Literatur : «Polizeiruf 110» mit Roland-Filmpreis ausgezeichnet

Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) bei einer Verfolgung im «Polizeiruf 110».  /NDR/Archivbild
Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) bei einer Verfolgung im «Polizeiruf 110».  /NDR/Archivbild

Abspann in der Eifel: Mit einer Gala ist das Krimifestival «Tatort Eifel» zu Ende gegangen. Der Roland-Filmpreis wurde verliehen - und viele Fernsehkommissare waren dabei.

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22. September 2019, 10:23 Uhr

Der «Polizeiruf 110» aus Rostock ist beim Krimifestival «Tatort Eifel» mit dem Roland-Filmpreis ausgezeichnet worden. «Das ist ein Hochgefühl, das kann man gar nicht vermitteln», sagte Schauspieler Charly Hübner (46), der in der ARD-Reihe als Kommissar Alexander Bukow ermittelt, am Samstagabend bei einer Gala in Daun (Rheinland-Pfalz/Kreis Vulkaneifel). Er finde es «fantastisch, dass die ganze Gruppe den Preis bekomme. «Wir sind Rocker und wir rocken zusammen.»

Kollegin Anneke Kim Sarnau (47) alias Profilerin Katrin König fügte hinzu: «Ich freue mich, dass das, was wir erarbeitet haben, gesehen und gemocht wird. Wir brennen für dieses Ding.» Der Ehrenpreis werde einen richtig guten Platz bei ihnen bekommen, versprach sie. Das Duo nahm den Preis mitsamt dem Team auf der Bühne entgegen.

Der Rostocker «Polizeiruf» verbinde «Tradition und Innovation im deutschen Fernsehkrimi auf besonders gelungene Weise», sagte Schauspiel-Kollege Dietmar Bär in der Laudatio. In dem 1971 als Gegenstück zum westdeutschen «Tatort» in der DDR entstandenen Format sei 2010 ein Ermittlerteam aufgetaucht, «dessen Konflikte mit ihrem eigenen Leben und untereinander mindestens ebenso spannend und interessant waren, wie der zu lösende Fall».

Die Figuren seien «modern und mehrdimensional» gezeichnet, die Fälle thematisierten «neben sozial relevanten Themen immer auch die noch bestehenden Wunden der deutsch-deutschen Vergangenheit», sagte Bär. Und: «Die Charaktere zeigen Haltung und machen sich dadurch angreifbar.» 19 Folgen habe es bereits gegeben. «Wir freuen uns auf hoffentlich noch viele weitere auf diesem hohen Niveau», sagte Bär (Kommissar Freddy Schenk im Kölner ARD-«Tatort»).

Der undotierte Roland-Preis ist nach dem Hamburger Krimiregisseur Jürgen Roland (1925-2007) benannt und wird alle zwei Jahre in Form eines stilisierten Blei-Raben überreicht. Die Gala mit rund 550 Besuchern stand am Ende des zehnten Festivals «Tatort Eifel», das seit dem 13. September rund 6000 Krimifans in die Eifel gelockt hat. Es gilt als bundesweit größter Treff der Krimi- und Filmbranche.

«Das Festival war wieder ein großer Erfolg», sagte Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann. Das Interesse sei zum Jubiläum (zehnte Auflage) besonders groß gewesen. «So viele ausverkaufte Veranstaltungen hatten wir noch nie.» Rund 30 Veranstaltungen rund um Mord und Totschlag standen auf dem Programm: Konzerte, Filmpremieren und Lesungen. Daneben tauschten sich in einem Fachprogramm Autoren, Regisseure und Produzenten über neueste Trends aus.

Schauspieler Oliver Mommsen (50), der die Gala moderierte, sagte, das Festival in der Vulkaneifel zu platzieren, sei «eine supergute Idee» gewesen. Die Vulkaneifel sei «traumhaft schön» - und eine Region, die viele gar nicht kennen würden. «Das macht das Festival aus: Dass Leute, die die Region nicht auf dem Schirm haben, aber krimiverrückt sind, hierherkommen und sie kennenlernen.»

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, das Festival sei ein «Leuchtturm unserer Kultur». «Wer hätte das gedacht, dass eines Tages die Vulkaneifel Nummer eins wird, wenn es um das Thema Krimi geht?», sagte sie bei der Gala. «Wir sind wahnsinnig stolz darauf, dass sich hier das «Who is who» die Hand geben im Bereich Schauspieler, Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure.»

«Tatort Eifel» wird mit einem Budget von rund 300 000 Euro vom Kreis Vulkaneifel und dem Land Rheinland-Pfalz veranstaltet, das rund 130 000 Euro dazugibt. Die nächste Klappe fürs Festival fällt vom 10. bis 18. September 2021.

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