Waffen : MV rüstet auf: Fast 95 000 Waffen in Privathand

Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern 2017 zugenommen. /Archiv
Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern 2017 zugenommen. /Archiv

Es gibt mehr Waffen im Nordosten. Die Zunahme Kleiner Waffenscheine, die zum Beispiel zum Führen einer Schreckschusspistole berechtigen, bereitet den Sicherheitsbehörden Sorge. Das Innenministerium warnt vor Eskalation bei Konflikten und Selbstjustiz.

svz.de von
13. Januar 2018, 09:37 Uhr

Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern weiter zugenommen. Zu Jahresbeginn waren bei den Behörden im Land 18 617 Frauen und Männer mit mindestens einer legalen Waffe registriert. Das sind rund 300 mehr als ein Jahr zuvor und 500 mehr als zwei Jahre zuvor. Dies geht aus Daten des Innenministeriums in Schwerin hervor.

Die meisten Waffenbesitzer im Nordosten sind demnach Jäger. Ihre Zahl stieg von 11 501 Anfang 2016 auf jetzt 11 922, wie ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Auch die Zahl der Sportschützen mit eigener Waffe wuchs leicht. Insgesamt sind bei den Behörden 94 748 Waffen und Waffenteile in Privatbesitz registriert, gut 4000 mehr als ein Jahr davor.

Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden die Zunahme sogenannter Kleiner Waffenscheine. Ihre Zahl stieg im Nordosten von rund 3000 im Jahr 2012 auf aktuell 8542. Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Reiz-, Signal- und Schreckschusswaffen. «Die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich auch bundesweit beobachten», sagte Ministeriumssprecher Michael Teich. Schreckschusswaffen böten jedoch keinen wirkungsvollen Schutz gegen mögliche Angriffe. Sie trügen in Konfliktsituationen nur zur Eskalation und zu Selbstjustiz bei.

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