Geschichte : Schwesig zu Pogromnacht-Gedenken: Stehen an Seite der Juden

Manuela Schwesig spricht bei einer Veranstaltung. /zb/dpa
Manuela Schwesig spricht bei einer Veranstaltung. /zb/dpa

Jüdische Geschäfte wurden verwüstet, Synagogen gingen in Flammen auf, Juden wurden aus ihren Häusern verschleppt: Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markierte den Beginn der organisierten Judenverfolgung im Nationalsozialismus. An vielen Orten Mecklenburg-Vorpommerns wird an diesem Wochenende an die Pogrome vor 81 Jahren erinnert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte am Freitag: «Auch bei uns auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern gab es schreckliche Ereignisse. In Rostock und Neubrandenburg, in Teterow und Greifswald und in vielen anderen Orten. Es war ein Tag der Schande.»

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08. November 2019, 14:39 Uhr

Die Ereignisse lägen mehr als 80 Jahre zurück und seien doch auf eine erschreckende Weise aktuell. Der Attentäter von Halle vor wenigen Wochen habe jüdisches Leben auslöschen wollen. Menschen jüdischen Glaubens würden auch heute beschimpft und angegriffen. «Wir dürfen im Kampf gegen Judenfeindlichkeit und Menschenverachtung nicht nachlassen», mahnte Schwesig. Den Jüdischen Gemeinden im Land sicherte sie zu: «Die Landesregierung und die klare Mehrheit der Menschen im Land stehen an ihrer Seite.» Ihre Arbeit werde als Bereicherung für das Land empfunden - im kulturellen wie auch im sozialen Bereich.

In Rostock will der neue Antisemitismus-Beauftragte des Landes, Hansjörg Schmutzler, am Sonntag an einem Gedenken auf dem Jüdischen Friedhof teilnehmen. Auch in Schwerin und Neubrandenburg sind Veranstaltungen geplant. Vielerorts wird in Gottesdiensten der Opfer gedacht.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüsteten Nationalsozialisten etwa 7500 jüdische Geschäfte und Einrichtungen in Deutschland. Sie zündeten einen Großteil der rund 1200 Synagogen und Gebetshäuser an und stürmten Wohnungen. Mehr als 1300 Menschen wurden nach Schätzungen von Historikern getötet und 30 000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt.

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