Konjunktur : Zahl der Firmenpleiten in Mecklenburg-Vorpommern niedrig

Ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens liegt auf einem Tisch. /Archivbild
Ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens liegt auf einem Tisch. /Archivbild

In kaum einem anderen Bundesland ist die Insolvenzquote bei Firmen so niedrig wie in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die Pleite der Bäckereikette «Lila Bäcker» zeigte, dass nicht immer alle Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden.

svz.de von
19. Juni 2019, 17:05 Uhr

Trotz eingetrübter Konjunktur zeigt sich die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern stabil. Wie die Rostocker Niederlassung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch mitteilte, mussten im ersten Halbjahr im Nordosten bislang 110 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das seien exakt so viele gewesen wie im ersten Halbjahr 2018. Im Vergleich der Bundesländer rangiert Mecklenburg-Vorpommern mit 40 Firmenpleiten je 10 000 Unternehmen hinter Thüringen (30) und vor Baden-Württemberg (42) sowie Bayern (48) auf Rang zwei.

Im Bundesdurchschnitt gingen der von Creditreform veröffentlichten Tabelle zufolge im ersten Halbjahr 61 von 10 000 Unternehmen pleite. Die höchste Quote wies Berlin mit 95 auf. Bundesweit sank im ersten Halbjahr 2019 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen leicht um 0,4 Prozent auf rund 9900.

Doch erwartet Creditreform für das laufende Jahr aufgrund der konjunkturellen Eintrübungen erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Insgesamt rechnen die Experten mit rund 20 000 Firmenpleiten, ein Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuletzt hatte die Zahl der Insolvenzen in Deutschland 2009 zugenommen.

In Mecklenburg-Vorpommern waren in jenem Jahr knapp 500 Firmenpleiten registriert worden. 2018 waren es mit 240 noch halb so viele. Zu den aufsehenerregendsten Insolvenzen im laufenden Jahr gehörte die Pleite der Bäckereikette «Lila Bäcker» mit Hauptsitz in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Das Unternehmen hatte im Januar Insolvenz angemeldet, das Verfahren war im April eröffnet worden.

Die zuletzt gute Lage am Arbeitsmarkt hatte wohl auch Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit der Privathaushalte. So lag laut Creditreform die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Nordosten mit 750 im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

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