Telekommunikation : Schnelleres Internet für Usedomer Feriendorf

Mobilfunkantennen für das 5G-Netz sind an der Spitze eines Mobilfunkmastes angebracht. /Archivbild
Mobilfunkantennen für das 5G-Netz sind an der Spitze eines Mobilfunkmastes angebracht. /Archivbild

Auf der Urlauberinsel Usedom hat für Mecklenburg-Vorpommern die Mobilfunk-Zukunft begonnen. Statt Kabel bringt die neue 5G-Funktechnologie das schnelle Internet auch in ländliche Regionen. Doch es ist erst ein Anfang.

svz.de von
15. August 2019, 15:11 Uhr

Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone hat am Donnerstag auf der Insel Usedom die erste 5G-Station in Mecklenburg-Vorpommern freigeschaltet und damit die Tür in ein neues Mobilfunk-Zeitalter geöffnet. Als erstes wurde das Hotel «Wasserschloss Mellenthin» angeschlossen, in dem Gäste bislang nur langsame Anschlüsse für Tablets oder Computer nutzen konnten.

«Der GigaCube 5G bringt jetzt bis zu 500 Megabit pro Sekunde ins Hotel - einfach und unkompliziert per Mobilfunk», teilte Vodafone mit. Dorfbewohner, die schon Vodafone-Kunden sind, könnten ihre Verträge um 5 Euro im Monat erweitern und dann ebenfalls um ein Vielfaches schneller zuhause im Internet surfen als bisher. Für 5G mit dem Handy braucht man neue, relativ teure Smartphones, von denen bisher aber nur wenige Modelle auf den Markt gekommen sind.

Wie ein Unternehmenssprecher sagte, will Vodafone damit das Nutzungsverhalten in der stark vom Tourismus geprägten Region testen, um dann auch Rückschlüsse für den weiteren Netzausbau ziehen zu können. Vor allem ländliche Regionen hoffen auf schnelleres Internet durch die 5G-Frequenzen.

«Die Mobilfunkversorgung hat in Deutschland längst Daseinsvorsorgecharakter», betonte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Das gelte nicht nur für die großen Städte, sondern insbesondere auch den ländlichen Raum. «Um gleichwertige Lebensverhältnisse bundesweit zu schaffen, braucht es unter anderem die flächendeckende Mobilfunkversorgung», machte Pegel deutlich. Nur so könnten alle Menschen von den Errungenschaften der Gigabit-Gesellschaft profitieren.

Vodafone hatte bei der im Juni beendeten Frequenzauktion neben Telekom, Telefónica und Drillisch Lizenzen ersteigert. Mit der Vergabe war die Auflagen verbunden, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte in Deutschland mit mindestens 100 MBit pro Sekunde im Download zu versorgen.

Da die Vorgabe an Einwohner und nicht an Fläche geknüpft ist, hatte Mecklenburg-Vorpommern eine Benachteiligung gegenüber Ballungsräumen befürchtet und angesichts der Vielzahl von Funklöchern im Land ein Förderprogramm für die Errichtung von Funkmasten in unterversorgten Gebieten angeschoben. Nach Angaben Pegels kostet ein Funkmast zwischen 200 000 und 250 000 Euro. 80 Prozent der Kosten will das Land übernehmen. Insgesamt sind dafür 50 Millionen Euro eingeplant.

«5G ist ein echter Wettbewerbsvorteil für uns», erklärte Jan Fidora, Inhaber des Hotels «Wasserschlosses». Schnelles Internet werde für die Gäste immer wichtiger, unabhängig davon, ob sie als Urlauber oder Tagungsgäste anreisten. Das Beispiel in Mellenthin zeige, dass 5G ein schneller Ersatz für langsame Leitungen sei, auch außerhalb der Großstädte, erklärte Vodafone-Manager Hannes Ametsreiter.

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