Justiz : Verfahren gegen Ex-SS-Sanitäter: Haftentschädigung beantragt

Das Justizverfahren gegen den früheren SS-Sanitäter aus der Nähe von Neubrandenburg wird mit einer Haftentschädigung für den 97-Jährigen zu Ende gehen. Der sagte sein Anwalt Peter-Michael Diestel der Deutschen Presse-Agentur in Zislow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), wo Diestels Kanzlei liegt. Die Entschädigung unter anderem für unschuldig erlittene Haft hatte zuvor generell das Landgericht Neubrandenburg genehmigt. Dem Mann, der als Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz tätig war, war Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen worden. Ein Prozess  war aber 2017 an seinem schlechten Gesundheitszustand gescheitert.

svz.de von
14. Februar 2018, 08:16 Uhr

Im Zuge der Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft den Rentner anfangs etwa drei Wochen in Haft nehmen lassen. Für unschuldig erlittene Haft stehen Betroffenen 25 Euro Entschädigung pro Hafttag zu, wie ein Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft sagte. Damit würden dem 97 Jahre alten ehemaligen Landarbeiter etwa 600 Euro zustehen. Ein Entschädigungsantrag sei bereits gestellt, sagte Diestel. Man prüfe noch, inwieweit auch für Durchsuchungen Entschädigung nötig sei.

Dem Rentner war vorgeworfen worden, sich in die Lagerorganisation 1944 eingefügt und so die Vernichtung von Leben befördert zu haben. Die Verteidigung bestritt eine Schuld ihres Mandanten, der nur als Sanitäter für SS-Personal eingesetzt gewesen sei. Zwei Gutachter hatten dem Mann eine fortschreitende Demenz bescheinigt.

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