Regierung : Sommertour beendet: Schwesig wirbt für kostenfreie Kita

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), füttert bei ihrem Besuch im Vogelpark die Bennett-Kängurus.
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Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), füttert bei ihrem Besuch im Vogelpark die Bennett-Kängurus.

Es war die erste Sommertour von Manuela Schwesig als Regierungschefin. Wie bei ihren Vorgängern standen Unternehmensbesuche und Gespräche mit Ehrenamtlern auf dem Programm. Zum Schluss ging es um ihr Prestige-Projekt kostenfreie Kita.

svz.de von
17. August 2018, 17:02 Uhr

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat zum Abschluss ihrer Sommertour durch Mecklenburg-Vorpommern noch einmal die Pläne ihrer Regierung für die kostenfreie Kita in den Mittelpunkt gerückt. «Wir brauchen gute Kitas, damit die Eltern in Mecklenburg-Vorpommern Familie und Beruf gut miteinander verbinden können und damit unsere Kinder von Anfang an beste Chancen haben», erklärte Schwesig am Freitag nach dem Besuch einer Kindertagesstätte in Neubukow (Landkreis Rostock).

Bis 2020 würden Elternbeiträge für die Kinderbetreuung schrittweise abgeschafft. «Ich bin auf meiner Sommertour immer wieder auf dieses Thema angesprochen worden. Viele Eltern freuen sich auf die Entlastung», berichtete Schwesig. Mit der kompletten Übernahme der Elternbeiträge durch das Land nehme Mecklenburg-Vorpommern eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.

«Die Qualität in unseren Kitas ist hoch», betonte Sozialministerin Steffanie Drese (SPD), die Schwesig auf ihrer letzten Sommertour-Etappe begleitete. Integrative Einrichtung wie in Neubukow vereinten verschiedene pädagogische Ansätze. Erzieherinnen und Erzieher würden sich stets weiterbilden, um Kindern mit sprachlichen Defiziten und Schwierigkeiten in der Entwicklung mehr Unterstützung geben zu können. Herausragend seien die Angebote zur individuellen Förderung der Kinder, die auch vom Land finanziell unterstützt würden.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt warf den SPD-Politikerinnen Schönfärberei vor. «Die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen gehen auf dem Zahnfleisch. Fachkräftemangel herrscht, so weit das Auge reicht. Assistenzkräfte ersetzen die Pädagogen, die nicht mehr da sind», monierte Bernhardt. Das alles spreche nicht für Qualität. «Das spricht für Verzweiflung», erklärte die Oppositionspolitikerin. Zudem bemängelte sie, dass es von der Ankündigung der kostenfreie Kita bis zur Umsetzung mehr als ein Jahrzehnt dauern werde. Andere Bundesländer seien deutlich weiter und hätten die kostenfreie Kita ganz oder in weiten Teilen umgesetzt. «So zum Beispiel Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz», zählte Bernhardt auf.

Auf der letzten Station ihrer knapp zweiwöchigen Sommertour mit teilweise fünf Terminen am Tag nahm Schwesig in Wismar an der Eröffnung des traditionellen Schwedenfestes teil. Eine Woche zuvor hatte sie schon das Startsignal für die Hanse Sail in Rostock gegeben. In der ersten Woche ihrer Rundreise besuchte die Ministerpräsidentin vorwiegend Unternehmen und befasste sich mit der Situation in der Landwirtschaft, die derzeit extrem unter den Dürrefolgen zu leiden hat. In dieser Woche war Schwesig unter anderem in Forschungseinrichtungen in Vorpommern zu Gast und überbrachte dem Historisch-Technischen-Museum in Peenemünde die Botschaft einer Millionenhilfe für den Aufbau der neuen Dauerausstellung.

«Das waren viele spannende Termine», erklärte Schwesig am Freitagabend in Wismar und verwies auch auf viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, die sie auf ihrer Reise durch das Land geführt habe. «Mein Eindruck ist: Wir haben insgesamt eine gute Stimmung im Land. Aber es gibt eine Reihe von Themen, bei denen wir vorankommen müssen. Gute Kitas, gute Schulen, höhere Löhne, ganz aktuell auch die Hilfen für die Landwirtschaft», resümierte die Regierungschefin. Diese Themen wolle sie in den nächsten Monaten auch in den Mittelpunkt der Regierungsarbeit stellen.

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