Wohnungspolitik : Wohnungswirtschaft kritisiert Wohnungs-Mieten-Diskussion

Ein Mietshaus. /Archivbild
Ein Mietshaus. /Archivbild

Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat die Wohnungs- und Mietendiskussion in Deutschland kritisiert. Mit Blick auf die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimaschutz forderte VNW-Direktor Andreas Breitner am Montag in Rostock bei der Jahrestagung des Verbands, die Bezahlbarkeit des Wohnens nicht zu vergessen. Experten rechneten bundesweit mit einer Lücke von sechs Milliarden Euro, wenn man die bestehenden Wohnungen im Sinne des Klimaschutzes ertüchtigen solle.

von
23. September 2019, 17:09 Uhr

Breitner forderte ein Umdenken. «Sinnvoll wäre es, weniger das einzelne Gebäude und stattdessen vermehrt das gesamte Quartier in den Blick zu nehmen.» Immer häufiger bestimmten populistische Forderungen die wohnungspolitische Debatte, sagte Breitner. «Wir erleben einen Tsunami an ordnungsrechtlichen und marktregulierenden Maßnahmen. Aufgeregt, überhitzt und panisch - das ist die wohnungspolitische Diskussion im Jahr 2019.» Vermieter seien keine wirtschaftlichen Unholde, die ihre Mieter nur ausnehmen wollten. «Berlin ist keine Blaupause für ganz Deutschland oder den Norden.»

Bauminister Christian Pegel (SPD) räumte ein, dass mancher Vorschlag sicher über das Ziel hinausschieße. Die Diskussion habe aber auch dazu geführt, dass die Bundesländer mehr und länger finanzielle Mittel für den sozialen Wohnungsbau vom Bund erhielten. Dafür sei er dankbar. Im laufenden Jahr werde MV rund 35 Millionen Euro für die Förderung von bezahlbarem Wohnen ausgeben.

Breitner wies neben Klimaschutz und Miethöhe auf eine weitere Herausforderung hin: den Bau altengerechter Wohnungen. Er warnte vor einer «grauen Wohnungsnot». Bis zum Jahr 2030 würden in Deutschland rund drei Millionen altengerechte Wohnungen fehlen. Senioren hätten keine Lobby und kämen deshalb beim Wohnungsbau oft zu kurz. Die Wohnungsunternehmen müssten vermehrt entsprechende Wohnungen errichten, allerdings fehlten die finanziellen Mittel. «Vor uns steht vor allem in Mecklenburg-Vorpommern eine zweite Sanierungswelle.» Die VNW-Arbeitstagung mit rund 900 Teilnehmern dauert bis Mittwoch.

zur Startseite
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen