Landtag : SPD befasst sich erneut mit Digitalisierung

Zahlreiche Glasfaserkabel laufen an einem Verteilerpunkt zusammen. /Archiv
Zahlreiche Glasfaserkabel laufen an einem Verteilerpunkt zusammen. /Archiv

Die digitale Revolution erfasst immer mehr Bereiche. Bund und Land pumpen riesige Summen in Netz-Infrastruktur, Bildung und Forschung. Wohin genau, das will die Wirtschaft rasch wissen.

svz.de von
08. März 2018, 14:37 Uhr

Die SPD im Schweriner Landtag macht die Digitalisierung zu einem Hauptthema ihrer Arbeit. Nach der großen Fraktionsklausur Anfang Februar befasst sich am Freitag und Samstag der Fraktionsvorstand erneut mit Einsatzmöglichkeiten und -zielen für Datennetze, Computersysteme und Roboter in Wirtschaft, Bildung und Alltag. Zum Auftakt sei der Besuch in der Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik in Rostock geplant, teilte ein Fraktionssprecher am Donnerstag mit.

Seinen Angaben zufolge werden an den Beratungen in Rostock auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und die fünf SPD-Minister teilnehmen. Für Mai kündigte Schwesig bereits eine Klausur ihres gesamten Kabinetts auch mit den drei CDU-Ressortchefs an. SPD und Union hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag im Bund unter anderem auf ein Milliardenpaket für die Digitalisierung verständigt. Mecklenburg-Vorpommern rechnet damit, davon bis 2021 rund 70 Millionen Euro zu bekommen. Zudem hatte die rot-schwarze Regierung in Schwerin beschlossen, das zunächst mit 10 Millionen Euro ausgestattete Digitalisierungsprogramm um 40 Millionen Euro aus dem Etatüberschuss von 2017 aufzustocken. Bei einer Kabinettsklausur soll über den Einsatz der Mittel beraten werden.

Unterdessen dringt die Wirtschaft auf rasche Entscheidungen, wohin die öffentlichen Finanzhilfen für die Digitalisierung fließen sollen. Die Förderung solle möglichst unkompliziert sein, damit sie auch von kleinen und mittleren Betrieben genutzt werden könne, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock, Claus Ruhe Madsen, am Mittwochabend beim Jahresempfang der Landespressekonferenz in Schwerin. «Über Förderprogramme darf man nicht reden, die muss man sofort mit Leben füllen», mahnte er.

Zudem sieht Madsen akuten Handlungsbedarf bei der Schulbildung. Statt herkömmlicher Schulbücher sollten vermehrt Tablets zum Einsatz kommen, die neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung und auch der Kontrolle von Lernfortschritten böten. «Neben Schreiben, Lesen und Rechnen sollte digitale Kompetenz als vierte Kulturtechnik eingeführt werden», sagte Madsen. Programmieren gehöre in den Lehrplan, WLAN an jede Berufsschule. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass «digitale Analphabeten» die Schulen verlassen und damit ganze Generationen verloren gehen.

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