforderlich gewesen. Die Konzentration der Säure habe weit unter dem gesundheitsgefährdenden Grenzwert gelegen. Die Bevölkerung umliegender Ortschaften war über Lautsprecher aufgerufen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Rund 160 Feuerwehrleute waren im Einsatz – davon wurden Scharmberg zufolge 48 Einsatzkräfte wegen Atemwegsreizungen untersucht und zehn ins Krankenhaus gebracht. Sie konnten aber noch in der Nacht entlassen werden, wie der Kreisbrandmeister berichtete. „Der Einsatz ist sehr sauber gelaufen“, sagte Scharmberg. Explosionsgefahr habe nie bestanden. Neben den Löschkräften waren auch Dekontaminationseinheiten vor Ort.

Schäden für die Umwelt sind nach Angaben der betroffenen Firma nicht entstanden. Die Säure wie auch das Löschwasser seien in einem Regenrückhaltebecken aufgesammelt worden, dass keinerlei Verbindung zum Grundwasser habe. Was mit dem verschmutzten Wasser geschehe, werde mit den Umweltbehörden geklärt.

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