Geschichte : Stasi-Unterlagen: Landesbeauftragte Drescher für Bündelung

Sozialwissenschaftler Peter Wurschi schaut in die Kamera. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/Archiv
1 von 2
Sozialwissenschaftler Peter Wurschi schaut in die Kamera. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/Archiv

Mecklenburg-Vorpommerns Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, befürwortet eine straffere Organisation der Stasi-Unterlagenbehörden. Wie ihr Thüringer Amtskollege Peter Wurschi sprach sich Drescher am Montag in Schwerin dafür aus, dass die Stasi-Akten künftig nur noch an einem Standort je Bundesland aufbewahrt werden. Während dies für Berlin sowie Brandenburg mit dem Standort Frankfurt (Oder) bereits gilt, existieren in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern noch jeweils drei und in Sachsen-Anhalt zwei Außenstellen.

svz.de von
17. Dezember 2018, 15:58 Uhr

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, dringt seit längerem auf Zusammenlegungen. Das Thema stand laut Drescher in der Vorwoche auch bei einem Treffen mit Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen des Landes in Schwerin zur Debatte.

Anders als die Landesregierung, die Rostock favorisiere, halte sie Schwerin für den geeignetsten Standort, sagte Drescher. In der Landeshauptstadt entstehe am Landesarchiv ein Neubau, in dem die Akten der Bezirksverwaltungen, der Polizei, der Justiz, der Parteien und Massenorganisationen der DDR mit denen des DDR-Geheimdienstes zusammengeführt werden könnten. «Für die wissenschaftliche Arbeit wäre eine solche Bündelung von großem Vorteil», sagte Drescher. Auch die Aktensicherheit wäre gewährleistet.

Ein größeres Problem für Menschen, die ihre Stasi-Akten einsehen wollen, sehe sie durch die Zentralisierung nicht. Zwar sei das Interesse weiterhin groß. Doch würden in mehr als 90 Prozent der Fälle Kopien ausgegeben, die die Betroffenen zu Hause lesen können, sagte Drescher. Ziel müsse aber weiterhin sein, die Bearbeitungszeiten für die Bürger zu verkürzen.

zur Startseite

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen