Unternehmen : Ost-Unternehmen fordern schnelles Internet

Die Zeiten von Telefax sind lange vorbei. Firmen brauchen vor allem schnelles Internet, sonst können sie nicht auf Dauer bestehen. Doch oft stockt der Breitbandausbau und das schafft viele Probleme.

svz.de von
13. Juni 2018, 16:08 Uhr

Mittelständler in Ostdeutschland leiden nach wie vor in vielen Regionen unter fehlendem schnellen Internet. Gerade für kleine Betriebe sei das ein erheblicher Standortnachteil, sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft der ostdeutschen Unternehmerverbände und Berlin, Hartmut Bunsen, am Mittwoch in Potsdam.

Dort hatten sich rund 100 Vertreter von Firmen und Verbänden zum ostdeutschen Unternehmertag getroffen. Die Landesregierungen und die Bundesregierung müssten ihre Anstrengungen forcieren, um auf diesem Feld voranzukommen, wurde gefordert.

Gerade für ostdeutsche Firmen biete die Digitalisierung die Chance, sich auf neuen Märkten zu behaupten und sich neu aufzustellen, betonte Christian Hirte, Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand und die neuen Bundesländer, laut Redemanuskript. Digitalisierung bedeute nicht, nur über den Kauf neuer Technik oder Software nachzudenken. Die meisten mittleren Familienunternehmen seien zwar von der Aufgabe überzeugt, jedoch hätten sie oft nicht die finanziellen und personellen Ressourcen, um die Aufgabe strategisch anzugehen.

Mittelständler hätten oft für zwei Jahre volle Auftragsbücher und sähen damit nicht die Notwendigkeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen, erklärte Burkhardt Greiff, Präsident des Unternehmerverbandes Berlin-Brandenburg. Gerade Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern seien da oft zu schwerfällig.

Der Einstieg in die Digitalisierung sei für Firmen aber ein Anstoß für Überlegungen, wo die Zukunft liegen könnte, sagte der Vorstandschef der Landesinvestitionsbank Brandenburg, Tillmann Stenger. «Es geht um Beziehungen zu den Kunden, interne Prozesse, aber auch Daten von Lieferanten.» Finanzierungen und Förderungen seien nur ein Punkt, der geklärt werden müsse.

«Schlechtes Internet macht nicht an der Landesgrenze halt», stellte Lars Schaller, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Sachsen, fest. Das Problem müssten Landesregierungen und Bund gemeinsam angehen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verlangte vom Bund, sich als nationale Kraftanstrengung für eine leistungsstarke Infrastruktur in dem Bereich einzusetzen.

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