Wetter : Zu wenig Regen: Müritz-Pegel 30 Zentimeter unter Soll

Die extrem trockenen Sommer der beiden Vorjahre sind noch in lebhafter Erinnerung, die Folgen an vielen Seeufern zu sehen. Doch auch der üblicherweise regenreiche Herbst konnte das extreme Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen.

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27. Januar 2020, 16:54 Uhr

Die extreme Trockenheit der zurückliegenden Sommermonate setzt sich in Mecklenburg-Vorpommern abgeschwächt auch im Winterhalbjahr fort. Wie Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Schwerin mitteilte, fielen im Nordosten seit Beginn des hydrologischen Jahres am 1. November nur 70 bis 80 Prozent des normalen Niederschlags. An einigen Messstationen sei nur die Hälfte des langjährigen Mittels registriert worden. «Auch wenn das gefühlte Wetter eher regnerisch erscheint, bleibt es in unserem Land weiterhin zu warm und zu trocken», konstatierte der Minister.

Zwar habe es teilweise ergiebige Niederschläge gegeben. Doch sei der Regen dann meist rasch oberflächlich abgeflossen und sei so kaum speicherwirksam geworden. Der Wasserdurchfluss in vielen Flüssen und Bächen liege unter den langjährigen Mittelwerten und die Wasserstände der Seen hätten vielfach noch nicht wieder die Normalwerte erreicht.

Besonders problematisch sei die Situation in den Mecklenburger Oberseen. «Trotz weiterhin stark reduzierter Wasserabgabe liegt der Wasserstand der Müritz mit 162 cm am Pegel Waren sogar noch deutlich unter dem langjährigen Niedrigwasser. Bis zu dem für diese Jahreszeit normalen Pegelstand fehlen etwa 30 Zentimeter. Das entspricht bei einer Seenfläche von rund 196 Quadratkilometern einem Wasservolumen von etwa 55,8 Millionen Kubikmetern», erläuterte Backhaus. Besser sehe es beim Inselsee in Güstrow, dem Krakower See, dem Tollensesee bei Neubrandenburg sowie beim Schweriner See aus, wo durch reduzierte Wasserabgabe die Pegelstände inzwischen nahezu Normalstand erreichten.

Das Regendefizit schlägt laut Backhaus vielerorts bis auf das Grundwasser durch. In der Region um die Mecklenburgische Seenplatte hätten einige Grundwasserpegel durch die beiden Extremjahre 2018 und 2019 neue Tiefststände erreicht. Mit einer Erholung sei kurzfristig nicht zu rechnen. «Sollte es in den kommenden Monaten nicht zu deutlich übernormalen Niederschlägen kommen, werden die Auswirkungen der letzten Trockenjahre auch im nächsten Sommer noch spürbare Folgen für den Wasserhaushalt haben», machte Backhaus deutlich. Ziel müsse daher sein, möglichst viel Wasser in der Landschaft zurückzuhalten.

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