Geschichte : Studie zu Verhalten bei NS-Todesmärschen wird vorgestellt

In der Gedenkstätte «Todesmarsch» im Belower Wald an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg wird an diesem Sonntag (17.3.) eine neue Studie vorgestellt. Sie trägt den Titel «Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum. Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche», wie eine Sprecherin der Gedenkstätte am Dienstag in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) sagte.

svz.de von
12. März 2019, 10:25 Uhr

Darin hat der Leipziger Historiker Martin Clemens Winter untersucht, wie sich die Bevölkerung verhielt, als die SS Tausende Häftlinge aus den Konzentrationslagern auf Märsche zwang. «Es gab Hilfe von Einwohnern, es gab aber auch Beschimpfungen und Beteiligung an Tötungen», sagte die Sprecherin.

Winter habe auch die juristische Ahndung von Verbrechen auf diesen Märschen durch deutsche und alliierte Behörden, die Suche nach Opfern sowie unterschiedliche Formen der Erinnerung im Osten und im Westen Deutschlands analysiert. Die SS hatte im Zweiten Weltkrieg Zehntausende Häftlinge aus nahezu 100 Konzentrationslagern oder KZ-Außenlagern vor der heranrückenden Front wegzubringen versucht.

Dazu gehörten im April 1945 auch Ravensbrück und Sachsenhausen, von wo aus der Marsch nach Nordwesten ging. Tausende starben oder wurden getötet. Der Belower Wald war ein Knotenpunkt. Dort lagerten bis zu 16 000 Häftlinge, die sich von Pflanzen und Rinde ernähren mussten, woran eine Freiluftausstellung erinnert. Die Überlebenden wurden Anfang Mai 1945 befreit.

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